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Schwules Paar getötet Guatemala: 60 Jahre Haft nach Mord an schwulem Paar

Von tb - 24.10.2026 - 11:08 Uhr
Polizisten vor dem Gefängnis Fraijanes II in Guatemala am 18. Januar 2026. Kontextbild, kein Foto der Tat oder der verurteilten Beamten.
Foto: IMAGO / Xinhua
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60 Jahre Haft für den früheren Polizeichef: Nach der Tötung des schwulen Paares Eldin Choc und Milton Santamaría hat ein Gericht in Guatemala sieben ehemalige Polizeikräfte verurteilt. Der damalige Wachleiter Edy Leonel Vásquez Rabanales und ein weiterer Beamter müssen jeweils sechs Jahrzehnte ins Gefängnis. Ein dritter Ex-Polizist erhielt 30 Jahre Haft. Die Männer waren im April 2024 festgenommen worden – lebend kamen sie nicht zurück.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eldin Choc und Milton Santamaría wurden nach ihrer Festnahme am 18. April 2024 in San Andrés Itzapa getötet.
  • Zwei frühere Polizisten erhielten jeweils 60 Jahre Haft, ein dritter 30 Jahre. Vier weitere wurden wegen anderer Delikte verurteilt.
  • Eine Polizistin sicherte Tonaufnahmen der Gewalt. Menschenrechtsorganisationen prangern den homophoben Hintergrund an.

Sie planten ein Leben zu zweit

Ein Haus mieten, Land kaufen, gemeinsam Landwirtschaft betreiben: Das hatten Milton und Eldin vor, berichtet Infobae. Milton war 45, kanadischer Staatsbürger mit salvadorianischen Wurzeln. Eldin Leonel Choc Xi war 28 und stammte aus Guatemala. Ihre Beziehung hielten sie weitgehend privat.

Am 18. April 2024 nahmen Polizisten die beiden in San Andrés Itzapa fest. Angeblich hatten sie die öffentliche Ordnung gestört. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gab es für die Festnahme keinen rechtmäßigen Grund. Auf der Wache schlugen die Beamten die Männer und beschimpften sie homophob.

Milton starb an schweren inneren Verletzungen. Seinen Tod wollten die Beteiligten laut den Ermittlern als Verkehrsunfall tarnen. Eldin wurde aus der Wache gebracht, erdrosselt und in einem abgelegenen Gelände zurückgelassen. Seine Familie suchte tagelang nach ihm. Schließlich fand sein Bruder den Leichnam.

Die Hilferufe blieben auf Band

Eine Polizistin sicherte Tonaufnahmen. Sieben Audiodateien legte die Staatsanwaltschaft später vor, berichtete La Hora aus einer früheren Anhörung. Darauf rief Eldin um Hilfe und schrie den Namen seines Partners.

Der Wachleiter floh nach der Tat in die USA. Im Juni 2024 wurde er in Arizona gefasst und später nach Guatemala abgeschoben. Jetzt gehört er zu den beiden Männern, die jeweils 60 Jahre Haft erhielten. Die Strafen bestätigt die staatliche Nachrichtenagentur AGN unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die 30-jährige Haftstrafe gegen den dritten Ex-Polizisten erging wegen der Tötung Miltons.

Kerzen für Eldin und Milton

Vor dem Justizgebäude standen am Tag der Urteilsverkündung, dem 21. Oktober, Angehörige und Aktivistinnen und Aktivisten mit Blumen, Kerzen und Transparenten. Sie erinnerten an das Paar und protestierten gegen Homophobie, berichtete Prensa Comunitaria.

Die Menschenrechtsorganisation Visibles begrüßte die Verurteilungen. Doch eine Forderung bleibt: Der Hass hinter der Tat müsse ausdrücklich benannt werden. Hassverbrechen bilden in Guatemala keinen eigenen Straftatbestand, kritisierte die Organisation laut eP Investiga.

Auch in Rom beschäftigt ein Angriff auf ein schwules Paar die Justiz. Zwei LGBTIQ+-Aktivisten aus Sierra Leone mussten dagegen vor Todesdrohungen nach Spanien fliehen.

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