Direkt zum Inhalt
Petition gegen CSD Balingen

Petition gegen CSD Balingen Stadtrat stärkt Pläne für ersten CSD – allerdings ohne Regenbogenfahne

ms - 30.07.2025 - 17:10 Uhr
Loading audio player...

In der baden-württembergischen Stadt Balingen mit rund 35.000 Einwohnern soll am 6. September der allererste CSD stattfinden – dagegen regt sich jetzt Widerstand. In einer Online-Petition wird die Absage der Pride-Demonstration verlangt, da die Veranstaltung „weitreichende gesellschaftliche Forderungen“ habe – als Beispiel werden die „Genderpolitik“, der Sexualkundeunterricht an Schulen sowie auch medizinische Behandlungen von Jugendlichen genannt. Bisher haben rund 270 Menschen die Petition unterzeichnet. 

Stadtrat steht hinter CSD

Wer in der Stadt die Petition gestartet hat, ist unklar, als Verantwortlicher wird online nur ein „Max Mustermann“ genannt. Die Chancen auf Erfolg sind glücklicherweise ebenso gering, der Stadtrat hat bereits gestern Abend ohne Gegenstimme dem CSD zugestimmt und erklärt, dass Balingen eine inklusive, vielfältige und demokratische Gesellschaft fördern will. 

Einzig Debatten gab es wie in Berlin auch bei der Frage der Beflaggung, schlussendlich wurde mehrheitlich bestimmt, keine Regenbogenflagge am Rathaus zu hissen. Die CDU hatte sich dagegen ausgesprochen, SPD und Grüne dafür. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Dominik Ochs, hatte zuvor erklärt, die Regenbogenfahne sei ein „Zeichen der Solidarität für alle Menschen in unserer Stadt“. Dementsprechend saßen einige Stadträte auch mit Regenbogen-T-Shirt und Hütchen in der Sitzung. 

Absage aus Gründen der Neutralität

Ein Sprecher der Stadt erklärte im Namen von Oberbürgermeister Dirk Abel (CDU) die Absage gegenüber dem SWR mit der gebotenen Neutralität: „Grundsätzlich gilt: Menschen unterschiedlicher Ausprägungen und Orientierungen sind selbstverständlicher und ganz normaler Bestandteil unserer Stadt. Die Frage nach Symbolen jedoch ist immer komplex, da sie eben in ihrem Symbolgehalt unterschiedliche Aufladungen haben und für verschiedene Deutungen offen sind. Das gilt auch für die Regenbogenfahne in den verschiedenen Varianten, die gegenwärtig in Verwendung sind.“ Man wolle daher mit dem Hissen der Fahne keinen bestimmten Teil der Stadtbevölkerung hervorheben. Bei der Stadtratssitzung selbst betonte Abel schließlich, dass man sich grundsätzlich gegen Solidaritätsfahnen entschieden habe, auch in anderen Debatten wie beispielsweise bei Israel oder Tibet. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Tee trinken macht schwul

Debatte über absurde Klischees

Ein viraler Reddit-Thread zeigt, mit welchen skurrilen Vorstellungen über Männlichkeit und Homosexualität Menschen noch immer konfrontiert werden.
Have a Gay Summer

Bizarrer Streit an US-Schule

Ein Aushang mit der Botschaft „Have a Gay Summer“ hat an einer Highschool in Massachusetts eine kontroverse Debatte ausgelöst.
Queere Stimmen im Iran

Aktivistin warnt vor Verfolgung

Die iranische Aktivistin Shadi Amin fordert mehr Aufmerksamkeit für die Situation von LGBTIQ+-Menschen im Iran und warnt vor Verfolgung und Gewalt.
Krisenlage in Usbekistan

Mehr Strafverfahren gegen Schwule

Queere Verbände werfen Usbekistan vor, mit der verschärften Anwendung eines Anti-Homosexualitätsgesetzes grundlegende Menschenrechte zu verletzen.
XTube beendet Betrieb

Pornoplattform vor dem Aus

Die einst beliebte Plattform XTube stellt ihren Betrieb nach 13 Jahren ein – begleitet von anhaltenden Kontroversen um illegale Inhalte.
KI und die queere Community

Risiken für LGBTIQ+-Menschen

Künstliche Intelligenz kann LGBTIQ+-Menschen unterstützen, birgt aber auch Risiken durch Vorurteile, Desinformation und Diskriminierung.
20 Jahre Gay Help Line

Italiens Community feiert Jubiläum

Die italienische Gay Help Line wird 20 Jahre alt und registriert seit einiger Zeit einen massiven Anstieg von Homofeindlichkeit, Gewalt und Erpressung
Neue ZDF-Doku über Aids

Blick auf zwei Künstler der DDR

Eine neue ZDF-Doku erzählt anders und spannend über die HIV-Krise in Ost- und Westdeutschland anhand der Lebensgeschichte zweier DDR-Künstler.
Suizid bei trans* Jugendlichen

Neue US-Studie belegt Vermutungen

Eine US-Studie zeigt einen starken Zusammenhang zwischen Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen sowie erhöhten Suizidgedanken bei trans* Personen.