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Menschen zweiter Klasse? Weniger Chancen für Homosexuelle in den USA

Von ms - 22.12.2022 - 15:00 Uhr
Menschen zweiter Klasse?
Foto: iStock / Motortion
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Sind Homosexuelle und queere Amerikaner Menschen zweiter Klasse? Zu diesem bitteren Schluss könnte man nach den Ergebnissen der neuen Studie des Congressional LGBTQ+ Equality Caucus kommen. Die LGBTI*-Fachgruppe des US-Kongresses zeichnet ein düsteres Bild von der Lage in den Vereinigten Staaten von Amerika nach – immer mehr LGBTI*-Menschen sind mit Diskriminierung, Gewalt und anderen Schwierigkeiten in vielen Lebensbereichen konfrontiert, die größte Gruppe der Betroffenen sind dabei schwule Männer. In vier Bereichen gibt es dabei den größten Nachholbedarf für LGBTI*-Menschen: Bildung, wirtschaftliche Sicherheit, Gesundheitsversorgung und Wohnen.

Weniger Chancen für LGBTI*-Menschen

"LGBTI* Menschen verdienen die gleichen Chancen, sich zu entfalten wie ihre Nicht-LGBTI*-Gleichaltrigen. Die in diesem Bericht präsentierten Daten zeigen jedoch, dass sich die Lebenserfahrungen von LGBTI*-Menschen stark von denen unserer heterosexuellen und gleichgeschlechtlichen Nachbarn unterscheiden. Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen die LGBTI*-Community und der wachsenden Zahl von Anti-LGBTI*-Gesetzen, die in den Gesetzgebungen der Bundesstaaten und im Kongress eingebracht werden, ist es besonders wichtig, dass alle Regierungsebenen daran arbeiten, echte gelebte Gleichberechtigung für LGBTI*-Menschen zu gewährleisten", so der US-Abgeordnete David Cicilline, Vorsitzender des LGBTI*-Gremiums.  

Forderung nach Gleichstellungsgesetz

Eine wesentliche Forderung für das kommende Jahr ist die Umsetzung eines Gleichstellungsgesetzes, um einen umfassenden Anti-Diskriminierungsschutz für Homosexuelle und queere Menschen zu gewährleisten. „Unsere Fähigkeit, in diesem Land zu gedeihen, sollte nicht aufgrund unserer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität eingeschränkt werden. Der Kampf für die Gleichberechtigung in diesem Land wird erst dann zu Ende sein, wenn wir alle diese Ungleichheiten beseitigt und echte Gleichberechtigung für die LGBTI*-Community geschaffen haben", so Cicilline weiter. Das Gleichstellungsgesetz, das die Diskriminierung von LGBTI*-Personen in den Bereichen Beschäftigung, Wohnen, Kreditwesen, öffentliche Einrichtungen und mehr verbieten würde, wurde allerdings bereits zweimal vom Repräsentantenhaus verabschiedet und anschließend im US-Senat von den Republikanern blockiert.

Lieber schwänzen als Mobbing

Der Bericht zeigt weiter auf, dass LGBTI*-Schüler im Bildungsbereich weitaus mehr Mobbing und Belästigungen ausgesetzt sind als ihre heterosexuellen Mitschüler. Unter Berufung auf Daten von GLSEN und der US-Regierung stellt der Bericht sogar fest, dass die Mehrheit der LGBTI*-Schüler aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität bereits verbal belästigt wurde, viele von ihnen haben zudem auch körperliche Drohungen erlebt oder wurden verletzt. Das wirkt sich nicht nur direkt auf die Schüler aus, sondern auch indirekt auf ihre Leistungen, denn immer öfter entscheiden sich LGBTI*-Schüler deswegen, die Schule zu schwänzen. So beginnt eine Abwärtsspirale in die Armut.

Abwärtsspirale bis zur Obdachlosigkeit

Ebenso zeichnet sich ein Problem am Arbeitsplatz ab, viele LGBTI*-Menschen erleben dort tagtäglich Diskriminierung, andere verbregen aufgrund dessen ihre Sexualität. Daran haben offensichtlich auch nicht maßgeblich Anti-Diskriminierungsgesetze etwas ändern können. Wie ein Rattenschwanz folgen für viele LGBTI*-Menschen daraufhin andere Probleme, von schlechterer Bezahlung über wirtschaftliche Unsicherheit und einer schlechteren Gesundheitsversorgung bis hin zur Arbeitslosigkeit. "Insgesamt geht es LGBTI*-Personen schlechter als Nicht-LGBTI*-Personen, da sie mit einer höheren Armutsquote und einem schlechteren Zugang zu Lebensmitteln zu kämpfen haben“, so der Bericht weiter.

Die oftmals finanziell prekäre Lage bewirkt zudem, dass viele LGBTI*-Menschen wichtige medizinische Leistungen erst später in Anspruch nehmen, gerade auch, wenn es um ernsthafte psychische Probleme geht. Am Ende sind homosexuelle und queere Amerikaner so auch häufiger von Obdachlosigkeit betroffen beziehungsweise haben größere Probleme aufgrund von Diskriminierung, überhaupt eine erschwingliche Wohnung zu finden.

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