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Strafaufsatz für homophoben Vandalen Aufsatz über Attentat auf Pulse-Club mit 49 Toten

Von ms - 28.04.2022 - 14:15 Uhr
Richter ordnet an: Strafaufsatz für homophoben Vandalen // © IMAGO / ZUMA Wire
Foto: Richter ordnet an: Strafaufsatz für homophoben Vandalen // © IMAGO / ZUMA Wire
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Das ist mit Abstand wohl die gute Nachricht des Tages – ein US-Richter aus Florida hat einen jungen Homophoben namens Alexander Jerich (25) zu einem 25-seitigen Strafaufsatz verurteilt, nachdem dieser vor einigen Jahren einen Fußgängerüberweg mit Pride-Farben mutwillig verunstaltet hatte. Thema das Aufsatzes: Das Attentat auf den queeren Pulse-Club 2016 in Orlando mit 49 ermordeten queeren Menschen.

Jerich war 19 Jahre alt, als er mit seinem weißen Pickup die Straßenkreuzung mit den Pride-Farben demoliert hatte – er kam von einer Geburtstagsfeier zu Ehren des damaligen Präsidenten Trump und war auf dem Weg nach Hause. Dabei wurde der junge Trump-Anhänger mit einem Handy gefilmt. Auf dem Video erkennt man sehr klar, dass es sich um Jerichs Fahrzeug samt Trump-Flagge handelt und er bewusst auf die Kreuzung zuraste und mehrfach stark abbremste, um Bremsspuren zu hinterlassen. Aber vielleicht war dem 19-jährigen Amerikaner einfach nicht klar, dass es sowas wie Handykameras inzwischen gibt? Wie kann man das auch von einem Mann erwarten, der sich gedanklich in den Wilden Westen zurückwünscht?  

Die Polizei hatte daraufhin sachlich festgehalten, dass Jerich vorsätzlich und ohne Rücksicht auf die Sicherheit anderer Personen oder Sachen drauflos gefahren sei. So blieb dem jungen Mann nicht viel mehr übrig, als sich nun auch vor Gericht schuldig zu bekennen und er willigte auch ein, die Reparaturarbeiten zu bezahlen. Die Schadenssumme beläuft sich auf rund 2.000 US-Dollar. Vor dem Richter selbst erklärte er mit geknicktem Haupt zudem, dass er in der Vergangenheit Probleme damit gehabt hätte, sich in seinem Freundeskreis einzufügen: "Ich habe nur versucht, mich anzupassen und akzeptiert zu werden", so Jerich weiter.

 

Mit seinem reuigen Verhalten dürfte Jerich noch einmal Glück gehabt haben, denn eigentlich drohte dem jungen Amerikaner eine einjährige Haftstrafe. Doch Bezirksrichter Scott Suskauer schien von Jerichs Persönlichkeit überrascht zu sein und sagte: "Ich habe jemanden erwartet, der seinen Mitbürgern gegenüber völlige Respektlosigkeit an den Tag legt. Jemanden, den manche als Schläger oder Hinterwäldler bezeichnen würden. Das hier vor mir ist nicht die Person, die ich erwartet habe", gestand der Richter mit Blick auf Jerich.

Ein endgültiges Urteil wird für Anfang Juni erwartet – und richtet sich wohl auch daran aus, was Jerich in dem Aufsatz niederschreiben wird. Der Richter bat den jungen Mann, auch die Hintergründe der Opfer und ihrer Angehörigen zu recherchieren. "Ich möchte von Ihnen eine kurze Zusammenfassung darüber, warum Menschen so hasserfüllt sind und warum sie sich gegen die Gay Community wenden", so Suskauer, der zudem forderte, dass Jerich für eine LGBTI*-Organisation gemeinnützige Arbeit verrichten solle. Anderenfalls könne er den jungen Mann auch dazu verurteilen, künftig jede Woche für die Sauberkeit des Fußgängerüberwegs vor Ort sorgen zu müssen.

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