Direkt zum Inhalt
Proteste in Indien
ANZEIGE

Proteste in Indien Gesetzesänderung soll Recht auf Selbstbestimmung einschränken

ms - 24.03.2026 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

In Indien haben in der Stadt Hyderabad zahlreiche LGBTIQ+-Aktivisten gegen eine Überarbeitung des „Transgender Persons Protection of Rights Amendment Bill“ demonstriert. Kritiker warnen, dass die angedachten Änderungen die Autonomie von trans* und queeren Personen einschränken könnten.

Gesetzesvorhaben sei „unmenschlich“

Die Demonstration fand am Dharna Chowk statt, wo die Aktivisten unter dem Motto „Unser Körper, unsere Wahl“ auf die Straße gingen. Redner bezeichneten die geplante Änderung als „unmenschlich“ und forderten deren sofortigen Rücknahme. Sie betonten, dass das Vorhaben die Privatsphäre, Würde und das Recht auf Selbstbestimmung von trans* Personen verletze. Rechtsanwalt G. Kiran Raj sagte laut Times of India: „Die Geschlechtsidentität muss auf Selbstbestimmung beruhen, nicht auf medizinischen Untersuchungen.“ Unter den Teilnehmern befanden sich unter anderem auch die LGBTIQ+-Organisationen Sahodaran und die Queer Bandhu Parents Association.

Bisheriges Gesetz zu vage? 

Die Änderungen sehen vor, dass künftig die Ausstellung von sogenannten Identitätskarten nicht mehr administrativ erfolgt, sondern über eine medizinische Begutachtung durch ein Gremium geregelt wird. Der Union-Minister für Soziale Gerechtigkeit und Empowerment, Dr. Virendra Kumar, argumentierte, dass das bestehende Gesetz von 2019, dass das Recht auf Selbstidentifikation garantiert, zu unpräzise sei. Zudem schlägt Kumar schärfere Strafen vor: Wer anderen Menschen eine trans* Identität „aufzwinge“, solle künftig mindestens zehn Jahre Haft erhalten, bei Kindern ist lebenslange Haft vorgesehen.

Der „Transgender Persons Protection of Rights Act“ von 2019 schützt derzeit die Rechte von trans* Personen in Indien. Das Gesetz erlaubt die Ausstellung einer Identitätsbescheinigung entsprechend der selbst wahrgenommenen Geschlechtsidentität und verbietet Diskriminierung in Bildung, Beschäftigung, Gesundheitsversorgung und öffentlichen Einrichtungen. Verstöße können mit sechs Monaten bis zu zwei Jahren Haft und Geldstrafen geahndet werden. Zuletzt hatte Indien erst vor wenigen Tagen für Schlagzeilen gesorgt, weil die allererste homosexuelle Person ins Parlament gewählt worden war

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

US-Athlet Jacob Harmon

Offen auf der Matte und im Leben

Der offen schwule Turner Jacob Harmon erfüllte sich seinen College-Traum und möchte jetzt anderen jungen LGBTIQ+-Sportlern Mut machen.
Amnesty kritisiert J.K.Rowling

Frauenhilfszentrum im Fokus

Amnesty International UK stuft J. K. Rowlings Krisenzentrum für Frauen als „rechtefeindlich“ ein und löst damit erneut eine Debatte aus.
Eklat bei der L.A. Police

Homophobe Polizisten im Fokus

Ein LAPD-Beamter könnte angeklagt werden, nachdem er Kollegen bei homophoben, rassistischen und sexistischen Aussagen aufgenommen hat.
Sam Neill ist tot

Ein Star mit Haltung

Schauspieler Sam Neill ist mit 78 Jahren gestorben. Neben seiner Filmkarriere wurde er auch für seine Unterstützung der LGBTIQ+-Community geschätzt.
Spätes Urteil nach Jahrzehnten

Mord mit homophobem Hintergrund

Nach mehr als 40 Jahren sind zwei Brüder wegen des Mordes an dem schwulen Beamten Anthony Littler verurteilt worden.
Bromance bei der WM

Freundschaft trotz Viertelfinale

Nach dem WM-Viertelfinale zwischen England und Norwegen sorgen Erling Haaland und Jude Bellingham mit ihrer Freundschaft für Aufmerksamkeit.
Historische Klage in Botswana

Lesbisches Paar kämpft weiter

Zwei Frauen kämpfen vor Botswanas Oberstem Gericht um die Anerkennung ihrer Ehe – ein Verfahren mit Signalwirkung für ganz Afrika.
Schwerbehindert und LGBTIQ+

Viele leben doppelt benachteiligt

Millionen Menschen leben mit einer Schwerbehinderung. Hunderttausende LGBTIQ+-Personen kämpfen dabei zudem mit mehrfachen Diskriminierungserfahrungen.
Prozess geplanter CSD-Anschlag

Brüderpaar in Wien vor Gericht

Im Prozess um das geplante Attentat auf die Vienna Pride sind vor dem Landesgericht St. Pölten jetzt weitere Zeugen gehört worden.