Direkt zum Inhalt
Bilanz ESC 2025

Bilanz ESC 2025 Umsatz von fast 98 Millionen Euro in Basel

ms - 05.12.2025 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Ein halbes Jahr nach dem Eurovision Song Contest (ESC) 2025 in Basel zeigt die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) eine überaus erfreuliche Bilanz. Die Veranstaltung erreichte weltweit ein Millionenpublikum, blieb finanziell unter dem Budget und erhielt mehrere Auszeichnungen. 

Gutes Image, hohe Einnahmen 

„Auch wirtschaftlich hat der Event kräftige Impulse gesetzt: Die Besucher gaben während ihres Aufenthalts gut 90 Millionen Franken aus“, erklärte die SRG. Mit einer Gästezufriedenheit von über 90 Prozent und einer „hohen Wiederbesuchsabsicht“ bestätige der ESC das professionelle Engagement der SRG. Der ESC 2025 lockte mehr als 500.000 Besucher nach Basel und wurde von 166 Millionen Menschen weltweit verfolgt. 

Für solche Großveranstaltungen, wie auch für Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele, sind im regulären Haushalt entsprechende Mittel vorgesehen. Für den ESC wurde ein Zusatzbudget von 20 Millionen Schweizer Franken bereitgestellt, das nicht ganz ausgereizt wurde. „Der ESC war für die SRG auch ein Innovationsmotor“, betonte Generaldirektorin Susanne Wille. „Neue Technologien, neue Herangehensweisen, neue Ideen entstanden rund um dieses Projekt – und sie bleiben. Der ESC wird als Taktgeber für unser Medienhaus erhalten bleiben.“

Die Wertschöpfungsstudie der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) und Ticketcorner zeigte, dass die Ausgaben der 90.000 Ticketkäufer einen wirtschaftlichen Beitrag von 91,2 Millionen Schweizer Franken (rund 97,5 Millionen Euro) erzeugten, davon 57,6 Millionen Franken in der Schweiz. „Die SRG hat mit dem ESC gezeigt, dass sie Großevents auf Weltklasseniveau produzieren kann. Sie hat damit gesellschaftlichen Mehrwert geschaffen und gleichzeitig eine bedeutende wirtschaftliche Wertschöpfung für die Schweiz generiert“, kommentierte Oliver Niedermann, CEO von Ticketcorner.

Vielfalt in den sozialen Medien

Auch organisatorisch und kommunikativ erzielte die SRG Anerkennung: Zahlreiche Nominierungen würdigten die technischen und gestalterischen Leistungen der Produzenten Moritz Stadler und Reto Peritz. Die Social-Media-Präsenz des ESC war enorm: Rund 1.000 Inhalte erreichten über elf Millionen Personen. Besonders auf Instagram waren 8,1 Millionen Accounts betroffen und auf TikTok erzielten rund 170 Videos mehr als 2,3 Millionen Views. Vor allem junge Zielgruppen schätzten die Vielfalt und Authentizität der Berichterstattung der SRG.

Image und Gemeinschaftsgefühl 

„Der ESC 2025 war für die SRG und Basel als Host City von Anfang an mehr als ein internationaler Musikwettbewerb: Er sollte als Erlebnis für alle in die Geschichte eingehen – und das haben wir geschafft“, erklärte Wille weiter. Eine Umfrage vor Ort ergab, dass 72 Prozent der Bevölkerung der Meinung sind, dass der ESC vielen Bevölkerungsgruppen zugutekam. Besonders geschätzt wurden die wirtschaftlichen Effekte (81%), das Image von Basel in Europa (79%) und in der Schweiz (72%) sowie das Gemeinschaftsgefühl (71%). Drei Projekte, darunter die Vibrationsbühne für Menschen mit Hörbeeinträchtigung, werden aufgrund ihres Erfolgs weitergeführt.

Ob die Bilanz abschließend beim nächsten ESC im Mai 2026 in Wien auch so positiv ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Mehrere Länder haben inzwischen ihren Boykott erklärt, nachdem die verantwortliche Europäische Rundfunkunion (EBU) gestern Abend bekanntgab, dass Israel am internationalen Musikwettbewerb im nächsten Jahr teilnehmen darf. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ausschluss bei Miss America

Trans* Frauen sind nicht erwünscht

Die Veranstalter der Miss America-Wahl haben nun ihre Richtlinien geändert und erklärt, dass trans* Frauen nicht am Wettbewerb teilnehmen dürfen.
Krise im Senegal

Homophobie und HIV

Das schärfere Anti-Homosexuellen-Gesetz sowie eine Welle von Gewalt befeuern im Senegal jetzt auch eine Krise bei der Versorgung von Menschen mit HIV.
Verfassungsänderung in Litauen

Homosexuelle Ehe und Familie

Die Regierung in Litauen will die Ehe und die Familie so in der Verfassung verankern, dass Homosexuelle und Regenbogenfamilien ausgeschlossen sind.
Rauswurf aus US-Militär

Erste trans* Soldaten betroffen

Offenbar ist das US-Militär trotz laufender Gerichtsverfahren dabei, erste trans* Soldaten nach einem Dekret des US-Präsidenten zu entlassen.
Eklat um Coachella Festival

Spenden an Anti-LGBTIQ+-Gruppen

Die Veranstalter des eigentlich queer-positiven Coachella Festivals in den USA spendeten Hunderttausende Dollar teilweise an Anti-LGBTIQ+-Verbände.
Kirche von Wales

Segnung homosexueller Paare

Die Kirche von Wales wird dauerhaft Segnungen von homosexuellen Paaren durchführen. Ein deutliches Statement gegen die Kirche von England.
Rechte Gewalt in Brandenburg

Verstärkter Einsatz der Polizei

Rechte Hetze und Gewalt hat in Brandenburg 2025 zugenommen, die Täter hatten es dabei verstärkt auf homosexuelle Männer abgesehen.
Ex-Rugbystar Gareth Thomas

Kampagne gegen Drogenkonsum

Der schwule britische Ex-Rugby-Nationalspieler Gareth Thomas will mit einer neuen Kampagne vor Chemsex und Drogen in der Community warnen.
Charlie Kirk Act in Tennessee

Neues Gesetz nach Mordfall

Im US-Bundesstaat Tennessee könnte bald der Charlie Kirk Act in Kraft treten; das Gesetz verbietet Protest gegen Anti-LGBTIQ+-Redner an Schulen.