Reise durch Amerika Die Human Rights Campaign ist in republikanischen Bundesstaaten unterwegs, um Bürgern LGBTIQ+-Menschen näher zu bringen
Die US-Regierung hat seit dem Amtsantritt von Donald Trump zahlreiche Gesetze erlassen, die sich indirekt oder direkt gegen die LGBTIQ+-Community richten, zuletzt wurde die lebenswichtige Helpline für suizidgefährdete, queere Jugendliche geschlossen. Daneben verabschieden republikanisch geführte Bundesstaaten weitere Gesetze, die sich gegen queere Menschen richten. Was tun? Die amerikanische LGBTIQ+-Organisation Human Rights Campaign (HRC) will nun auf direkten Konfrontationskurs gehen und startet eine Tournee durch einige jener Bundesstaaten unter republikanischer Führung.
Überzeugen im persönlichen Gespräch
Die HRC ist die landesweit größte Organisation für LGBTIQ+-Rechte in den USA und hat sich zum Ziel gesetzt, den Gedanken von Gleichberechtigung und Akzeptanz mittels einer „American Dream Tour“ in die Herzen und Köpfe jener Menschen zu bringen, die bisher keine Unterstützer der Community sind. Los geht es bereits morgen in Columbus, Ohio, danach folgen bis November Las Vegas, Washington D.C., Dallas, Atlanta und Nashville. Man wolle damit die Geschichten von LGBTIQ+-Menschen zu den US-Bürgern bringen und somit auch aufzeigen, wie sehr diese „zunehmenden politischen Angriffen und einer kulturellen Auslöschung“ ausgesetzt sind.
„Seit einem halben Jahrhundert hat unsere Bewegung die Herzen und Köpfe mit unseren Geschichten verändert – Harvey Milk im Castro, Pedro Zamora in der Real World, transsexuelle Jugendliche und Eltern, die sich in den Parlamenten des ganzen Landes zu erkennen geben. Wenn die Menschen wissen, wer wir wirklich sind, ändert sich alles. Bei dieser Tour geht es darum, dieses Erbe zurückzufordern. Wir reisen an die Orte, an denen Leid geschieht – und wo Hoffnung aufkeimt. Wir setzen uns für Gemeinschaften ein, denen gesagt wurde, dass sie nicht dazugehören, und erinnern sie und das Land daran, dass sie der amerikanische Traum sind“, so Kelley Robinson, Präsidentin der Human Rights Campaign.
Hunderte Anti-LGBTIQ+-Gesetze im Land
Laut einer Studie der American Civil Liberties Union wurden in diesem Jahr in den US-Bundesstaaten bisher fast 600 Gesetzesvorlagen gegen LGBTIQ+ eingebracht. Nach Recherche der queeren Interessengruppe GLAAD hat außerdem die Trump-Administration dabei allein seit Januar dieses Jahres rund 300 Anti-LGBTIQ+-Maßnahmen ergriffen. Eine Analyse von NBC News kam darüber hinaus zu dem Schluss, dass Gesetzgeber in mindestens neun US-Bundesstaaten in letzter Zeit Maßnahmen ergriffen haben, um das Recht gleichgeschlechtlicher Paare auf Eheschließung zu beschneiden.
„Zum ersten Mal seit Jahrzehnten erleben wir einen Rückschritt bei den LGBTIQ+-Rechten in diesem Land, und wir müssen etwas tun. Wir müssen zu den Grundlagen zurückkehren, indem wir unsere Geschichten erzählen und die Menschen dort abholen, wo sie sind, denn wir wissen, dass wir, wenn wir unsere Geschichten erzählen, nicht nur die Herzen und den Verstand verändern, sondern auch das Verhalten der Menschen verändern können“, so Robinson gegenüber MSNBC.