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Hasskriminalität in Berlin Die Polizei bestätigte jetzt Daten von Senat und Maneo: Ein offizieller Anstieg von Gewalt gegen LGBTI* um rund 27 Prozent!

Von ms - 02.08.2024 - 11:00 Uhr
Hasskriminalität in Berlin
Foto: iStock / globalmoments
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Nachdem im Mai bereits der Berliner Senat erste Details zu LGBTI*-feindlichen Straftaten in der Regenbogenhauptstadt präsentiert hatte, konkretisierte jetzt die Polizei noch einmal die aktuelle Situation in der sogenannten „Lagedarstellung“ zur politisch motivierten Kriminalität. Das Fazit: In Berlin kam es noch nie zu so vielen Fällen von Hasskriminalität wie im Jahr 2023. 

Dramatischer Anstieg der Angriffe

Ebenso bereits zuvor hatte die Beratungsstelle Maneo festgehalten, dass der Einrichtung insgesamt 1.014 Angriffe im Jahr 2023 zugetragen worden sind. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Körperverletzungen, Beleidigungen, Nötigung und Gewalt – die Angriffe haben damit bei Maneo um 29 Prozent binnen eines Jahres zugelegt. 

Ähnlich düster sehen die offiziellen Zahlen der Polizei aus: Demnach wurden 690 Taten gegen die „sexuelle Orientierung“ und gegen die „geschlechtsbezogene Diversität“ festgehalten, 148 Fälle mehr als das Jahr zuvor – auch hier ein Anstieg von über 27 Prozent. Binnen von einem Jahrzehnt sind die Fallzahlen achtmal so hoch wie noch im Jahr 2014. 

Besonders bedenklich bleibt dabei, dass sich sowohl Maneo, wie auch die Berliner Polizei sicher dabei sind, dass der allergrößte Teil der Angriffe gar nicht erst angezeigt wird – die Rede ist von rund 90 Prozent. Das bestätigen auch die neusten Daten der Europäischen Grundwerteagentur. Davon ausgehend kommt es in Berlin realistisch geschätzt zu rund 19 Attacken auf Homosexuelle und queere Menschen jeden Tag.

Dreiviertel der Opfer sind schwul 

Die deutliche Mehrheit der Opfer (71,3%) sind dabei schwule und bisexuelle Männer, weitere 26 Prozent sind lesbische oder bisexuelle Frauen. 3,3 Prozent der Straftaten entfallen auf queere Personen. 

Der Großteil der ermittelten Tatverdächtigen sind junge Männer, insgesamt 87 Prozent. Weitere Details zur Motivation der Täter sind nicht bekannt. Seit 2022 darf die Berliner Polizei auch keine Herkunftsdaten unter 21-jähriger Tatverdächtiger mehr dokumentieren. Zu den gefährlichen Bezirken für Homosexuelle und queere Menschen gehören dabei weit an der Spitze Berlin Mitte, gefolgt vom schwul-lesbischen Kiez Tempelhof-Schönberg. Darauf folgt im Negativ-Ranking Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Willmersdorf sowie Neukölln.

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