Direkt zum Inhalt
Aufruf an Baerbock und Lehmann
Rubrik

Aufruf an Baerbock und Lehmann Die Bundesregierung muss mehr tun gegen das geplante Homo-Hass-Gesetz in Uganda!

ms - 12.05.2023 - 10:24 Uhr

Die Deutsche Aidshilfe fordert zusammen mit rund 80 prominenten Stimmen namentlich Außenministerin Annalena Baerbock, den Queer-Beauftragten Sven Lehmann sowie die gesamte Bundesregierung auf, sich endlich lautstark und intensiver für die Gay-Community in Uganda einzusetzen. Hier steht ein Gesetz kurz vor der finalen Unterzeichnung durch Präsident Yoweri Museveni, welches Homosexuelle mit hohen Haftstrafen und sogar der Todesstrafe bedroht. Allen bisherigen internationalen Sanktionen und Protesten zum Trotz, hält das Parlament sowie der Präsident selbst an dem Vorhaben fest.

Menschliche Katastrophe verhindern!

Die Bundesregierung solle jetzt schnell 200 humanitäre Visa für homosexuelle Menschen und LGBTI*-Menschenrechtsverteidiger in Gefahr bereitstellen und versuchen, Schutzräume vor Ort zu unterstützen. Es bedürfe mehr Solidarität für die Community in Uganda. „Gemeinsam rufen wir die Bundesregierung dazu auf, eine menschliche Katastrophe zu verhindern!“ Weiter wird im offenen Brief betont, dass bereits die Ankündigung des Gesetzes zu mehr Gewalt und Verfolgung der LGBTI*-Community vor Ort geführt habe. „Eine Unterzeichnung des Gesetzes durch Präsident Yoweri Museveni würde vielen Menschen in Uganda in ihrer Existenz gefährden und ein Leben in Würde unmöglich machen.“ Die Bundesregierung müsse daher alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um dies zu verhindern – die DAH sowie die Erstunterzeichner befürworten dabei auch die Einstellung staatlicher Zusammenarbeit sowie weitere Sanktionen.

Wo bleibt die feministische Außenpolitik von Baerbock?

Zudem fordert die Gruppe die Bundesregierung sowie Baerbock und Lehmann explizit auf, LGBTI*-Organisationen vor Ort zeitnah zu unterstützen und Fluchtkorridore in nahegelegene, sichere Länder zu schaffen. Mit Blick auf Außenministerin Baerbock ist zu lesen: „Mit den Leitlinien einer feministischen Außenpolitik hat sich die Bundesregierung international als Vorreiterin von sexueller und Geschlechterbefreiung positioniert – hier kann sich zeigen, ob feministische Außenpolitik tatsächlich zu einer emanzipatorischen Perspektive wird.“ Zu den Erstunterzeichnern gehören viele namhafte Größen aus Entertainment, Wirtschaft, Medizin und Kultur, unter anderem Moderator Thomas Hermanns, Publizistin Carolin Emcke, Schauspielerin Maren Kroymann, Comic-Autor Ralf König oder auch Sexualwissenschaftler Prof. Dr. Martin Dannecker.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Gesetzesvorhaben für die Tonne

Kein EU-Antidiskriminierungsschutz

Gesetzesvorhaben für die Tonne: Das Ende der EU-Antidiskriminierungsrichtlinie ist da. Queere Verbände agieren zwischen Verzweiflung und Kampfeslust.
Beeindruckendes Karriere-Ende

US-Basketballerin Diana Taurasi

Nach 20 Jahren an der Spitze beendet die lesbische US-Basketball-Ikone Diana Taurasi ihre Karriere und geht mit ihrer Leistung in die Geschichte ein.
Attacke auf die Ehe für alle

Angriff von neun US-Bundesstaaten

Es ist der bisher gefährlichste Angriff auf die Ehe für alle in den USA: Neun Bundesstaaten und eine neue Resolution wollen die Homo-Ehe beenden!
Was ist Diskriminierung genau?

Gefährlicher Fall vor Gerichtshof

Der US-Supreme Court wird bis zum Sommer entscheiden, wie Diskriminierung am Arbeitsplatz neu definiert werden soll - eine große Gefahr für LGBTIQ+.
Teilerfolg für The 1975

Gericht in London stärkt Brit-Band

Ein schwuler Kuss in Malaysia und die Folgen: Die britische Band konnte jetzt im Rechtsstreit einen Teilerfolg für sich vor Gericht verbuchen.
Überprüfung von NGOs

Union stellt Anfrage im Bundestag

Wie weit dürfen NGOs Parteipolitik betreiben oder fördern? Die Union stellte jetzt eine Anfrage im Bundestag, Grüne und Linke kritisieren dies scharf.
Notfallmedikament bei Chemsex

Künftig ohne Rezept in der Apotheke

Notfallmedikament bei Chemsex: Der Nasenspray Naloxon kann zum Lebensretter bei Überdosierungen werden - und soll künftig einfacher zu haben sein.
Neuer Dämpfer für Trump

Richter stoppt weitere Dekrete

Was passiert mit dem Verbot von Gleichberechtigungs-Programmen an US-Schulen? Das Dekret von US-Präsident Trump stoppte jetzt vorerst ein Richter.
Enttäuschung bei Amnesty

Neuer Fokus auf Menschenrechte

Amnesty International fordert nach der Bundestagswahl ein Umdenken in der Politik: Eine neue Regierung müsse Menschenrechte wie LGBTIQ+ im Fokus haben