Direkt zum Inhalt

Angriffe auf LGBTI*-Menschen Mehr als 100 Anti-LGBTI*-Gesetze bereits im neuen Jahr

Von ms - 16.01.2023 - 15:00 Uhr
Angriffe auf LGBTI*-Menschen
Foto: iStock / Kirkikis
ANZEIGE
Loading audio player...

Es ist eine traurige Zahl: Das neue Jahr ist noch keine drei Wochen alt, da wurden in Amerika bereits über 100 Gesetzentwürfe eingebracht, die sich explizit gegen LGBTI*-Rechte richten. Insgesamt in 22 Bundesstaaten wurden die zumeist homophoben oder queer-feindlichen Gesetzesvorhaben eingebracht. Ein neuer trauriger Rekord in so kurzer Zeit, nachdem im vergangenen Jahr bereits rund 340 ähnliche Gesetze in die staatlichen Gesetzgebungen gelangten. 

Texas Spitzenreiter bei LGBTI*-Hass

Nach Angaben von Equality Texas, einer landesweiten LGBTI*-Interessenvertretung, hat Texas mit 36 derartigen Gesetzesentwürfen bisher die Führung übernommen. Es folgen Missouri mit 26, North Dakota mit acht und Oklahoma mit sechs. Die meisten dieser etwa 120 Gesetzentwürfe betreffen junge Homosexuelle und Trans-Personen. In den letzten drei Jahren haben beispielsweise allein 18 Bundesstaaten Trans-Schülern verboten, in Schulsportteams in einem anderen als ihrem biologischen Geschlecht anzutreten – in diesem Jahr reichten drei Bundesstaaten bereits ähnliche Gesetze ein. Gleiches bei der geschlechtsangleichenden medizinischen Versorgung: 2022 wurde diese für Minderjährige in vier Staaten verboten, in diesem Jahr planen dies bereits elf weitere Bundesstaaten.

Sorgenvoller Blick auf 2024

Chase Strangio, der stellvertretende Direktor der LGBTI*-Organisation American Civil Liberty Union, erklärte, dass im dritten Jahr in Folge die Bemühungen zur Einschränkung der LGBTI*-Rechte zugenommen haben: „Ich erwarte, dass die Zahl der in diesem Jahr eingereichten Anti-LGBTI*-Gesetze jene des letzten Jahres noch übertreffen wird“, so seine Einschätzung. Die größte Sorge bereit dem Anwalt dabei der Blick auf das kommende Jahr, wenn im Zuge der Präsidentschaftswahlen die Mehrheitsverhältnisse noch stärker zu Gunsten der Republikaner ausfallen könnten.

"Der Rechtsruck in den Parlamenten der Bundesstaaten ist wirklich beängstigend. Wir sehen eine fortgesetzte Aushöhlung und Bemühungen, die körperliche Autonomie auf breiter Front einzuschränken und zu begrenzen. Ich glaube, dass die Menschen vieles leichtfertig als selbstverständlich hinnehmen, vor allem diejenigen, die in Staaten wie New York und Kalifornien leben und nicht darauf achten, was in Staaten wie Arkansas, Oklahoma und Texas vor sich geht", so Strangio weiter.

Oklahoma will medizinische Betreuung verbieten

Besonders beunruhigt ist der Fachmann auch von einer neuen Gesetzesvorlage aus Oklahoma, die eine Geschlechtsumwandlung nicht nur für Minderjährige, sondern für alle Personen unter 26 Jahren verbieten will. Zudem soll dem medizinischen Dienst die Versorgung von Trans-Personen untersagt werden. Der verantwortliche republikanische Senator David Bullard hatte dazu gegenüber der Lokalzeitung erklärt: "Im Alter von 21 Jahren darf man trinken, aber am Ende des Tages, wenn man sich entscheidet, den Alkohol wegzulassen, kann man den Alkohol weglassen. Aber bei dieser Operation gibt es kein Zurück mehr. Wir wollen nur sicherstellen, dass das Gehirn voll entwickelt ist, bevor wir eine solche Operation zulassen, die dauerhaft ist."

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungUnderdox-Festival in München: Die letzten Filme vor dem TodMOPOErst bepöbelt, dann verprügelt: Schwules Paar nach Einheitsfest angegriffentazSchwuler Lehrer über Outing: „Als ob eine Bombe platzt“tazJubel, Trubel, Hassverbrechen: Weitgehend friedliche Einheitsfeier in BremenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Mehr Schutz für Gewaltopfer

Neues Gesetz erleichtert Trennung

Opfer häuslicher Gewalt sollen sich leichter aus gemeinsamen Mietverträgen lösen können – davon profitieren auch schwule Männer.
Zwischenwahlen in den USA

Queere Gen Z setzt auf Werte

Für die LGBTIQ+-Generation Z in den USA zählen bei Kandidaten vor allem gemeinsame Werte – deutlich mehr als eine gemeinsame Identität.
Coming-Out im Fußball

Schiedsrichter erzählt Details

Schiedsrichter Ryan Atkin spricht öffentlich über sein Schwulsein – und erhält dafür die Unterstützung des englischen Fußballverbands.
James Baldwin im Kino

Neuer Film über schwulen Autor

Barack und Michelle Obamas Produktionsfirma bringt „Baldwin: A Love Story“ über James Baldwins Leben, Lieben und Werk ins Kino.
Schwule Liebe gewinnt Gold

Fernfahrer-Drama holt Filmpreis

Das schwule Liebesdrama „Flesh & Fuel“ gewinnt beim Zurich Film Festival das Goldene Auge und erhält rund 26.700 Euro Preisgeld.
Blackfacing sorgt für Empörung

LGBTIQ+-Bar zieht Konsequenzen

Ein Blackface-Auftritt in einer LGBTIQ+-Bar in Pittsburgh sorgt landesweit für Empörung und entfacht eine Debatte über Rassismus in der Drag-Szene.
Eklat in Oregon

Streit um LGBTIQ+-Vorgabe

Oregon gewährt einer christlichen Adoptionsbewerberin eine Ausnahme von einer Vorgabe zur Unterstützung der LGBTIQ+-Identität von Kindern.
Fauci für HIV-Arbeit geehrt

Auszeichnung für Anthony Fauci

Anthony Fauci wird für seinen jahrzehntelangen Einsatz gegen HIV/Aids und seine Zusammenarbeit mit der LGBTIQ+-Community ausgezeichnet.
Meta sperrt Mister Gay Europe

Pereira kämpft um seine Konten

Meta sperrte sämtliche Konten von Mister Gay Europe Michael Pereira. Trotz Bezahlabo erfährt der Schweizer nicht, warum.