Direkt zum Inhalt
Anschlagsversuch Wien

Anschlagsversuch Wien Staatsschutz sowie die Verteidiger der Verdächtigen bewerten die Lage sehr unterschiedlich!

ms - 23.06.2023 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Alle drei Verdächtigen im Alter von 14, 17 und 20 Jahren, die einen Anschlag mit Messern, Waffen und Fahrzeugen auf die Regenbogenparade in Wien geplant haben sollen, wurden jetzt aus der Untersuchungshaft entlassen. Der 20-jährige Bosnier mit österreichischer Staatsbürgerschaft war bereits am Tag der Festnahme wieder auf freien Fuß gesetzt worden, wie das Landgericht St. Pölten in dieser Woche mitgeteilt hatte. Heute nun wurden sein 17-jähriger Bruder sowie der befreundete 14-jährige Jugendliche aus Tschetschenien ebenso aus der Untersuchungshaft entlassen.

Anschlag mit Machete und Sturmgewehr

Alle drei bestreiten die Ernsthaftigkeit der Anschlagspläne – zwar hätten sie gewaltbereite Aussagen online getätigt, eine tatsächliche Durchführung der Tat sei dabei aber nicht angedacht gewesen. Der Staatsschutz stuft die Situation grundsätzlich anders ein und ermittelt nach wie vor gegen die drei Verdächtigen  wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung sowie einer kriminellen Organisation. Für den Staatsschutz ist der 17-jährige Jugendliche dabei inzwischen der Hauptverdächtige.

Er soll sich zusammen mit den beiden anderen online immer mehr radikalisiert und Anhänger des Islamischen Staates geworden sein. In einer konspirativen Chatgruppe soll so auch das Attentat mit Macheten, Sturmgewehr und Fahrzeugen geplant und angekündigt worden sein. Das Landgericht St. Pölten entschied trotzdem heute wie bereits am vergangenen Sonntag zuvor, dass „kein dringender Tatverdacht“ bestehe. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen offiziell Beschwerde eingelegt.

Unter strengen Auflagen auf freien Fuß

Zuvor war zu einer digitalen Konferenz gekommen zwischen den Eltern der Verdächtigen sowie einem Sozialverein. „Im Zuge dieser Konferenz wurde ein sehr intensives Programm mit engmaschigen Weisungen mit engmaschiger Zusammenarbeit mit der Bewährungshilfe erstellt, sodass aus Sicht des Haftrichters die Haftgründe nicht mehr vorliegen und die beiden enthaftet werden konnten“, so die Gerichtssprecherin des Landesgerichts St. Pölten, Birgit Eisenmagen, gegenüber der österreichischen Presse zur heutigen Freilassung der beiden Minderjährigen.

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat jetzt gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt, die schlussendlich vom Oberlandesgericht Wien entschieden werden muss. Der Anwalt des 14-jährigen Verdächtigen, Andreas Schweitzer, erklärte indes gegenüber der Presse, der Staatsschutz würde in diesem Fall „mit Kanonen auf Spatzen“ zielen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Stress macht schwul

Skurrile Aussagen aus Malaysia

Malaysia klärt auf: Stress und mangelnde religiöse Praxis machen schwul! Das erklärte jetzt der Minister für Religionsangelegenheiten.
Queere Sichtbarkeit wächst

Breitere Akzeptanz in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden den U-Bahnhof Nollendorfplatz künftig zusätzlich als „Regenbogenkiez“ kennzeichnen.
Armutsgefahr in Deutschland

2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen

Mehr als 2,1 Millionen LGBTIQ+-Menschen in Deutschland sind armutsgefährdet, das geht aus den neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik hervor.
Nein zu queeren Rechten

USA schränken Auslandshilfen ein

Auslandhilfen der USA werden künftig nur noch genehmigt, wenn Organisationen sich nicht für queere Rechte engagieren, so Vizepräsident Vance.
Wegfall von US-Gender Studies

Weniger Interesse an Studienfach

Gender Studies werden an US-Universitäten immer weniger unterrichtet, Grund dafür ist offenbar das steigende Desinteresse unter Studenten.
Todesfall auf den Philippinen

Mordverdächtiger tot aufgefunden

Ein 22-Jähriger starb auf den Philippinen unter mysteriösen Umständen. Der Mann soll zuvor mehrere LGBTIQ+-Menschen ermordet haben.
Doku über Guido Westerwelle

ARD porträtiert FDP-Politiker

Im März vor zehn Jahren starb der FDP-Spitzenpolitiker Guido Westerwelle. Die ARD widmet dem offen schwulen ehemaligen Vizekanzler eine Dokumentation.
Haftstrafe nach Hitlergruß

Eklat bei Pride Parade in Linz

Ein 23-Jähriger zeigt bei der Pride Parade letztes Jahr in Linz mehrfach den Hitlergruß. Nun folgte das Urteil: 18 Monate Haft ohne Bewährung.
Schwule Sex-App macht Politik

The Blowers attackiert Trump

Die schwule Sex-Dating-App "The Blowers" verweist aktuell online auf die Politik von Donald Trump und erinnert User an den Erhalt von Bürgerrechten.