Direkt zum Inhalt

Impfung gegen Gonorrhoe In Großbritannien soll der neue Impfstoff nur an schwule und bisexuelle, sexuell aktive Männer vergeben werden

Von ms - 21.05.2025 - 16:00 Uhr
Impfung gegen Gonorrhoe
Foto: iStock / Nuttawan Jayawan
ANZEIGE
Loading audio player...

Es ist eine kleine Revolution: Der englische Gesundheitsdienst NHS führt im August dieses Jahres eine Impfung gegen Gonorrhöe speziell für schwule und bisexuelle Männer mit mehreren Sexualpartnern ein. Erklärtes Ziel ist es dabei, den weiteren Anstieg von Infektionen und Geschlechtskrankheiten (STI) auf der Insel zu bekämpfen. Großbritannien ist weltweit das erste Land, dass eine solche Impfung jetzt einführen wird.

100.000 Neu-Infektionen verhindern

Anrecht auf die Impfung haben allerdings vorerst nicht pauschal alle Interessenten, man wolle sich auf schwule und bisexuelle Männer mit mehreren Sexualpartnern konzentrieren sowie auf jene männlichen Homosexuellen, die bereits in der Vergangenheit eine Geschlechtskrankheit hatten. Ursprünglich wurde der Impfstoff zur Bekämpfung des eng verwandten Bakteriums Meningitis B entwickelt. Während der Entwicklungszeit stellte sich heraus, dass die Substanz die Ansteckung mit Gonorrhöe in rund 40 Prozent aller Fälle entgegenwirken kann. Laut einer Analyse des Imperial College in London wird davon ausgegangen, dass der neue Impfstoff 100.000 Neu-Infektionen verhindern kann.  

Rekordzahlen bei STI 

Der NHS reagiert damit auch auf die Kritik an der Behörde, die zuletzt mehrfach laut wurde, nachdem die STI-Infektionszahlen einen neuen Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1918 erreicht hatten – insgesamt werden derzeit im Vereinigten Königreich Jahr für Jahr rund 400.000 Neu-Infektionen verzeichnet. Das schottische Gesundheitsamt prüft derzeit die Einführung eines eigenen Impfprogramms für Personen, die ein hohes Risiko für eine Geschlechtskrankheit haben.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“WDRComing-Out-Days: Queeres Leben auf dem LandWDRDüsseldorfer spricht über Coming-out und Identitätder FreitagTürkischer Exil-Autor Barbaros Altuğ: „Ich stand dort plötzlich wie der Hauptangeklagte“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Queere Vielfalt im Tierreich

Wenn Widder auf Widder stehen

Manche Widder bevorzugen andere Männchen. Gleichgeschlechtliches Verhalten ist weit verbreitet – was Studien zeigen und wo Vergleiche hinken.
Ältere Brüder, schwule Söhne?

Was die Forschung wirklich zeigt

Ältere Brüder und schwule Söhne: Studien finden Zusammenhänge. Doch die Ursache ist nicht bewiesen – und die Statistik bleibt umstritten.
Dresden holt den EuroPride

Rückkehr nach 25 Jahren

Dresden richtet den EuroPride 2029 aus. Nach 25 Jahren kehrt das europäische Pride-Event nach Deutschland zurück. Das Motto setzt auf Brücken.
Streit um Pornoseiten

Sperren vorerst gestoppt

Pornhub und YouPorn müssen vorerst nicht gesperrt werden. Das OVG NRW verweist auf EU-Recht. Der Streit um wirksamen Jugendschutz geht weiter.
Empörung auf Bestellung

Ragebait ist Jugendwort 2026

„Ragebait“ ist das Jugendwort 2026. Was der Begriff bedeutet, warum Provokation Reichweite bringt und was die LGBTIQ+-Community daraus lernen kann.
Warnung von Andrew Scott

Kein Vergessen der Aids-Krise

Der schwule Schauspieler Andrew Scott fordert, die Aids-Krise nicht zu vergessen. Sein neuer Film „Elsinore“ erinnert an jene Zeit.
Schwuler Politiker wehrt sich

BDSM-Fotos sorgen für Wirbel

Alte BDSM-Fotos bringen den schwulen US-Politiker Chris Gallant in die Schlagzeilen. Doch der Kongresskandidat denkt nicht an Rückzug.
Coming-Out bleibt ein Tabu

Schwule Profis schweigen weiter

Thomas Hitzlsperger sieht kleine Fortschritte gegen Homophobie im Fußball. Doch viele schwule Profis fürchten ein Coming-Out selbst nach Karriereende.
Schutz für queere Jugendliche

Mamdani finanziert trans* Medizin

New York stellt neun Millionen Dollar für die Behandlung trans* Jugendlicher bereit, nachdem mehrere Kliniken ihre Angebote eingestellt haben.