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Skandal in Großbritannien „Die Königin hat nie öffentlich anerkannt, dass es LGBTI*-Menschen gibt!“

Von ms - 16.05.2022 - 14:15 Uhr
LGBTI*-Ikone kritisiert Queen // © IMAGO / i Images
Foto: LGBTI*-Ikone kritisiert Queen // © IMAGO / i Images
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Der LGBTI*-Aktivist Peter Tatchell gehört zu den berühmtesten und wichtigsten Figuren der britischen LGBTI*-Community – eine Ikone, die sich seit 1967 bis heute für queere Rechte und Gleichberechtigung einsetzt, zuletzt lautstark im April bei den Demonstrationen für ein komplettes Verbot von Konversionstherapien, das trans-Menschen mit inkludiert.

 

In einem Festakt Anfang Juni vor dem Buckingham-Palast sollte Tatchell nun von Queen Elisabeth II. höchst selbst als einer von rund einhundert britischen Persönlichkeiten zu einem “nationalen Schatz“ erklärt werden – eine besondere Tradition in Großbritannien und zumeist eine große Ehre für die Geehrten. Dabei werden Menschen gefeiert, die sich in besonderer Weise für Großbritannien eingesetzt haben, zumeist respektierte Personen aus den Bereichen Theater, Film, Fernsehen, Musik, Literatur, Sport, Wissenschaft und Wirtschaft.

Tatchell hat dem nun allerdings eine klare Absage erteilt: "Soweit ich weiß, hat die Königin nie öffentlich anerkannt, dass es LGBTI*-Menschen gibt. Die Worte lesbisch, schwul, bisexuell und transgender sind nie öffentlich über ihre Lippen gekommen und sie hat nie eine LGBTI*-Wohltätigkeitsorganisation besucht oder unterstützt. 70 Jahre lang ignoriert zu werden, fühlt sich wie eine absichtliche Brüskierung an."

 

In einem Brief an einen der Vorsitzenden des Platin-Jubiläums, den ehemaligen Verlags-Titan Nicholas Coleridge, behauptete Tatchell zudem auch, dass es den Mitarbeitern des Buckingham-Palasts jahrelang verboten war, gleichgeschlechtliche Partner zum Weihnachtsball mitzubringen.

Gegenüber dem Guardian stellte Tatchell weiter fest: „Das alles ist Propaganda für das antidemokratische System eines nicht gewählten und nicht rechenschaftspflichtigen Staatsoberhauptes. Die Teilnahme an den Feierlichkeiten zur Regentschaft der Königin würde einer elitären und Anti-LGBTI*-Monarchin Legitimität verleihen."

 

Des Weiteren erklärte der britische Aktivist, dass er die königliche Familie auch dafür ablehne, wie sie künftige Monarchen auswähle, wobei stets "der Erstgeborene der rein weißen Windsor-Familie den Thron besteigt. In absehbarer Zukunft kann kein schwarzer oder brauner Brite, egal wie würdig, zum Staatsoberhaupt ernannt werden.“

Der Festumzug soll am Sonntag, dem 5. Juni, stattfinden. Mehr als 10.000 Teilnehmer - darunter auch Mitglieder der königlichen Familie - werden durch die Straßen von Westminster und entlang der Mall zum Buckingham Palace paradieren.

 

 

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