Direkt zum Inhalt
Klage in Botswana
ANZEIGE

Klage in Botswana Kampf für die gleichgeschlechtliche Ehe hat begonnen

ms - 10.03.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

In Botswana hat ein lesbisches Paar rechtliche Schritte eingeleitet, um das Recht auf Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare durchzusetzen. Bonolo Selelo und Tsholofelo Kumile, die seit 2023 ein Paar sind, argumentieren, dass das derzeitige Ehegesetz diskriminierend ist und ihnen der Zugang zur Ehe verweigert wird. Im April 2025 versuchten die beiden Frauen, ihre Ehe bei einem Standesamt in der Hauptstadt Gaborone zu registrieren, doch ihr Antrag wurde abgelehnt – mit der Begründung, dass das Gesetz in Botswana keine gleichgeschlechtlichen Ehen zulasse.

Rechtliche Absicherung für alle Paare

Das Paar erklärte, dass sie durch das bestehende Gesetz nicht nur der rechtliche Schutz verweigert werde, sondern ihnen auch die Möglichkeit genommen werde, ihre Rechte und Pflichten zu wahren. Dazu zählten unter anderem wirtschaftliche Sicherheit, Erbrecht sowie das Recht, medizinische Entscheidungen füreinander zu treffen. Aus diesen Gründen reichten sie eine Klage gegen die Regierung Botswanas ein.

Der Fall wird im Juli dieses Jahres vor dem Obergericht verhandelt. Die LGBTIQ+-Organisation LEGABIBO hat dem Paar bereits ihre volle Unterstützung zugesichert. In einer Erklärung betonte die Organisation, dass es in diesem Fall um die Würde, die Gleichberechtigung und das Recht von zwei Menschen gehe, die sich lieben und sich rechtlich genauso absichern möchten wie andere Paare.

Appell für Sachlichkeit ohne Hass

LEGABIBO rief außerdem dazu auf, eine feindliche Rhetorik zu vermeiden und keine Fehlinformationen zu verbreiten. Es dürfe nicht zuzulassen, dass Angst, Hass und Vorurteile die öffentliche Debatte prägen. Der Glaube und die Kultur dürften nicht dazu genutzt werden, Menschen auszuschließen oder ihre Menschenrechte einzuschränken. Inzwischen haben bereits religiöse Gruppen vor dem Gericht demonstriert und forderten, das Anliegen des Paares abzulehnen. Sie argumentierten, es stehe im Widerspruch zu den kulturellen und religiösen Werten Botswanas, da das Land eine christliche Nation sei. Botswana legalisierte gleichgeschlechtliche Handlungen erst 2019 per Gerichtsurteil. Im Gegensatz dazu erlaubt das benachbarte Südafrika bereits seit 2006 die Ehe für alle. In rund 30 afrikanischen Staaten hingegen bleibt Homosexualität nach wie vor kriminalisiert, teilweise sogar mit der Todesstrafe belegt wie in Uganda

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eierwurf überschattet CSD

Angriffe bei Pride in Sachsen

Ein Eierwurf und weitere Störungen haben den CSD in Freiberg, Sachsen, überschattet. Die Polizei ermittelt gegen zwei Tatverdächtige.
Heated Rivalry als Fan-Treiber

Viele Frauen entdecken Eishockey

Die Zahl weiblicher Zuschauer bei den Eishockey-NHL-Playoffs hat sich fast verdreifacht. Der Grund dafür lautet wohl „Heated Rivalry“.
Too Hot to Handle

Lieber Pool statt Perfektion

Die Sommerhitze bringt an diesem Wochenende selbst die größten schwulen Klischees wieder ins Schwitzen – und macht sie dabei erstaunlich sympathisch.
Schwule Witze

Homosexuelle als Lachnummer

Eine neue YouGov-Studie zeigt: In Großbritannien wächst die Zahl der Menschen, die Witze über Homosexuelle akzeptabel finden.
Kai Wegner zieht Konsequenzen

Rückzug als CDU-Spitzenkandidat

Kai Wegner gibt die CDU-Spitzenkandidatur ab, während Stefan Evers als möglicher Nachfolger den Berliner Wahlkampf übernehmen soll.
Sex bei Heartstopper

Neuer Mut zu mehr Realität

Mit einem finalen Film endet in einer Woche „Heartstopper“ – und die Stars sprechen über Abschied, Sexszenen und die Bedeutung queerer Sichtbarkeit.
Generation Z verändert sich

Mehr Frauen queer als Männer

Eine neue Studie zeigt: Frauen der Generation Z identifizieren sich deutlich häufiger als LGBTIQ+ als Männer derselben Altersgruppe.
Klatsche für Ron DeSantis

US-Gericht stoppt "Woke"-Verbot

Ein US-Berufungsgericht stoppte jetzt Floridas „Stop Woke Act“ an Hochschulen und sieht darin eine unzulässige Machtüberschreitung.