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Coming-Out ganz nebenbei

Coming-Out ganz nebenbei Fußballer Ignacio Lago zeigt sich online mit Freund

ms - 07.04.2026 - 15:30 Uhr
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Der argentinische Profifußballer Ignacio „Nacho“ Lago (23) lebt seit rund einem Jahr offen mit seinem Freund – weitgehend bisher allerdings ohne öffentliche Resonanz. Erst nach einem entscheidenden Tor am vergangenen Wochenende rückte seine Beziehung und damit seine Homosexualität jetzt stärker in den Fokus, nachdem ein älteres Interview in sozialen Netzwerken verbreitet wurde. Im argentinischen Profifußball gibt es damit erstmals einen offen homosexuellen aktiven Spieler.

Sanftes Outing bereits 2025

Der Offensivspieler steht beim Zweitligisten Club Atlético Colón unter Vertrag, der zu den größten Vereinen in der Region Santa Fe zählt. Nach seinem Treffer zum 3:0-Endstand im Heimspiel gegen San Miguel am Wochenende interessierten sich viele Fans verstärkt für den jungen Profikicker – im Zentrum steht dabei ein Interview aus dem Jahr 2025, das Lago einem lokalen Radiosender gegeben hatte. Darin wird er mit Videobotschaften von Angehörigen überrascht – darunter auch eine seines Partners.

„Hey, Gordo!“, beginnt dieser. „Ich hoffe, dir hat die Überraschung gefallen! Ich weiß, dass deine Großeltern eine sehr wichtige Stütze in deinem Leben sind. Alles, was ich tun kann, ist, dir zu gratulieren und dir zu danken, dass du ein so großartiger Mensch bist. Du bist so professionell. Ich weiß, wie viel Einsatz du zeigst, ich weiß, dass du einen Traum hast, und ich liebe dich sehr. Ich schicke dir einen dicken Kuss und danke dir, dass du die Farben meiner Stadt verteidigst.“

Lago zeigte sich in der Aufnahme bewegt. Er erklärte, er würde seine Großmutter gerne umarmen, und scherzte über seinen Großvater, der sehr „anspruchsvoll“ sei. Zugleich wird deutlich, dass sein Partner die Videobotschaften organisiert hatte. „Ich weiß nicht, wie ich das nicht bemerkt habe“, sagte Lago und ergänzte, dass sie zusammenleben. „Das ist typisch für ihn. Er ist sehr aufmerksam und zeigt seine Zuneigung auf eine ganz besondere Weise.“

Irrationale Liebe 

Über die Beziehung selbst erklärte der Fußballer weiter: „Es ist eine irrationale Liebe. Wir leben das so, genau wie beim Fußball. Wir sind besessen, und wir versuchen, das auszudrücken, was wir fühlen.“ Das Interview wurde im Mai 2025 aufgezeichnet und zwei Monate später veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt spielte Lago bereits rund eineinhalb Jahre für Colón. Zuvor war er vom Erstligisten Talleres ausgeliehen worden, im Januar 2025 folgte die feste Verpflichtung – während er sich von einem Kreuzbandriss erholte. In der aktuellen Saison gehört Lago zu den Leistungsträgern seines Teams. In sieben Ligaspielen erzielte er bislang drei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Medienberichten zufolge steht eine Vertragsverlängerung bis zum Ende der kommenden Saison im Raum.

Neuer Umgang mit Homosexualität 

Nach Einschätzung von Beobachtern ist die öffentliche Wahrnehmung seiner Beziehung ein Novum: In Südamerika hat es bislang keinen offen homosexuellen aktiven Profi im Männerfußball gegeben. Weltweit ist die Zahl ebenfalls gering. Eine Übersicht nennt 29 Spieler im Profi- und semiprofessionellen Bereich, die sich öffentlich bekannt haben.

Aus Südamerika zählen dazu unter anderem die Brasilianer Emerson Ferretti und Richarlyson, die sich allerdings erst nach ihrer Karriere äußerten. Zwei Torhüter aus unteren Ligen – Messi aus Brasilien und Nicolás Fernández aus Argentinien – bekannten sich während ihrer aktiven Zeit. In Argentinien selbst sind bislang nur wenige offen homosexuelle Sportler in großen Teamsportarten bekannt, darunter der Basketballspieler Sebastián Vega und der Hockey-Olympiateilnehmer Nico Keenan.

Die Reaktionen auf Lagos Geschichte fallen überwiegend positiv aus. Ein Fan schrieb in sozialen Netzwerken: „Er spielt seit drei Jahren für Colón. Wir wussten es eigentlich alle. Abgesehen davon, dass er ein großartiger Mensch ist, war er immer der beste Spieler im Team.“ Auch große argentinische Medien griffen das Thema auf. Beobachter sehen in Lagos Auftreten ein mögliches Signal für mehr Offenheit im Profifußball.

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