Direkt zum Inhalt
Impfstoff in Großbritannien
Foto: iStock / Witoon Pongsit
ANZEIGE

Impfstoff in Großbritannien Ein neuer Impfstoff soll die Gonorrhö-Fälle bei schwulen und bisexuellen Männern senken

ms - 04.08.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Heute startet in Großbritannien die Einführung des neuen Gonorrhö-Impfstoffs für schwule und bisexuelle Männer. Ziel ist es dabei, die steigenden Zahlen von Geschlechtskrankheiten wieder abzusenken. 

Impfstoff mit 40 Prozent Wirksamkeit 

Die Impfungen werden in einem ersten Schritt jenen Menschen mit dem höchsten Risiko für eine Geschlechtskrankheit (STI) angeboten, laut der Gesundheitsbehörde NHS sind das schwule und bisexuelle Männer, die in er Vergangenheit mehrere Sexualpartner hatten oder/und bereits an sexuell übertragbaren Infektionen erkrankt waren. NHS England betonte dabei, dass die Einführung weltweit einzigartig ist und geht nach seriösen Schätzungen davon aus, dass rund 100.000 Neu-Infektionen in den nächsten Jahren im Land so verhindert werden können. Auch Ärzte-Fachverbände hoffen, dass die Welle der STI-Erkrankungen dadurch gebrochen werden kann, der Impfstoff hat eine Wirksamkeit von bis zu 40 Prozent. Bekannt wurde der 4CMenB-Impfstoff als Vorbeugung vor Meningitis B bei Säuglingen, allerdings weisen die Bakterien eine große Ähnlichkeit zu Gonorrhö auf, sodass der Wirkstoff auch hier greifen kann. 

Fortschritt bei der sexuellen Gesundheit 

Richard Angell, Geschäftsführer des Terrence Higgins Trust, einer führenden Organisation für sexuelle Gesundheit im Vereinigten Königreich, sagte gegenüber der BBC: „Der Impfstoff ist eine bemerkenswerte Ergänzung unseres Instrumentariums für sexuelle Gesundheit.“ Und Dr. Amanda Doyle, nationale Direktorin für Primärversorgung und Gemeindedienste beim NHS, ergänzte: „Es ist wichtig, dass alle Berechtigten das Angebot der Sexualgesundheitsdienste in Anspruch nehmen, um einander zu schützen. Das ist ein echter Fortschritt für die sexuelle Gesundheit!“ 

Der NHS reagiert damit auch auf die Kritik, die Regierung mache zu wenig im Kampf gegen Geschlechtskrankheiten. Zuletzt hatten die Zahlen einen neuen Rekordwert erreicht, insgesamt werden in Großbritannien jährlich rund 400.000 STI-Neu-Infektionen verzeichnet, an Gonorrhö erkrankten zuletzt 85.000 Menschen binnen eines Jahres – der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 100 Jahren.

Langzeitschäden bei Gonorrhö

Gonorrhö ist eine bakterielle Infektion, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. Zu den Symptomen können Schmerzen, ungewöhnlicher Ausfluss, Entzündungen der Genitalien und Unfruchtbarkeit gehören, in einigen Fällen kann die Infektion jedoch auch völlig symptomfrei verlaufen. Auch Langzeitfolgen sind möglich, beispielsweise die reaktive Arthritis, dabei können extreme Schmerzen in den Gelenken auftreten, die zu bleibenden Schäden an Fingern und Zehen führen können. Der NHS verweist daher nebst der Impfung auch auf andere Schutzmaßnahmen wie die Benutzung von Kondomen, die PrEP sowie die DoxyPep.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Trey Cunningham selbstbewusst

Hürdenläufer mit Starpotenzial

Der schwule Sportstar Trey Cunningham beendet seine Saison mit Rekord, Modeljobs und viel Selbstbewusstsein – und hat bereits Olympia 2028 im Blick.
Kerle in besonderer Tracht

Lederhose, Lust und Lebensfreude

September ist Oktoberfestzeit. Für schwule Jungs liegt dabei eine besondere Faszination bei Männern in Lederhosen. Doch warum eigentlich?
Netflix und LGBTIQ+

Die zehn erfolgreichsten Serien

Netflix' meistgesehene Serien zeigen viele LGBTIQ+-Figuren und Geschichten – an der Spitze steht ein sexy Werwolf mit rund 252 Millionen Aufrufen.
Mordversuch mit Bierflasche

Junger Mann in Minnesota attackiert

Ein Mann aus Minnesota wurde mit einer zerbrochenen Bierflasche attackiert und schwer verletzt, weil sein Angreifer ihn fälschlich für schwul hielt.
Nationale Krise auf Fidschi

Massiv steigende HIV-Zahlen

Der Staat Fidschi reagiert auf stark steigende HIV-Zahlen mit einem nationalen Notstand und will Tests, Prävention und Behandlung ausweiten.
Suizide in der EU

Männer deutlich häufiger betroffen

Die Suizidrate in der EU sinkt langsam, doch Männer und sexuelle Minderheiten bleiben besonders stark betroffen, insbesondere in Deutschland.
Kritik an Bundesregierung

LSVD+ betont fehlenden Schutz

Der LSVD+ kritisiert fehlende Maßnahmen der Bundesregierung gegen Queerfeindlichkeit und fordert mehr Beteiligung der queeren Zivilgesellschaft.
Demonstrationen für LGBTIQ+

Proteste vor türkischen Botschaften

Proteste heute vor Botschaften: Internationale Organisationen und Regierungsvertreter kritisieren die Einschränkungen gegen LGBTIQ+ in der Türkei.
Brutaler Überfall in Berlin

Junger Schwuler attackiert

Ein 26-jähriger schwuler Mann wurde in Berlin angegriffen und beraubt, nachdem ein Unbekannter nach seiner sexuellen Orientierung gefragt hatte.