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Kehrtwende in der Kirche
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Kehrtwende in der Kirche Der Queerbeauftragte der Bischofskonferenz fordert Gleichberechtigung

ms - 08.04.2026 - 11:00 Uhr
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Der Queerbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Ludger Schepers, hat die katholische Kirche zu einem Umdenken in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit aufgerufen. Über viele Jahrhunderte habe die Kirche patriarchale Strukturen „nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert“, sagte der Essener Weihbischof jetzt gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Menschliche Vielfalt anerkennen

Dieses Menschenbild sei nicht Ausdruck des christlichen Glaubens, sondern Ergebnis von Machtinteressen. Wer solche Strukturen heute noch verteidige, „verrät die eigene Botschaft“, betonte Schepers. Die Kirche müsse deutlich Stellung beziehen und dürfe Diskriminierung nicht tolerieren. Eine Rückkehr zu traditionellen Geschlechterrollen sei ein „Irrweg“. Und weiter: „Die Vielfalt menschlicher Identitäten – ob homo-, trans*- oder intergeschlechtlich – ist kein modernes Konstrukt, sondern Teil von Gottes Schöpfungsplan“. Wer Menschen aufgrund ihrer Identität ausschließe, handele nicht im Namen des Glaubens, sondern im Dienst einer Ideologie, die mit dem Christentum nichts zu tun habe.

Forderung nach echter Gleichberechtigung 

Schepers forderte konkrete Veränderungen: Gleichberechtigung müsse im kirchlichen Alltag sichtbar werden. Dazu zählten Angebote für Frauen, Männer und queere Menschen sowie eine Pastoral, die alle Geschlechter ernst nehme. Bestehende Projekte in einzelnen Bistümern seien zwar wichtig, reichten aber nicht aus. Ähnliche Forderungen betonte kurz vor Ostern zuletzt auch das Katholische LSBT+ Komitee

Kritisch äußerte sich Schepers auch zu Trends in sozialen Netzwerken, wie etwa den sogenannten „Tradwifes“. Die Inszenierung einer Rückkehr zur klassischen Hausfrauenrolle sei eine „künstliche Ästhetik ohne Bodenhaftung“. Dahinter stünden häufig politische Interessen, alte Rollenbilder zu stärken. Persönliche Lebensweisen würden politisch instrumentalisiert. Die Rückkehr zu festen Geschlechterrollen sei kein harmloser Trend, sondern ein Problem für Freiheit und Gleichberechtigung.

Mit seiner Sichtweise dürfte Schepers allerdings zu einer Minderheit in den eigenen Reihen gehören, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Heiner Wilmer ist kein Reformer, ebenso lehnt Papst Leo XIV. mehr Rechte für LGBTIQ+-Menschen strikt ab. Katholische Traditionalisten nannten Schepers Äußerungen indes „bizarr“ und „wirr“.

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