Direkt zum Inhalt

Politikfrust unter LGBTI*? Deutschland sei auf einem falschen Weg

Von ms - 17.01.2023 - 14:00 Uhr
Politikfrust unter LGBTI*?
Foto: iStock / Renata Angerami
ANZEIGE
Loading audio player...

Befindet sich Deutschland politisch und gesellschaftlich auf dem falschen Weg? Die Mehrheit der Deutschen stimmt diesem Statement inzwischen zu. Bereits im Dezember letzten Jahres zog der Lesben- und Schwulenverband eine sehr durchwachsene Bilanz nach einem Jahr Ampel-Koalition und blickte dabei kritisch auf die zahlreichen Versprechungen für die LGBTI*-Community. Das Fazit des Verbandes damals: Der große Aufbruch lässt auf sich warten.

Erste Umsetzungen der LGBTI*-Pläne

Eines der Kritikpunkte wurde dabei überraschend zu Beginn des Jahres inzwischen bereits angegangen – das pauschalisierende und diskriminierende viermonatige Blutspendeverbot für schwule Männer soll bis zum Sommer dieses Jahres abgeschafft werden. Künftig dürfe nur noch das individuelle Risikoverhalten zählen, wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach im Januar erklärte.

Die allermeisten Gesetzesvorhaben seien aber bis heute nicht verabschiedet worden, so Henny Engels aus dem Bundesvorstand des LSVDs im Dezember. Auch das lange versprochene Selbstbestimmungsgesetz verzögert sich erneut, nachdem Bundesjustizminister Marco Buschmann den Gesetzestext insoweit überarbeiten will, dass auch die Wahrung von Frauenschutzräumen sowie die Sorgen von Feministinnen Einzug in den finalen Gesetzentwurf finden.

63 Prozent der Deutschen unzufrieden

Eine neue repräsentative Ipsos-Umfrage zeigt nun auf, dass die Mehrheit der Deutschen ähnlich wie der offensichtlich größere Teil der LGBTI*-Community nicht zufrieden mit der aktuellen Regierung sind. Deutschland entwickele sich in die falsche Richtung, so 63 Prozent der Bundesbürger. Ähnlich hohe oder noch höhere Werte sind ansonsten nur in Peru, Polen, Südafrika, USA und Brasilien zu verzeichnen. Die Befragten aller anderer, insgesamt 29 Länder weltweit sind mehrheitlich zufrieden mit der Entwicklung ihres Landes. Insgesamt wurden rund 20.000 Menschen für die Studie befragt.

Befragt nach den größten Problemen, benannten die Menschen vor allem Inflation, Armut, soziale Ungleichheit sowie Kriminalität als die Kernthemen. Menschenrechtsfragen sowie LGBTI*-Politik spielten kaum eine Rolle.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungVeranstaltung in Garching: Fundamentalistische Hassbotschaften im BürgerhausDER STANDARDMit Troye Sivans "She’s The Best" auf der etwas anderen PartytazRazzien gegen Queers in der Türkei: Finsternis am BosporusGALAJorge González: Schwierige Kindheit in KubaAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Spätes Coming-Out mit 40

Saunabesuche, Sex und Politik

Der bekannte britische Radiomoderator Iain Dale spricht über Homophobie bei den Tories, sein spätes Coming-Out und sein früheres Sexleben.
Polizeieinsatz bei Halk TV

Türkei geht erneut gegen Medium vor

Nach einer Razzia bei Halk TV in der Türkei übernimmt der Staat jetzt die Kontrolle. Die Opposition kritisiert den Eingriff in die Pressefreiheit.
Social-Media-Verbot kommt

Regierung verschärft Jugendschutz

Die Bundesregierung plant strengere Social-Media-Regeln für Minderjährige. Für queere Jugendliche geht es dabei auch um wichtige Schutzräume.
Pentagon-Chef unter Druck

Kritik an US-Verteidigungsminister

Der schwule Demokrat Pete Buttigieg wirft US-Verteidigungsminister Pete Hegseth strategisches Versagen im Iran-Krieg vor und fordert seinen Rücktritt.
Kein Geld mehr für LGBTIQ+

Florida streicht Museumsförderung

Das bekannte LGBTIQ+-Museum in Florida verliert seine Förderung. Die Leitung kritisiert den Einfluss neuer Gesetze und fordert politischen Widerstand.
Kuss-Foto löst Hasswelle aus

Todesdrohung nach Familienfeier

Ein harmloses Kuss-Foto eines schwules Paares löst im Netz homophobe Hetze bis hin zu Todesforderungen aus. Das Paar lässt sich nicht einschüchtern.
Droht ein neues LGBTIQ-Verbot?

Aserbaidschans neue Gesetzespläne

Aserbaidschan soll ein Verbot sogenannter „LGBT-Propaganda“ nach russischem Vorbild planen. Einige Abgeordnete dementieren bisher eher halbherzig.
Kampf um die Ehe

Klage gegen die Slowakei

Zwei in Österreich verheiratete Männer kämpfen vor Gericht um die Anerkennung ihrer Ehe in der Slowakei – und berufen sich auf EU-Recht.
Nacktbilder als Druckmittel

Was du bei Sextortion tun kannst

Erpressung mit Nacktbildern? Was du jetzt tun kannst, wie du Hilfe bekommst und welche Dienste gegen die unerlaubte Verbreitung helfen.