Direkt zum Inhalt

Ehrung im Fall Samuel Luiz Besondere Ehrung für zwei Migranten, die dem schwulen Luiz in der spanischen Horrornacht als einzige zur Hilfe eilten

Von ms - 03.03.2025 - 15:00 Uhr
Ehrung im Fall Samuel Luiz
Foto: Concello Coruna
ANZEIGE
Loading audio player...

Heilung in kleinen Schritten: Noch immer ist die spanische LGBTIQ+-Community geschockt über den grausamen Mord an dem 24-jährigen schwulen Altenpfleger Samuel Luiz, der 2021 von einem gewalttätigen Mob durch die Straßen der nordspanischen Stadt A Coruna gejagt und zu Tode geprügelt worden ist. Ende letzten Jahres wurden die Täter vor Gericht für schuldig gesprochen, im Januar 2025 verhängten die Richter Haftstrafen zwischen 20 und 24 Jahren. 

Mutiger Einsatz vor dem Nachtclub

Nun wurde ein weiterer Schritt unternommen, um die kollektive Verletzung der Community wenigstens ein Stück weit zu heilen: Luiz war damals in mehreren Etappen von dem Lynchmob angegriffen worden. Bei der ersten Attacke noch in der Nähe des Nachtclubs, wo die Situation eskalierte, eilten dem jungen Mann zwei mutige Migranten zur Hilfe und verteidigten den 24-Jährigen. Das Besondere: Die beiden Männer Ibrahima Diack und Magatte N'Diaye sollten eigentlich abgeschoben werden. Durch ihren mutigen Einsatz riskierten die zwei Einwanderer ohne Papiere aus dem Senegal, verhaftet und abgeschoben zu werden. Sie reagierten trotzdem und sprangen Luiz zur Seite. 

Adoptivsöhne der Stadt

In einem ersten Schritt der Dankbarkeit für ihr Eingreifen zog die Stadt daraufhin die Abschiebebefehle zurück und ermöglichte beiden Männern eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Nun wurde ihnen eine besondere Ehre zu teil: In einer feierlichen Zeremonie wurden Diack und N'Diaye zu „Adoptivsöhne der Stadt“ ernannt. Bürgermeisterin Inés Rey betonte: „Ibrahima und Magatte haben reinen Altruismus bewiesen. Die Stadt Coruna wird ihnen auf ewig dankbar sein, sie werden auf immer ein Teil der Stadtgeschichte sein.“

Heldenmut angesichts purer Grausamkeit 

Zudem betonte Rey allerdings nachdenklich auch: „Dass zwei Migranten ohne Papiere die einzigen waren, die sich körperlich in Gefahr begaben, um dem Opfer einer nach Grausamkeit dürstenden Meute zu helfen, gibt viel Stoff zum Nachdenken und eine Reihe von Lektionen.“ Wäre es bei diesem ersten Angriff geblieben, hätte Luiz die Nacht überlebt. Der Haupttäter kam allerdings Minuten später mit einer Meute von zwölf Leuten zurück und begann abermals, Jagd auf Luiz zu machen. Sie prügelten den jungen schwulen Mann schlussendlich zu Tode und ließen ihn sterbend am Straßenrand zurück. 

N'Diaye erklärte bei der Zeremonie: „Wir sind keine Helden, wir haben getan, was wir tun mussten.“ Und Diack ergänzte: „Ich wurde in eine Familie hineingeboren, die nicht viel hatte. Aber sie gaben mir viele Dinge mit, die wertvoller sind als Geld. Sie haben mir Respekt, Bildung und vor allem Werte vermittelt.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

ntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzSüddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontFalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sexszenen bei Heated Rivalry

Dreharbeiten und Proben laufen

Die Vorbereitungen für „Heated Rivalry“ Staffel 2 laufen. Regisseur Jacob Tierney spricht über Sexszenen, Nacktheit und den Schutz seiner Stars.
Heiße Sportstars

Besondere Nominierungen

Bei Grindrs Jahreswahl „Unwrapped 2026“ konkurrieren Fußballstars, Tennisprofi Carlos Alcaraz und Olympiasiegerin Alysa Liu um besondere Titel.
„Black Doves“ kehrt zurück

Netflix setzt Spionagethriller fort

Ab 5. November läuft die zweite Staffel von „Black Doves“ auf Netflix. Ben Whishaw kehrt als schwuler Auftragskiller mit bewegter Vergangenheit zurück
Ehemann ist schwul: Frau klagt

50.000 Euro Schadensersatz?

Eine Italienerin fordert 50.000 Euro von ihrem schwulen Ex-Mann, weil ihr Kinderwunsch unerfüllt blieb. Das Gericht entscheidet nicht über die Klage.
Queere Jugend macht Politik

Mit 16 schon mitbestimmen

Die US-Initiative „Queer the Ballot“ zeigt LGBTIQ+-Jugendlichen, wie sie politische Entscheidungen beeinflussen können – auch ohne Wahlrecht.
Ein Vorbild nimmt Abschied

Basketballstar beendet Karriere

Der offen schwule Basketballprofi Isaac Humphries beendet mit 28 Jahren seine Karriere. Sein Coming-Out bezeichnet er als seinen stolzesten Moment.
Spendenboom bei Gallant

350.000 Dollar nach Enthüllung

Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos erhält der schwule US-Demokrat Chris Gallant mehr als 350.000 Dollar Spenden und übertrifft seinen Rivalen.
Russland fahndet nach Reporter

Schwuler Journalist auf der Flucht

Russland geht zunehmend gegen homosexuelle Journalisten vor. Der geflüchtete Vadim Vaganov berichtet über staatliche Verfolgung und Einschüchterung.
Hoffnung für Jugendliche

Unterstützung senkt Suizidrisiken

Eine US-Langzeitstudie zeigt: Trotz zunehmender Diskriminierung gehen Selbstverletzungen und Suizidversuche bei LGBTIQ+-Jugendlichen zurück.