Direkt zum Inhalt
Bundestagswahl 2025
ANZEIGE

Bundestagswahl 2025 Amnesty International fordert von einer neuen Regierung die Stärkung der Menschenrechte und mehr Schutz für LGBTI*

ms - 09.01.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Die weltweit größte Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat jetzt mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl am 23. Februar dieses Jahres betont, wie verunsichert viele Menschen in diesen Tagen sind, während gleichzeitig die Fälle von Hasskriminalität massiv zunehmen. Die Organisation warnt davor, gewisse Menschengruppen wie beispielsweise die LGBTI*-Community in den kommenden Wochen während des Wahlkampfes zu Sündenböcken zu machen. 

LGBTI* als Sündenböcke 

Die Probleme in Deutschland wie auch weltweit würden dabei immer mehr zunehmen, von der Klimakrise über die Migration bis hin zu Ungleichheiten oder auch Schwierigkeiten bei der Digitalisierung. „Weltweit profitieren davon politische Kräfte, die auf komplexe Probleme einfache Antworten geben, die Sündenböcke präsentieren und Menschen gegeneinander in Stellung bringen. Sie propagieren ein Gesellschaftsbild, das Menschen nicht als gleich und gleichwertig betrachtet, sondern bestimmte Gruppen herabsetzt und pauschal für gesellschaftliche Probleme verantwortlich macht“, so Amnesty. 

Politische Verantwortung im Wahlkampf 

Dabei warnt der Verein davor, dass die Herabsetzung von Minderheiten wie Homosexuelle oder queere Menschen oftmals nicht von verbaler Natur bleibt: „Viel zu oft werden aus Worten Taten: Hasskriminalität nimmt in allen Bereichen zu.“ So gebe es schon jetzt Höchststände bei sexualisierter, häuslicher und digitaler Gewalt. „Wer politische Verantwortung trägt, muss sich zu den Menschenrechten bekennen und auf spalterische Rhetorik verzichten. Studien haben eindeutig bewiesen, dass politische Kräfte, die Hass und Ausgrenzung propagieren, gestärkt werden, wenn demokratische Parteien deren Erzählungen aufgreifen. Ideologien der Ungleichheit und menschenverachtende Positionen werden auf diese Weise normalisiert und in die Breite der Gesellschaft getragen. Dies führt dazu, dass die menschenrechtlichen Fundamente unseres Rechtsstaats ausgehöhlt werden“, betont die Organisation daher weiter. 

Menschenrechte als Grundlage

Mit einer Mahnung richtet sich Amnesty International daher auch an die künftige Regierung in Deutschland: „Menschenrechte müssen Grundlage und Kompass der nächsten Bundesregierung sein – auch und gerade jetzt: Niemand lebt sicherer, wenn Deutschland und andere Staaten die Menschenrechte missachten. Politische und bürgerliche Rechte sowie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte müssen garantiert sein – und zwar für alle Menschen (…) Die allermeisten Menschen in Deutschland möchten in einer Gesellschaft leben, die sie schützt, unterstützt und respektiert, die ihnen und ihren Familien eine gerechte, solidarische und sichere Zukunft ermöglicht – egal, wie sie aussehen, was sie glauben und wen sie lieben. Amnesty International erwartet von der neuen Bundesregierung und dem neuen Bundestag, dass sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, indem sie menschenrechtskonforme Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit finden. Das Versprechen gleicher Würde und Rechte für alle Menschen muss eingelöst werden.“

Mehr Einsatz gegen Anti-LGBTI*-Gewalt

Mit Blick auf die LGBTI*-Community in Deutschland betont der Verein außerdem: „Die Bundesregierung muss national und international klar machen: Wir stehen für Gleichberechtigung und dulden weder Gewalt noch Diskriminierung (…) Übergriffe, Drohungen und Straftaten gegen LGBTI* müssen in Deutschland stärker bekämpft werden. Alltägliche Diskriminierungen, Straftaten und Angriffe wie beim Christopher Street Day im August 2024 in Bautzen dürfen nicht hingenommen werden. Stattdessen muss Deutschland Schutz bieten, insbesondere auch für LGBTI*, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten.“ 

LGBTI*-Menschen bräuchten dabei besseren Schutz sowie rechtlichen und psychologischen Beistand, wenn sie Opfer von Gewalt werden, so Amnesty. Straftaten gegen Homosexuelle und queere Menschen müssten zudem besser aufgeklärt und geahndet werden. Außerdem müssten auch Menschen, die in der Sexarbeit tätig sind, verstärkt geschützt und nicht durch das Sexkaufverbot gefährdet werden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

CSD-Attentäter erschossen

SEK stellt Täter in Spandau

Die Polizei in Berlin hat den mutmaßlichen Attentäter des CSD Berlin gefasst. Nach rbb-Informationen wurde der 21-Jährige in Spandau erschossen.
Reaktionen auf Amokfahrt

Entsetzen in der Community

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD läuft die Fahndung. Politik und Community reagieren mit Entsetzen.
Anschlag auf CSD Berlin

Eine Tote, mehrere Schwerverletzte

Bei einer Amokfahrt beim CSD in Berlin starb eine Frau, mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein Islamist.
CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.