Direkt zum Inhalt
Konversionstherapie in den Niederlanden
ANZEIGE

Noch immer 15 Anbieter Konversionstherapie in den Niederlanden

co - 11.06.2020 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Nach einer Studie der Agenturen Beke und Ateno für den niederländischen Gesundheitsminister Hugo de Jonge gibt es im Land noch immer geschätzt fünfzehn Anbieter, die aktiv Konversionstherapien für die „Heilung“ von Homosexualität anpreisen. Beauftragt wurde die Studie von der Tweede Kamer des Parlaments: Man fürchtete, dass verletzliche junge Menschen in streng religiösen Gemeinschaften solchen „Therapien“ ausgesetzt seien. Laut der NL Times will eine Mehrheit in der Tweede Kamer die Konversionstherapie verbieten.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass junge Menschen – vor allem orthodoxe Christen – einem großen Druck ausgesetzt sind, der sie dazu zwingt, ihre nicht-heterosexuellen Neigungen zu unterdrücken. Daher würden bei Konversionstherapien selten solche Jugendlichen „behandelt“, da sie sich meist erst Anfang Zwanzig oder sogar noch später outeten. Manche religiösen Gemeinschaften glaubten zudem, Homosexualität werde von „Dämonen“ verursacht, die man austreiben müsse. Die Therapien nähmen äußerst vielfältige Erscheinungsformen an. Die Patienten begäben sich dabei aus Angst vor ihren Gefühlen großteils aus freien Stücken in Behandlung.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Polizeirazzia in Sierra Leone

Polizei durchsucht Privatparty

Nach einer Polizeirazzia bei einer Privatparty in Sierra Leone sollen rund fünfzig Schwule verhaftet worden sein, nach zwei Aktivisten wird gefahndet.
Neuer Streit um trans* Schüler

US-Regierung verklagt Schulbezirk

Die Trump-Regierung verklagt einen Schulbezirk in Kansas wegen einer queerinklusiven Regelung und beruft sich auf Elternrechte.
Mehr Hochzeiten in Brasilien

Studie belegt „Bolsonaro“-Effekt

Nach Bolsonaros Wahl 2018 heirateten gleichgeschlechtliche Paare in Brasilien deutlich häufiger – aus Sorge um ihre Rechte, so eine neue Studie.
Schweiz plant Verbot

Konversionstherapie im Fokus

Die Schweiz unterstützt ein landesweites Verbot von Konversionstherapien und will damit unterschiedliche Regeln der Kantone vereinheitlichen.
Massenverhaftung in Kamerun

Prozessauftakt heute in Douala

Bei einer Razzia in Douala in Kamerun wurden 68 Männer wegen mutmaßlicher Homosexualität festgenommen, neun von ihnen sitzen weiter in Haft.
25 Jahre nach „Bloody Pride“

Hunderte demonstrierten in Belgrad

25 Jahre nach der gewaltsamen ersten Belgrade Pride demonstrierten am Wochenende Hunderte in Serbiens Hauptstadt für LGBTIQ+-Rechte.
Große Trauer in Tucson

Tödliche Schüsse vor Schwulen-Bar

Nach einem tödlichen Hassverbrechen vor einer Schwulen-Bar in Tucson trauerten nun rund 1.000 Menschen bei einer Mahnwache um die zwei schwulen Opfer.
202 Fragen zum Aktionsplan

Forderung nach Zielen und Geld

Der LSVD+ Bayern fordert von der Staatsregierung mehr Verbindlichkeit, Geld und Beteiligung bei der Umsetzung des Aktionsplans Queer.
Neuer Kurs nach CSD-Attentat

Überarbeitung des Aufenthaltsrechts

Die Union will Ausweisungen ausländischer Straftäter erleichtern, wenn ihre Taten frauen-, queer- oder christenfeindlich motiviert sind.