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Reform der Strafgesetze
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Reform der Strafgesetze Gleichberechtigungsministerin Ien entschuldigt sich bei Homosexuellen

ms - 08.03.2023 - 14:00 Uhr
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Die kanadische Regierung hat im Rahmen einer Reform des Strafgesetzsystems jetzt Vorstrafen von Homosexuellen für obsolet erklärt, die in früheren Jahren aufgrund von “Unzucht“ verurteilt worden waren. Kanadas Ministerin für Frauen, Gleichberechtigung und Jugend, Marci Ien (siehe Bild), erklärte weiter, dass nicht nur die historischen Gesetze gegen Unzucht, sondern auch gegen Abtreibung aufgehoben werden und nebst zumeist homosexuellen Männern auch Frauen die Möglichkeit haben, ihre Verurteilungen aufgrund eines Schwangerschaftsabbruchs tilgen zu lassen.

Ungerechte Verurteilungen werden vernichtet

Die jetzt aufgehobenen Strafgesetze richteten sich in erster Linie gegen schwule Männer, die sexuelle Kontakte in Saunen, Nachtclubs, Badehäusern oder anderweitigen Clubs hatten. „Die Kanadier verdienen eine diskriminierungsfreie Politik, bei der ihre Sicherheit an erster Stelle steht“, so Gleichstellungsministerin Ien weiter. Zudem bekräftigte sie, dass die Regierung vollends anerkenne und sich dafür entschuldige, dass die früheren Richtlinien und Gesetze die Freiheit von LGBTI*-Menschen sowie auch von Frauen massiv beeinträchtigt haben. Durch die jetzt beschlossene Aufhebung der Gesetze können Menschen eine kostenlose Tilgungsanordnung beantragen, sodass ihre „historisch ungerechten Verurteilungen“ vernichtet werden, so Ien weiter. Auch Hinterbliebene von bereits verstorbenen Verurteilten haben die Möglichkeit, ihrem Familienmitglied rückwirkend Gerechtigkeit zu verschaffen.

Geschichte der Verfolgung von Homosexuellen

Mehrere kanadische LGBTI*-Verbände betonten die Wichtigkeit dieser Entscheidung, die einen rechtlichen Abschluss früherer Verfolgungen von Homosexuellen darstelle. Die kanadische Polizei hatte noch in den 1980er Jahren im ganzen Land Razzien in schwulen Nachtclubs und Badehäusern durchgeführt und Kunden sowie auch Mitarbeiter angeklagt. Vor allem Anfang des Jahrzehnts fand das Gesetz viel Anwendung, beispielsweise wurden allein in Toronto im Jahr 1981 fast 300 Männer aufgrund von Unzucht angeklagt. Das ebenso diskriminierende Anti-Abtreibungsgesetz fand auch bis Ende der 1980er Jahre Anwendung, bevor der Oberste kanadische Gerichtshof das Gesetz als verfassungswidrig erklärte. 

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