Direkt zum Inhalt

Growlr verliert Nutzer Neue Eigentümer planen Umbau im kommenden Jahr

Von ms - 22.10.2026 - 13:30 Uhr
Growlr verliert Nutzer
Foto: AI GENERATED - FASH Medien
ANZEIGE
Loading audio player...

Bei der schwulen Dating-App Growlr sorgen Veränderungen nach einem Eigentümerwechsel für Unmut. Besonders die Einstellung der Livestreaming-Funktion stößt bei Teilen der Nutzerschaft auf viel Kritik. Während der neue Betreiber Perry Street Software eine umfassende Modernisierung der Plattform ankündigt, berichtet der Konkurrent Hornet von ehemaligen Growlr-Mitgliedern, die sich inzwischen nach Alternativen umsehen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Dating-App Growlr hat ihre Funktion für Live-Videostreaming abgeschaltet. Bei Teilen der schwulen Bären-Community sorgt die Entscheidung für Unzufriedenheit.
  • Die konkurrierende Plattform berichtet, dass ehemalige Growlr-Nutzer zu ihr wechseln und eigene Räume für sogenannte „Growlr-Flüchtlinge“ einrichten. Unabhängig bestätigte Zahlen zur Abwanderung liegen bislang nicht vor.
  • Perry Street Software (PSS), das Unternehmen hinter Scruff und Jack’d, hat Growlr von der US-amerikanischen The Meet Group übernommen.
  • Streit um Verantwortung: Einige Nutzer machen den neuen Eigentümer für das Ende der Livestreams verantwortlich. PSS erklärt dagegen, die Funktion sei bereits unter dem vorherigen Betreiber eingestellt worden.
  • Neustart für 2027: Die neuen Eigentümer kündigen Investitionen in Millionenhöhe, ein neues Design, zusätzliche Chatfunktionen und Maßnahmen gegen Bots an.
  • Mehr Präsenz in der Community: Growlr soll künftig stärker bei Bear-Veranstaltungen vertreten sein. 

Abschaltung der Livestreams 

Growlr gehört seit Kurzem zu Perry Street Software (PSS). Das Unternehmen betreibt bereits die schwulen Dating- und Community-Apps Scruff und Jack’d und hat Growlr von der US-amerikanischen The Meet Group übernommen. Die neuen Eigentümer wollen die Plattform für die schwule Bären-Community langfristig ausbauen. Kurz nach der Übernahme steht jedoch zunächst eine weggefallene Funktion im Mittelpunkt der Diskussion. Growlr bot seinen Mitgliedern bislang die Möglichkeit, über Live-Videostreams miteinander in Kontakt zu treten. Mit der Einstellung dieser Funktion ist eine Möglichkeit zur digitalen Begegnung weggefallen, die für einen Teil der Community offenbar besonders wichtig war. Mehrere US-Medien berichteten inzwischen über die Unzufriedenheit unter Nutzern. Einige Mitglieder machten demnach den neuen Eigentümer Perry Street Software für das Ende des Angebots verantwortlich. Das Unternehmen widersprach dieser Darstellung allerdings und erklärte, dass das Livestreaming bereits unter dem vorherigen Eigentümer eingestellt worden sei. 

„Flüchtende“ Growlr-Mitglieder

Die Veränderungen bei Growlr könnten einer konkurrierenden Plattform zugutekommen. Die Dating-App Hornet berichtet, dass Mitglieder der Bären-Community zunehmend verstärkt derzeit zu ihrem Angebot wechseln. Besonders auffällig ist dabei die Einrichtung eigener digitaler Treffpunkte. Demnach haben ehemalige Growlr-Nutzer auf Hornet Räume geschaffen, die ausdrücklich als Anlaufstellen für „Growlr-Flüchtlinge“ gedacht sind. Wie viele Menschen Growlr tatsächlich verlassen haben, ist allerdings derzeit noch nicht bekannt. Hornet wurde im Jahr 2011 gegründet und gibt an, weltweit rund 100 Millionen Nutzer zu haben. Im Zusammenhang mit dem Ende der Growlr-Livestreams bezeichnet sich Hornet nun werbewirksam als die „einzige speziell entwickelte und deshalb sichere Dating-App für schwule Männer“, die sich für Videostreaming eigne. 

