Direkt zum Inhalt
Enttäuschung in Rom

Enttäuschung in Rom Papst Leo XIV. bekräftigte seine Einstellung zu Homosexuellen und Regenbogenfamilien

ms - 19.05.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Große Enttäuschung bei LGBTIQ+-Katholiken: Bisher waren die Hoffnungen vielerorts groß, dass der neue Papst Leo XIV. weitere Schritte auf die Community zumachen wird, seine neusten Äußerungen indes lassen befürchten, dass dem nicht so ist – bestenfalls geht wahrscheinlich der Zick-Zack-Kurs von seinem Vorgänger Papst Franziskus weiter. Am gestrigen Sonntag wurde Leo XIV. vor rund 200.000 Menschen in Rom in sein Amt eingeführt.  

Homosexuelle „wider die Natur“

In seiner Rede vor rund einhundert Vertretern des diplomatischen Korps des Vatikans erklärte er vorab, dass die Familie weiterhin nur „auf einer stabilen Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau“ beruhe, so Vatikan News. Außerdem bekräftigte er, dass gleichgeschlechtliche Handlungen nach der Lehre der römisch-katholischen Kirche weiterhin „wider die Natur“ seien. Damit unterstrich Leo XIV. Äußerungen, die er bereits vor rund 13 Jahren getätigt hatte – damals kritisierte er ebenso den „homosexuellen Lebensstil“ und entsagte Regenbogenfamilien ihre Daseinsberechtigung. Außerdem ermahnte er Medien, nicht über Homosexuelle oder queere Menschen zu berichten und so für ihre Art zu Leben zu „werben“.

Weiterentwicklung der katholischen Lehre?

Gleichzeitig erklärte der Pontifex allerdings jetzt auch, dass LGBTIQ+-Katholiken grundsätzlich in der Kirche willkommen seien. Damit dürfte Leo XIV. offenbar den gleichen Weg einschlagen wie sein Vorgänger, auch Franziskus hatte vielerorts in der Community für Ernüchterung und Enttäuschung gesorgt, weil er verbal zwar mehrfach Schwulen, Lesben und queeren Menschen die Hand reichte, kurz darauf ihr Leben aber erneut als Sünde definierte. Queere Verbände hoffen indes noch weiter, dass das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken zum Brückenbauer für die Community werden könnte – die Chancen dafür sind indes weiter gesunken.  

Markus Gutfleisch, Co-Sprecher des katholischen LSBT+ Komitees sagte gegenüber der BILD-Zeitung: „Papst Leo muss in seinen Ansprachen auch eine Botschaft für queere Katholiken haben. Denn selbstverständlich werden in lesbischen und schwulen Partnerschaften und Regenbogenfamilien Liebe, Treue, Verantwortung und Fürsorge genau nach dem christlichen Menschenbild gelebt. Wir erwarten vom Papst, dass er eine Weiterentwicklung der katholischen Lehre anstößt, um Diskriminierungen von queeren Menschen endlich aufzuheben.“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Streitdebatte um schwule Apps

Kostenexplosion bei Nutzern

Immer mehr Nutzer von schwulen Apps wie Grindr sind sauer. Die Angebote werden immer teurer, während die Konzerne 2026 große Gewinne einfahren.
Festnahmewelle im Senegal

Inhaftierung wegen Homosexualität

Die Lage für Homosexuelle im Senegal verschlechtert sich dramatisch seit der Verschärfung der Strafen, über 100 Menschen wurde seit März festgenommen.
Festnahme von Republikaner

Sexualdelikte gegen Minderjährige

Der Jugend-Vorsitzende der Repulikanischen Partei in Colorado wurde wegen des Verdachts auf Sexualdelikte gegen Minderjährige festgenommen.
Mutiges Vorbild Clavin Brown

Cheerleader bei US-Basketballclub

Als Cheerleader und Tänzer hat Clavin Brown eine neue Heimat beim US-Basketballclub Atlanta Hawks gefunden und wird damit zum Vorbild für viele.
Polizei und LGBTIQ+

Zusammenarbeit ist wichtig

Je besser Polizei und LGBTIQ+ zusammenarbeiten, desto stärker das Vertrauen in die Behörden. Zu diesem Schluss kommt eine neue US-Studie.
QueerSafe Berlin

Neue Fachstelle in Brandenburg

Mit der neuen Fachstelle „QueerSafe Berlin“ will der LSVD+ Berlin-Brandenburg verstärkt ab Juli gegen digitale Gewalt vorgehen und Opfern helfen.
Festnahme früherer Ex-Gay-Chef

US-Prediger tappt in Polizei-Falle

Der einstige Ex-Gay-Chef von Exodus International Alan Chambers wurde in Florida nach Sex-Chats mit einem vermeintlich 14-Jährigen festgenommen.
Anklage nach Mord in Seattle

Junge trans* Studentin ermordet

Ermittlungserfolg in Seattle: Im Mordfall einer 19-jährigen trans* Studentin ist nun ein 31-jähriger Tatverdächtiger angeklagt worden.
Aids Walk in New York

1,7 Millionen US-Dollar Spenden

Beim 41. AIDS Walk in New York haben rund 10.000 Menschen teilgenommen, dabei wurde die Rekordsumme von 1,7 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt.