Neues Lustzentrum beim Mann? Empfindlichste Zone für Sex mit einem Mann
Spanische Wissenschaftler haben eine bislang wenig beachtete Region am männlichen Genital als besonders empfindlich identifiziert. Lange Zeit galt die Prostata als einer der zentralen Punkt männlicher Lust, nun zeigen neuste Studien: Die höchste Dichte an Nervenbündeln befindet sich in einem kleinen Bereich auf der Unterseite des Penis, dort, wo Eichel und Schaft zusammentreffen – das sogenannte Frenular-Delta.
Neues Zentrum der Lust
Die Untersuchung der Universität Santiago de Compostela, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Andrology, belegt, dass das Frenular-Delta eine außergewöhnliche Anzahl an Nervenrezeptoren enthält. Die Forscher analysierten Gewebeproben von 30 Föten und 14 verstorbenen Erwachsenen, die ihre Körper der Forschung zur Verfügung gestellt hatten. Mikroskopische Querschnitte zeigten, dass in diesem kleinen Dreieck mehr Nervenbündel konzentriert sind als in jeder anderen Penisregion – in einigen Fällen bis zu 17 auf engstem Raum. Es ist die bislang detaillierteste neuroanatomische Untersuchung des Penis in der Geschichte der Forschung. Dieser Bereich wurde in Anatomielehrbüchern und in der chirurgischen Ausbildung bisher lange vernachlässigt.
Konzentration sexueller Empfindungen
Besondere Bedeutung kommt dabei den sogenannten Krause-Körperchen zu. Diese Sinneszellen reagieren auf kleinste Vibrationen, etwa bei Haut-auf-Haut-Kontakt, und leiten sexuelle Empfindungen weiter. Damit sei das Frenular-Delta laut den Forschern deutlich sensibler als die Eichel. „Es ist einer der angenehmsten Punkte für männliche sexuelle Stimulation“, sagte Experte Eric Chung von der University of Queensland gegenüber dem Fachmagazin New Scientist. Die Erkenntnisse könnten in Zukunft eine Neubewertung männlicher Lustpunkte und Hinweise für sexualmedizinische Beratung und Aufklärung liefern.
„Auch wenn dies für Menschen, die die Empfindungen ihres Penis während sexueller Aktivität bewusst wahrnehmen, offensichtlich erscheinen mag, bestätigt unsere Arbeit wissenschaftlich die Existenz einer anatomischen Region auf der Unterseite des Penis, die als Zentrum sexueller Empfindung dient“, schreiben die Autoren der Studie unter der Leitung von Alfonso Cepeda-Emiliani.
Umso mehr zu denken gibt den Experten, dass ausgerechnet in der dreieckigen Zone auf der Unterseite des Penis, dort, wo die Eichel in den Schaft übergeht, auch Beschneidungen von Jungen stattfinden. So kommt auch diese Untersuchung zu dem Schluss, dass jener unnötige Eingriff jenseits einer Vorhautverengung die erogenste Zone eines Mannes dauerhaft beschädigen kann. Religiöse Beschneidungen (zum Beispiel im Judentum oder Islam) sind in Deutschland unter bestimmten Bedingungen legal, ebenso medizinisch notwendige Eingriffe (Phimose).