Millioneninvestition in Growlr

Während Nutzer über den Wegfall der Videofunktion diskutieren, arbeitet Perry Street Software an einer grundlegenden Neuausrichtung der Plattform. Das Unternehmen kündigte an, über mehrere Jahre einen Millionenbetrag in die technische und gestalterische Weiterentwicklung von Growlr zu investieren. Eine vollständig erneuerte Version von Growlr soll Anfang 2027 veröffentlicht werden. Geplant sind ein neues Erscheinungsbild, ein überarbeitetes Logo und eine modernisierte Profilseite. Auch die Möglichkeiten, Inhalte in privaten Chats miteinander zu teilen, sollen erweitert werden. Darüber hinaus will PSS die Rolle von Videoinhalten innerhalb der Anwendung neu konzipieren. 

Ob und in welcher Form die bisherige Livestreaming-Funktion zurückkehren könnte, geht aus den bisherigen Ankündigungen allerdings nicht hervor. Zu den ersten angekündigten Veränderungen gehören zusätzliche Funktionen für die Kontaktaufnahme, die sogenannten „Shouts“ sollen ausgebaut werden. Mit ihnen können Mitglieder eine Nachricht gleichzeitig an mehrere Nutzer innerhalb eines ausgewählten geografischen Radius senden. Das Unternehmen plant überdies, Growlr auch außerhalb der App stärker als Marke innerhalb der internationalen Bären-Community und bei speziellen Events für schwule Bären-Männer zu etablieren.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

SWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-Hirschgeweihntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzSüddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Türkei hält Aktivisten fest

Menschenrechtler schlagen Alarm

Mehr als einen Monat nach landesweiten Razzien sitzen in der Türkei weiterhin LGBTIQ+-Aktivisten ohne Anklage in Untersuchungshaft.
Debatte um Grindr-Spende

13.500 Dollar für Republikanerin?

Grindr-Chef George Arison unterstützt offenbar eine republikanische Senatorin finanziell und sorgt damit für neue Debatten in der Community.
Trumps Männerbild

Präsidenten-Nichte übt Kritik

Mary Trump kritisiert die öffentlichen Bemerkungen ihres Onkels über Männerkörper und sieht darin Anzeichen nachlassender Impulskontrolle.
Queere Jugend in Neuseeland

Regierung scheitert mit Verboten

Neuseelands Oberster Gerichtshof hebt das Verbot neuer Pubertätsblocker-Verordnungen für trans* Jugendliche auf und rügt Diskriminierung.
Griechenland wehrt sich

Einsatz gegen LGBTIQ+-Hassgewalt

Mit der Aktion „KAPOU OPA!“ wollen Verbände in Griechenland LGBTIQ+-feindliche Gewalt sichtbar machen und Betroffene zu anonymen Meldungen ermutigen.
Extreme Kampfsportgruppen

Junge Männer verstärkt im Visier

Rechtsextreme Kampfsportnetzwerke breiten sich in Deutschland aus. Experten warnen vor zunehmender Gewaltbereitschaft und Hass auf LGBTIQ+-Menschen.
Gericht stoppt Trumps Pläne

Behandlung von trans* Häftlingen

Der Oberste US-Gerichtshof sichert trans* Häftlingen vorerst medizinische Behandlungen zu. Zugleich beschäftigt ein Sportstreit die Richter.
Großvater gesteht Missbrauch

459 Anklagepunkte vor Gericht

Ein 84-Jähriger gesteht vor dem Landgericht Stuttgart jahrelangen sexuellen Missbrauch seine Enkel. Ein Zeitungsbericht führte zur Anzeige.
Trans* Influencerin inhaftiert

Brasilianerin drohte Haftstrafe

Ein Urlaub in Ägypten endete für zwei brasilianische trans* Frauen in Polizeigewahrsam. Auslöser sollen Videos mit anzüglichen Gesten sein.