Direkt zum Inhalt
Ungleichheiten im Job
ANZEIGE

Ungleichheiten im Job Angstzustände unter LGBTIQ+-Menschen im Berufsleben

ms - 27.02.2026 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Die britische LGBTIQ+-Organisation Queerwell warnte jetzt vor strukturellen Ungleichheiten bei der psychischen Gesundheit von queeren Menschen im Job und hat ein neues Programm für den Arbeitsplatz vorgestellt.

Angstzustände bei jedem Zweiten

Der jetzt veröffentlichte Bericht „LGBTQIA+ Mental Health: Disparities, Barriers, and Interventions“ dokumentiert das Ausmaß von Depressionen, Angststörungen, selbstschädigendem Verhalten und Suizidgedanken in der LGBTIQ+-Community. Die Studie stützt sich auf britische und internationale Daten, auch aus Deutschland. Laut Queerwell entstehen schlechtere psychische Gesundheitswerte nicht durch die Identität selbst, sondern durch Stigmatisierung, Diskriminierung und soziale Ausgrenzung.

Mehr als die Hälfte der LGBTIQ+-Menschen im Vereinigten Königreich berichtet demnach jährlich über Symptome von Angstzuständen oder Depressionen. Besonders betroffen sind trans* und nicht-binäre Personen, bisexuelle Personen sowie junge Menschen. Hinzu kommen lange Wartezeiten, fehlende kulturelle Kompetenz im Gesundheitssystem und unsichere Umgebungen als zentrale Hindernisse für Unterstützung. „Unsere Studienergebnisse fordern dazu auf, über bloße symbolische Inklusion hinauszugehen und echte Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte Tim Spoor, Geschäftsführer von Queerwell.

Ungleichheiten sind vermeidbar 

Dr. Alessandro De Arcangelis, Autor des Berichts, betonte außerdem: „Dieser Bericht macht deutlich, dass Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit von LGBTIQ+ nicht unvermeidbar sind – sie sind strukturell. Dort, wo Organisationen in inklusive Kulturen, unterstützende Angebote und frühe Intervention investieren, verbessern sich die Ergebnisse für die psychische Gesundheit.“

Das neue Programm „Wellness in the Workspace“ richtet sich an Arbeitgeber und Bildungseinrichtungen. Ziel ist es dabei, die Forschungsergebnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen, psychologisch sichere Umgebungen zu schaffen, Minderheitenstress zu reduzieren und präventionsorientierte Strategien für das Wohlbefinden zu etablieren. „Arbeitsplätze können die psychische Gesundheit entweder schützen oder untergraben“, so Spoor. „Es geht darum, Menschen zu ermöglichen, zu gedeihen, nicht nur zu überleben.“

Queerwell hofft, dass das Programm Organisationen zu langfristigem kulturellem Wandel bewegt. Die Wohltätigkeitsorganisation betont, dass proaktive Unterstützung und wirklich inklusive Richtlinien entscheidend seien, um die Lücke bei der psychischen Gesundheit von LGBTIQ+-Menschen zu schließen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Allein in der Wohnung

Queere Menschen häufig betroffen

Rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen.
Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.
„Benedictwink“ geht viral

Vom Papst zum Internet-Schwarm

Ein Jugendfoto von Benedikt XVI. sorgt online für schwule Begeisterung – und lenkt den Blick auf seine umstrittene Vergangenheit.
Pride als UNESCO-Kulturerbe

Petition soll Idee vorantreiben

Die Pride-Bewegung soll als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden, fordert jetzt auch eine Petition, nominiert von den Niederlanden.
Jetten warnt vor Rückschritten

Niederlande sehen neue Spannungen

Der niederländische Premierminister Rob Jetten warnt vor schwindender LGBTIQ+-Akzeptanz unter jungen Menschen und fordert mehr Engagement.
HIV-Wissen für die Polizei

Aktion in Großbritannien

Ein Londoner Polizist will mit HIV-Schulungen Vorurteile abbauen und setzt sich für verpflichtende Aufklärung bei der britischen Polizei ein.