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Mehr Unterstützung für ältere LGBTI*s Großbritannien will das Leben älterer LGBTI*-Menschen verbessern

Von ms - 09.06.2022 - 13:30 Uhr
Großbritannien will das Leben älterer LGBTI*-Menschen verbessern
Foto: istockphoto / NicolasMcComber
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Opening Doors, die größte britische Wohltätigkeitsorganisation, hat sich jetzt zum Ziel gesetzt, das Leben von älteren LGBTI*-Menschen deutlich zu verbessern. Oftmals würden queere und homosexuelle Menschen jenseits des 50. Lebensjahres übersehen werden oder schlicht immer mehr in Vergessenheit geraten. Opening Doors will dieser Entwicklung, die sich nach Aussagen der Organisation seit Ausbruch der Pandemie noch verschlimmert hat, gezielt entgegenwirken und bringt in einem landesweiten Projekt junge und ältere LGBTI*-Menschen zusammen.

Das Motto lautet: Raus aus der Isolation! Um dieses Ziel zu erreichen, sollen im Austausch untereinander beide Seiten voneinander profitieren. Viele junge queere Menschen würden Kraft, Rat und Hoffnung von den Älteren bekommen, während die LGBTI*-Senioren geistig angeregt würden und wieder mitten im LGBTI*-Leben stehen könnten. Exemplarisch porträtierte die Organisation gegenüber dem britischen Guardian die Freundschaft von Jo (33) und Pat (69) – bei den beiden Frauen entwickelte sich schnell eine innige Verbindung, wie Jo berichtet: "Wenn ich einen schlechten Tag hatte, hebt es meine Stimmung, Pat zu sehen, weil sie so fröhlich und unverwüstlich ist. Und wenn ich gerade mit einer Situation kämpfe, denke ich mir inzwischen: 'Was würde Pat sagen?'"

Inzwischen unterstützen auch weitere Organisationen in Großbritannien die Kampagne, beispielsweise auch der Verein Re-engage, der sich der Bekämpfung der sozialen Isolation von Menschen über 75 Jahren widmet. Nun hat der Verein einen kostenlosen Telefondienst, die Rainbow Call Companions, speziell für ältere LGBTI*-Personen eingerichtet, die mit jemandem aus ihrer Community sprechen möchten. Meryl Davies, Geschäftsführerin von Re-engage: „Viele ältere LGBTI*-Personen sehen die Isolation allzu oft als den Preis an, den sie für ihre Sexualität zahlen müssen." Dieser traurigen Stigmatisierung müsse man sich entgegenstellen. Eine kürzlich von Re-engage durchgeführte Untersuchung zeigte auf, dass ältere LGBTI*-Personen in Großbritannien eher allein leben und seltener ihre leibliche Familie sehen oder generationenübergreifende Beziehungen pflegen. Wenn dann die eigene "Wahlfamilie" schrumpfe, gleiten immer mehr queere Menschen in die Isolation ab – eine gegenseitige Unterstützung ist so nicht mehr möglich.

Jonathan Buckerfield von Opening Doors erklärt weiter: "Die Menschen, mit denen wir arbeiten, haben Jahre erlebt, in denen ihre Beziehungen kriminalisiert wurden, und ziehen sich im Alter vielleicht auch deswegen zurück, weil sie Angst vor Reaktionen von Nachbarn oder medizinischem Personal haben. Manchmal kann die Freundschaftsbeziehung der erste Schritt sein, um die Menschen wieder mit ihren Communitys zu verbinden. Ältere Menschen können isoliert sein, vor allem wenn sie in einer Langzeitbeziehung waren und ihr Partner stirbt. Es ist aber sehr wichtig, Beziehungen zu haben, in denen man sich frei entfalten kann.“ Die junge Jo freut sich inzwischen tagtäglich, dass sie die ältere Pat als gute Freundin gewonnen hat: "Meine anderen Freunde sind alle in meinem Alter, und ich habe keine lebenden Großeltern. Daher schätze ich es sehr, jemanden mit dieser Lebenserfahrung zu kennen, und die Tatsache, dass es sich dabei um eine queere Lebenserfahrung handelt, ist sogar noch bedeutsamer."

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