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LGBTI*-Organisation angeklagt Lesbische Anwältin will sich nicht als transphob beschimpfen lassen

Von ms - 07.05.2022 - 10:50 Uhr
LGBTI*-Organisation Stonewall angeklagt // © twitter.com/BluskyeAllison
Foto: LGBTI*-Organisation Stonewall angeklagt // © twitter.com/BluskyeAllison
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Auslöser für die derzeitige gerichtliche Auseinandersetzung zwischen einer lesbischen Anwältin, ihrer Kanzlei und der LGBTI*-Organisation Stonewall ist ein Schriftverkehr aus dem Jahr 2018.

In einem internen Mailverkehr der Londoner Anwaltskanzlei Garden Court Chambers (GCC) wurde darüber berichtet, dass das Unternehmen von der Organisation Stonewall zum "Stonewall Diversity Champion" ernannt wurde.  GCC hatte Stonewall zuvor für eine kontinuierliche Beratung zur Schaffung eines integrativen Arbeitsplatzes zu Rate gezogen und auch finanziell dafür bezahlt.

Die lesbische Anwältin Allison Bailey hatte darauf in einem Schreiben so reagiert: "Es gibt viele von uns in der LGBT-Community, die die Rechte von Transsexuellen voll und ganz unterstützen, die aber den Trans-Extremismus, der derzeit von Stonewall und anderen befürwortet wird, nicht unterstützen. Ich lehne jede formale Verbindung mit Stonewall daher nachdrücklich ab.“

Ferner erklärte die lesbische Juristin, dass Stonewall an "Belästigung, Einschüchterung und Drohungen" gegenüber allen beteiligt sei, die sich gegen die Ansichten der Organisation aussprechen.

Bailey bezieht sich dabei darauf, dass die Organisation Stonewall in den letzten Monaten jede Kritik oder kritische Nachfrage mit Bezug auf die trans-Community radikal als transphob brandmarkte. Der Streit eskalierte in den letzten Woche immer mehr, teilweise auch entzündet an der Frage, ob bei einem Verbot von Konversionstherapien trans-Personen inkludiert werden sollen oder nicht.

In einigen LGBTI*-Gruppen Großbritanniens wird derzeit laut darüber diskutiert, ob sich queere Vereine aufspalten sollten, sodass auf der einen Seite Schwule, Lesben und Bisexuelle ein Bündnis bilden und trans- sowie non-binäre und intersexuelle Menschen ein anderes. Bailey bekräftigte im kollegialen Gespräch zudem, dass sie der Ansicht, dass das Geschlecht biologisch ist und sich nicht ändern könne.

Die Kritik der britischen Schwarzen Anwältin an der LGBTI*-Organisation soll dazu geführt haben, dass Bailey seitdem systematisch diskriminiert worden wird. In weiteren Mails wurde das Verhalten der Juristin als transphob beschrieben, zudem soll ihr Einkommen im Vergleich zu den Vorjahren erheblich reduziert worden sein. Ihr Arbeitgeber, die Anwaltskanzlei GCC, habe ihr nach diesen Interaktionen "Anweisungen und Arbeit vorenthalten".

Sowohl die Anwaltskanzlei Garden Court Chambers wie auch die LGBTI*-Organisation Stonewall weisen alle Vorwürfe zurück. Das Gerichtsverfahren, das vor dem Central London Employment Tribunal im Victory House stattfindet, wird derzeit fortgesetzt.

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