Direkt zum Inhalt
Hass-Kampagne in der Türkei
ANZEIGE

Hass-Kampagne in der Türkei Neuer Schlag gegen die Community seitens Präsident Erdoğan

ms - 24.07.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Zu Beginn dieses Jahres hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan das „Jahr der Familie“ ausgerufen und attackiert seitdem verstärkt die LGBTIQ+-Community und ihre "perversen Ideologien". Die Polizeigewalt hat massiv zugenommen und aktuell arbeitet die Regierung an einem neuen Anti-LGBTIQ+-Gesetz, das für Homosexuelle Haftstrafen von bis zu 16 Jahren vorsieht. Nun erfolgt der nächste Angriff auf die Community: Mit einer perfiden Befragung der türkischen Bevölkerung will die Regierung den Hass auf LGBTIQ+ weiter befeuern. 

Heimtückische Volksbefragung

Türken und Türkinnen sind dazu angehalten, an einer landesweiten Umfrage mit Multiple-Choice-Fragen teilzunehmen, die größtenteils so formuliert wurden, dass sie den sozialen Hass und Misstrauen gegen LGBTIQ+-Menschen weiter schüren sollen, herausgegeben von Cimer, dem Kommunikationszentrum des Präsidenten. 

Zwei Beispiele: Auf die Frage, welche öffentlichen Maßnahmen zum „Schutz der Familie” erforderlich sind, werden als Antwortmöglichkeiten mehrere Aussagen angeboten, die in der Forderung bündeln: Kampf gegen LGBTIQ+-Personen. Noch deutlicher fallen die Antworten bei der Frage „Was schadet der Institution Familie am meisten?“ aus: Unter den Antworten findet sich „die Globalisierung von Gender-Aktivitäten“ sowie anderenorts die „LGBTIQ+-Bewegung“. 

Löschung von queerer Organisation 

Parallel zur neuen Befragung hat die Regierung jetzt auch die Homepage und das X-Profil der Organisation Kaos GL gesperrt, der letzte verbliebende LGBTIQ+-Verein in der Türkei. Die meisten Inhalte wurden offenbar zudem gelöscht. Die Direktorin des queeren Verbandes, Yıldız Tar, sowie sechs Journalisten wurden im gleichen Zeitraum verhaftet und im Schnellverfahren wegen angeblicher Pressedelikte verurteilt. 

Tar ist inzwischen wieder frei und erklärte zu den jüngsten Vorgängen in der Türkei: „Queere Menschen werden immer mehr zur Zielscheibe! Aber ihr werdet uns nicht mit Zensur auslöschen können!“ Mutig und lautstark ging die Community in diesem Jahr auch beim erneut verbotenen Istanbul Pride Ende Juni auf die Straße und forderte mehr Rechte ein, über 50 Demonstranten wurden von der Polizei festgenommen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

CSD-Attentäter erschossen

SEK stellt Täter in Spandau

Die Polizei in Berlin hat den mutmaßlichen Attentäter des CSD Berlin gefasst. Nach rbb-Informationen wurde der 21-Jährige in Spandau erschossen.
Reaktionen auf Amokfahrt

Entsetzen in der Community

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD läuft die Fahndung. Politik und Community reagieren mit Entsetzen.
Anschlag auf CSD Berlin

Eine Tote, mehrere Schwerverletzte

Bei einer Amokfahrt beim CSD in Berlin starb eine Frau, mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein Islamist.
CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.