Direkt zum Inhalt
Kein Regenbogen in Florida
ANZEIGE

Kein Regenbogen in Florida LGBTI*-Verbände und queere Einrichtungen kritisieren die „Auslöschung“ von schwul-lesbischer Sichtbarkeit

ms - 16.09.2024 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Nachdem die offizielle Tourismus-Behörde in Florida vor wenigen Tagen im August alle LGBTI*-Themen von ihrer Webseite gelöscht hat, wird inzwischen die Kritik daran immer lauter. Diverse LGBTI*-Verbände haben zwischenzeitlich das Vorgehen scharf kritisiert, vor allem auch deswegen, weil LGBTI* als einziges Thema online komplett ausradiert worden war, alle anderen gruppenspezifischen Ansprachen blieben weiterhin online. 

Kündigung der Zusammenarbeit

Die Botschaft seitens Gouverneur Ron De Santis und seinem Don‘t Say Gay-Gesetz scheint klar: Homosexuelle und queere Menschen sind nicht mehr willkommen. Jetzt hat auch das berühmte Stonewall Museum in Fort Lauderdale Konsequenzen gezogen und jedwede weitere Zusammenarbeit mit der Tourismusbehörde von VisitFlorida beendet. 

Darüber hinaus erklärte die Direktion des Museums, die bezahlte Jahresgebühr von fast 500 US-Dollar müsse zurückbezahlt werden. Man könne das Geld an anderer Stelle deutlich besser einsetzen als bei einer Tourismusbehörde, die nichts mehr von Schwulen, Lesben und Bisexuellen wissen wolle. Zudem sei das Geld auch anderweitig inzwischen wichtig für das Museum, seitdem DeSantis auch das Budget für Kultur im Sunshine State rapide zusammengekürzt hat.  

Kein Reiseziel mehr für Homosexuelle

Florida wird so immer mehr auch abseits des berüchtigten Gesetzes zu einem Ort, den speziell Homosexuelle wohl künftig besser meiden sollten – bis vor kurzem galt gerade Miami als Hotspot der amerikanischen Gay-Community. Es bleibt fraglich, wie lange die Regenbogenflaggen am beliebten South Beach noch im Wind wehen werden. 

Die homophobe Herangehensweise zeigt indes bereits Wirkung, inzwischen geben 52 Prozent der Homosexuellen im Land an, nicht mehr nach Florida reisen zu wollen (International Gay and Lesbian Travel Association). Im letzten Jahr hatte bereits auch die Human Rights Campaign eine öffentliche Reisewarnung für den Bundesstaat ausgesprochen. Die bekannte lesbische Reisebloggerin Rachel Covello nannte das Vorgehen Floridas vor kurzem erst eine „Auslöschung“ der Gay-Community.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry als Fan-Treiber

Viele Frauen entdecken Eishockey

Die Zahl weiblicher Zuschauer bei den Eishockey-NHL-Playoffs hat sich fast verdreifacht. Der Grund dafür lautet wohl „Heated Rivalry“.
Too Hot to Handle

Lieber Pool statt Perfektion

Die Sommerhitze bringt an diesem Wochenende selbst die größten schwulen Klischees wieder ins Schwitzen – und macht sie dabei erstaunlich sympathisch.
Schwule Witze

Homosexuelle als Lachnummer

Eine neue YouGov-Studie zeigt: In Großbritannien wächst die Zahl der Menschen, die Witze über Homosexuelle akzeptabel finden.
Kai Wegner zieht Konsequenzen

Rückzug als CDU-Spitzenkandidat

Kai Wegner gibt die CDU-Spitzenkandidatur ab, während Stefan Evers als möglicher Nachfolger den Berliner Wahlkampf übernehmen soll.
Sex bei Heartstopper

Neuer Mut zu mehr Realität

Mit einem finalen Film endet in einer Woche „Heartstopper“ – und die Stars sprechen über Abschied, Sexszenen und die Bedeutung queerer Sichtbarkeit.
Generation Z verändert sich

Mehr Frauen queer als Männer

Eine neue Studie zeigt: Frauen der Generation Z identifizieren sich deutlich häufiger als LGBTIQ+ als Männer derselben Altersgruppe.
Klatsche für Ron DeSantis

US-Gericht stoppt "Woke"-Verbot

Ein US-Berufungsgericht stoppte jetzt Floridas „Stop Woke Act“ an Hochschulen und sieht darin eine unzulässige Machtüberschreitung.
Schadensersatz für Verleumdung

Schwuler US-Lehrer wehrte sich

Ein US-Gericht hat einem schwulen Lehrer und einer LGBTIQ+-Unterstützerin wegen Verleumdung mehr als eine Million Dollar Schadenersatz zugesprochen.