Direkt zum Inhalt
Fahndung nach Poppers

Fahndung nach Poppers Razzien und Beschlagnahmung bei US-Anbietern

ms - 17.03.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Die US-Drogenfahndung, die US Food and Drug Administration (FDA), geht nach Angaben mehrerer Hersteller der sexpositiven Partydroge Poppers nun verstärkt gegen den Verkauf und die Nutzung der Amylnitrit-Fläschchen vor. In mindestens einem Fall wurde nach der Durchsuchung und Beschlagnahmung bei einem Unternehmen der Betrieb von der FDA sogar ganz eingestellt.  

„Halb legale“ Sex-Droge

Die Inhalationsdroge ist in den USA ähnlich wie in Deutschland im Umfeld von Partys sowie bei sexuellen Aktivitäten wie Analverkehr unter schwulen und bisexuellen Männern besonders beliebt, kann aber auch zu Kopfschmerzen, Herzrasen, Sehstörungen und Schwindel führen. In den USA wird die Substanz über eine Gesetzeslücke in Lebensmittelgeschäften verkauft. In Deutschland ist der Besitz von Poppers legal, nicht aber der Kauf, Verkauf oder Handel. Zumeist werden Poppers trotzdem in eingängigen Läden unter der Hand verkauft oder online über entsprechende Shops erworben, die die Droge unter Angabe falscher Verwendungszwecke beispielsweise als „Zimmerduft“ verkaufen. 

Angriff auf die sexpositive Community?

Warum die US-Regierung nun offenbar verstärkt gegen Poppers vorgeht, ist unklar. Manche aus der sexpositiven Community sehen darin eine gezielte Aktion durch die Trump-Administration und dem neuen US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. – eine offizielle Bestätigung dieser Einschätzung gibt es nicht. Die FDA selbst erklärte auf Rückfrage, dass sich die Behörde grundsätzlich nicht zu möglichen strafrechtlichen Ermittlungen äußert. Bereits 2021 warnte die FDA allerdings vor Poppers und betonte, eine „Zunahme von Berichten über Todesfälle und Krankenhausaufenthalte mit Problemen wie starken Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhter Körpertemperatur, Atembeschwerden, extremem Blutdruckabfall, Blutsauerstoffproblemen und Hirntod nach der Einnahme oder Inhalation von Nitrit-Poppers“ beobachtet zu haben. 

Verunsicherung unter Schwulen und Bisexuellen

Eine US-Studie aus dem Jahr 2020 stellte fest, dass 35 Prozent der schwulen Amerikaner Poppers konsumieren, in der schwulen und bisexuellen Clubszene sind es demnach sogar 46 Prozent. Die Nachricht über die jüngsten Razzien sorgten daher nun für Aufsehen in der schwulen Community, aber auch für einige selbstironische Kommentare online. Mit Blick auf die Tatsache, dass vor allem passive schwule Sexualpartner die Droge gerne zur Entspannung beim Sex verwenden, schrieb ein User: „Vergesst den ersten Sturm aufs Kapitol! Jetzt werden die Bottoms die Hauptstadt erstürmen!“  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kampf gegen K.o.-Tropfen

Härtere Strafen angedacht

K.o.-Tropfen kommen noch immer vielerorts zum Einsatz, auch in der schwulen Community. Die Bundesregierung will den Einsatz nun härter bestrafen.
Neue Infektionen in Berlin

Bakterium in schwuler Community

In Berlin wurden vermehrt Infektionen mit einem seltenen Bakterium verzeichnet, betroffen sind hauptsächlich schwule sexpositive Männer.
Schießerei in LGBTIQ+-Zentrum

Verdächtige in Memphis inhaftiert

Bei einer Schießerei in einem queeren Zentrum in Memphis wurde eine Frau lebensgefährlich verletzt, die Polizei hat eine Tatverdächtige festgenommen.
Hilfe für queere Obdachlose

Drei Millionen US-Dollar Spenden

Mit einer Benefizgala sammelte das New Yorker Ali Forney Center drei Millionen US-Dollar an Spenden für obdachlose Jugendliche in den USA ein.
Polen setzt EuGH-Urteil um

Anerkennung ausländischer Ehen

Polen wird das EuGH-Urteil umsetzen und homosexuelle Ehen, die im Ausland geschlossen worden sind, rechtlich anerkennen.
Historisches Urteil in Italien

Kind mit drei Eltern bestätigt

In Italien sorgt ein historisches Urteil für Schlagzeilen: Ein Gericht bestätigte die Elternschaft von zwei schwulen Vätern und der leiblichen Mutter.
Iran fordert Flaggen-Verbot

Keine Pride-Fahnen bei der WM

Der Iran hat von der FIFA jetzt gefordert, ein Verbot von Pride-Flaggen während der Fußball-Weltmeisterschaft auszusprechen.
Jason Collins ist tot

NBA-Star verliert Kampf gegen Krebs

Er kämpfte wie ein Löwe und unterlag jetzt zuletzt trotzdem dem Krebs: Der erste offen schwule NBA-Star Jason Collins starb mit 47 Jahren.
Viel Gewalt in Berlin

Rekordniveau der Attacken

Die Attacken gegenüber queeren Menschen bleiben in Berlin auf Rekordniveau, für 2025 meldete die Beratungsstelle Maneo über 700 gemeldete Fälle.