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LGBTI*-Hass:Schulen werden zum Nährboden Angriffe, verbale Attacken und Morddrohungen sind der Alltag

Von ms - 13.07.2022 - 16:00 Uhr
LGBTI*-Schulmitarbeiter in den USA leben in Angst
Foto: iStock / Dani VG
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Der Kulturkampf in den Vereinigten Staaten von Amerika ist in vollem Gange, bis heute wurden allein in diesem Jahr bereits rund 300 Gesetzesvorhaben landesweit verabschiedet, die sich explizit gegen LGBTI* an Schulen richten. Im Gegensatz zu grundsätzlichen Antidiskriminierungsschutzmaßnahmen sind die Schulen Sache der jeweiligen Bundesstaaten und wurden deswegen von Konservativen, homophoben Hardlinern und Republikanern als Zentrum des Schlachtfeldes auserkoren. Derzeit prominentestes Beispiel ist das “Don´t Say Gay“-Gesetz, das in Florida alle Themen rund um LGBTI* an Schulen verbietet. Andere Bundesstaaten werden höchstwahrscheinlich noch in diesem Jahr nachziehen.

Nebst den Lehrern selbst, die oftmals schlicht an die Gesetzgebung gebunden sind und im Falle eines Zuwiderhandelns mit Berufsverbot und Geldstrafen belegt werden, sind das letzte Bollwerk gegen den Hass die übergeordneten Schulbehörden, die im Namen ganzer Schulbezirke und zahlreicher Bildungseinrichtungen sprechen. Aber wie stark können oder wollen sich diese Einrichtungen und ihre Mitarbeiter wirklich für LGBTI* einsetzen? Das Victory Institute wollte es genauer wissen und startete zusammen mit der Partnerorganisation LGBTQ+ Victory Fund PAC im April eine landesweite Umfrage. Das bittere Ergebnis: Von den rund 90.000 Mitgliedern der amerikanischen Schulbehörden gehören gerade einmal 90 Personen der LGBTI*-Community an. Sie verteilen sich auf nur 28 Bundesstaaten, in den anderen 22 Bundesstaaten gibt es somit nicht einen einzigen queeren Menschen in einer Schulbehörde. Sarah Kate Ellis, die Präsidentin der landesweiten LGBTI*-Organisation GLAAD zeigte sich erschüttert von dem Ergebnis: „Nur 0,1 Prozent der Mitglieder von Schulbehörden bekennen sich als LGBTI*. Da Anti-LGBTI*-Gesetze weiterhin auf Schulen abzielen, brauchen wir viel mehr Mitglieder unserer Community in Machtpositionen. Wir können den Unterschied ausmachen, wenn es darum geht, dass LGBTI*-Schüler im Klassenzimmer Rechte haben.“

Der Großteil der 90 Mitglieder sind homosexuelle Männer und Frauen, dazu kommen sechs trans-Personen und zwei nicht-binäre Menschen. Doch selbst diese wenigen LGBTI*-Mitarbeiter schweigen immer öfter und zeigten sich in der Umfrage verängstigt. Das generelle Klima in den Vereinigten Staaten von Amerika werde immer homophober. Der Bericht beleuchtete im weiteren Verlauf konkret auch die Angriffe, denen LGBTI*-Schulbeamte regelmäßig ausgesetzt sind: Mehr als die Hälfte der Befragten wurde belästigt und beschimpft. Beinahe jeder Fünfte (17%) wurde von anderen Mitarbeitern der jeweiligen Schulbehörde angegriffen. Ein Drittel berichtete von körperlichen Bedrohungen und rund 7 Prozent erhalten regelmäßig sogar Morddrohungen. Eine Verfolgung solcher Fälle findet zumeist gar nicht erst statt, schlicht, weil zumeist aus Bigotterie heraus die Angriffe nicht ernstgenommen werden. Das Victory Institute fasst die dramatische Situation kurz und knapp so zusammen: "In vielen Fällen haben die Schulbehörden die Macht zu bestimmen, welche Rechte LGBTI*-Kinder haben - und welche nicht. Unsere Schulen sind seit diesem Jahr am Nullpunkt angekommen. Sie sind selbst der Nährboden für Anti-LGBTI*-Gewalt geworden“, so Institutspräsidentin Annise Parker.

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