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Auslaufmodell Homo-Ehe? Rückgang um 12 Prozent – drei Mal so viel wie im Bundestrend

Von ms - 28.04.2022 - 12:15 Uhr
Auslaufmodell Homo-Ehe? // © DGLimages
Foto: Auslaufmodell Homo-Ehe? // © DGLimages
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Die Zahl der Eheschließungen ist im Jahr 2021 in Deutschland weiter gesunken – auch unter den homosexuellen Menschen sagten weniger Paare „Ja ich will“ zueinander. In Zahlen: Unter den schwulen und lesbischen Paaren sank die Zahl der Eheschließungen um rund 12 Prozent auf 8.700 Fälle im Jahr 2021. Im Jahr zuvor hatten sich noch fast 10.000 Paare das Ja-Wort gegeben. Zwar sank die Zahl der heterosexuellen Eheschließungen auch, aber bei weitem nicht so drastisch wie unter den homosexuellen Menschen – die zweigeschlechtlichen Eheschließungen gingen nur um weniger als vier Prozent zurück.

Über die Gründe, warum die Zahlen allgemein und im Speziellen unter homosexuellen Menschen so stark gesunken sind, kann nur spekuliert wird. Sicherlich spielte durchaus die Pandemie und die damit verbundenen Schließungen von Lokalitäten und Event-Räumen durchaus eine Rolle – das allein erklärt aber noch nicht den rapiden Unterschied im Gefälle zwischen hetero- und homosexuell. Zudem liegt die Zahl der tatsächlich neuen homosexuellen Eheschließungen sogar bereinigt um jene Paare, die ihre bisherige Lebenspartnerschaft lediglich in eine “neue“ Eheschließung rechtlich haben umwandeln lassen, noch tiefer (900 Fälle in 2021).  

Die Frage nach dem Warum stellt sich gesamtgesellschaftlich durchaus, bekommt aber bei homosexuellen Paaren noch einmal insofern eine besondere Bedeutung, weil innerhalb der Community immer wieder Stimmen lautgeworden waren und sind, die zwar die rechtliche Möglichkeit einer gleichberechtigten Ehe für wichtig erachten, sich persönlich aber von dem, als „veraltet“ wahrgenommenen Modell immer mehr verabschieden. Die sinkenden Zahlen spiegeln sich auch anderenorts wieder, beispielsweise bei der Zahl der Kirchenaustritte – erstmals lag die Zahl der Menschen, die in Deutschland keiner Religionsgemeinschaft mehr angehören, bei über 50 Prozent. Weitere Details dazu sollen im Sommer präsentiert werden.

Sind „altbackene“ Gelübde und Rollenbilder – ob kirchlich oder staatlich verankert – also immer weniger wichtig für homosexuelle Menschen? Fakt ist, dass der Rückgang der Eheschließungen sowohl bei hetero- wie homosexuellen Paaren überall dort signifikant höher als im landesweiten Durchschnitt ist, wo auch die Religion eine immer marginalere Rolle einnimmt, beispielsweise in den ostdeutschen Bundesländern. Doch auch hier gibt es positive „Ausreißer“ wie beispielsweise die Stadt Leipzig – in der Kulturmetropole liegt die Zahl der homosexuellen Eheschließungen doppelt so hoch wie im bundesweiten Vergleich mit rund 2,5 Prozent.

Seit Oktober 2017 können Homosexuelle eine Ehe in Deutschland schließen. Insgesamt ist es bis Ende 2021 zu rund 65.500 homosexuellen Eheschließungen in Deutschland gekommen, fast die Hälfte davon waren Umwandlungen von Lebenspartnerschaften. Dabei gehen zu gleichen Teilen schwule wie lesbische Paare eine Ehe miteinander ein.

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