Pressesprecherin bricht in Tränen aus Der Hass der Republikaner auf queere Menschen sei grausam!
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, ist eigentlich nicht für ihre emotionalen Ausbrüche bekannt, sondern eigentlich mehr für ihre Härte am Rednerpult. Als Journalist sollte man nicht versuchen, Psaki bewusst zu verärgern. In einem Interview mit Jessica Yellin, der Moderatorin des Podcasts News Not Noise, wurde sie nun mit Bezug auf die LGBTI*-Community sehr emotional und brach sogar in Tränen aus.
Hintergrund ist der Kulturkampf, der seit Monaten mit aller Härte gegen queere Jugendliche an Schulen geführt wird. Beispielhaft nannte Moderatorin Yellin das neue, sogenannte „Don´t Say Gay“-Gesetz in Florida, das künftig LGBTI*-Themen an Schulen gänzlich verbietet. Anderenorts werden vor allem auch trans- und schwule Jugendliche in besonderem Maße durch diskriminierende Gesetze angegriffen.
Psaki sagte mit Blick auf die Taktiken der republikanischen Politiker und Gouverneure, die diese Reihe von Anti-LGBTI*-Gesetzen planen beziehungsweise bereits umgesetzt haben: "Sie tun das auf eine Art und Weise, die hart und grausam ist, vor allem für eine Gemeinschaft von Kindern. Ich werde bei diesem Thema emotional, denn es ist furchtbar. Es sind Kinder, die gemobbt werden, und all diese politischen Führer unternehmen Schritte, um sie immer weiter zu verletzen und ihr Leben und ihre Familien zu brechen.“
Die Pressesprecherin versuchte im weiteren Verlauf, auf einige Fragen zurückhaltend zu antworten, um sich nicht nach amerikanischer Rechtsprechung angreifbar zu machen. Trotzdem deutete Psaki an, dass diese queerfeindliche Gesetzeswelle allein dem Zweck dient, vor den amerikanischen Zwischenwahlen im November bei den Wählern "geschlechtsspezifischen Unmut" zu wecken. "Wenn man sich einige dieser Gesetze in diesen Staaten anschaut, dann wird gegen Eltern vorgegangen, die in einer liebevollen Beziehung leben und Kinder haben. Das ist völlig ungeheuerlich. Es tut mir leid, das ist ein Thema, das mich völlig verrückt macht."
Die 43-jährige Psaki aus Connecticut arbeitete seit 2001 als politische Beraterin, unterstützte auch den Wahlkampf von Ex-Präsident Barack Obama und wurde anschließend die Pressesprecherin des US-Außenministeriums und Kommunikationsdirektorin im Weißen Haus. Zwischenzeitlich war sie während der Trump-Ära Kommentatorin bei CNN, bevor sie im Januar 2021 ihr Amt als Pressesprecherin des Weißen Hauses unter Präsident Joe Biden antrat. Sie ist seit 2010 verheiratet und Mutter zweier Kinder – auch deswegen dürfte die aktuelle Hetzjagd auf queere Jugendliche in Amerika, angestachelt von den Republikanern, für sie eine besondere Dramatik haben.
Abschließend stellt sie im Interview so auch fest: "Diese politischen Spiele und die harten und grausamen Versuche, Gesetze zu erlassen, die wir in einigen Staaten wie Florida sehen, zeigen dabei keineswegs eine Tendenz des Landes auf, die sich angeblich gegen die LGBTI*-Community stellt - das ist nicht das, was wir in den Daten sehen, das ist nicht sachlich und das ist nicht der aktuelle Stand der Dinge. Dies ist einfach ein politischer Keil und der Versuch, einen Kulturkrieg zu gewinnen."