Direkt zum Inhalt

Regenbogenflaggen sind nicht genug! Finanzierung von LGBTI*-Plänen stehen im Mittelpunkt

Von ms - 19.04.2022 - 12:30 Uhr
Regenbogenflaggen sind nicht genug! // © instagram.com/kathrinvoglermdb
Foto: Regenbogenflaggen sind nicht genug! // © instagram.com/kathrinvoglermdb
ANZEIGE
Loading audio player...

Die queerpolitische Sprecherin der LINKEN, Kathrin Vogler, übt jetzt Kritik an dem Hissen von Regenbogenflaggen vor Bundesgebäuden als rein symbolischen Akt. Kurz zuvor hatte die Innenministerin Faeser bekanntgegeben, dass zu besonderen Anlässen zum ersten Mal an allen deutschen Bundesgebäuden in diesem Jahr die Regenbogenflagge als Symbol für die LGBTI*-Community gehisst werden darf. "Wir wollen, dass die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität in allen gesellschaftlichen Bereichen ein Ende hat. Wir wollen Solidarität mit allen zeigen, die immer noch Ausgrenzung erleben müssen. Dafür ist die Regenbogenflagge das weltweit bekannte Symbol“, so Bundesinnenministerin Nancy Faeser.

Für Vogler besteht dabei die Gefahr, dass es bei der reinen Symbolpolitik bleiben könnte – eine Regenbogenflagge allein ändert dauerhaft noch nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse. Via Twitter schrieb die linke Politikerin: „Symbole sind wichtig, weil sie Sichtbarkeit herstellen. Aber die Solidarität mit der Queer-Community darf sich nicht im Zeigen der Regenbogenflagge erschöpfen, sie braucht auch Mittel im Bundeshaushalt und zwar jetzt!“

Sven Lehmann, der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, hatte anderweitig auf die Kritik zum Finanzplan der Bundesregierung mit Bezug auf LGBTI* erklärt, dass in diesem Jahr erst noch die konkreten Planungen vorangetrieben und Details ausgearbeitet werden müssten, bevor man dann ab 2023 die Finanzierung ins Auge fassen könne. Einer dieser Kernaspekte ist dabei der Nationale Aktionsplan, der bundesweit Queerfeindlichkeit angehen und bekämpfen soll.

Trotz eines aktuell reinen Symbolaktes ist die Erlaubnis für das Hissen der Regenbogenflagge von höchster politischer Stelle des Bundesinnenministeriums ein klares Statement für die LGBTI*-Community. In der Vergangenheit war es zuletzt auch unter der schwarz-roten Koalition immer wieder zu Streitigkeiten darüber gekommen, ob eine Beflaggung zum Pride-Monat im Juni erlaubt werden dürfe. Im Kern geht es dabei um die Bundesflagge als Staatssymbol, wobei es laut Verfassung dringend nötig ist, dass die „Wahrung staatlicher Neutralität“ gegeben ist. Ein „politisches Statement“ wie eine Flagge könnte dem zuwiderlaufen, so einige Kritiker.  

Für Bundesinnenministerin Faeser ist die Regenbogenflagge dabei eine Selbstverständlichkeit. Sie betonte: "Wir sind ein modernes und vielfältiges Land. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir das auch als staatliche Institutionen deutlicher zeigen." Kritik dagegen kam wenig überraschend auch von Seiten der AfD-Fraktion, die die Meinung vertritt, dass solche „Propagandafähnchen“ nichts an öffentlichen Gebäuden verloren hätten.
 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontFalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community einAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sexszenen bei Heated Rivalry

Dreharbeiten und Proben laufen

Die Vorbereitungen für „Heated Rivalry“ Staffel 2 laufen. Regisseur Jacob Tierney spricht über Sexszenen, Nacktheit und den Schutz seiner Stars.
Heiße Sportstars

Besondere Nominierungen

Bei Grindrs Jahreswahl „Unwrapped 2026“ konkurrieren Fußballstars, Tennisprofi Carlos Alcaraz und Olympiasiegerin Alysa Liu um besondere Titel.
„Black Doves“ kehrt zurück

Netflix setzt Spionagethriller fort

Ab 5. November läuft die zweite Staffel von „Black Doves“ auf Netflix. Ben Whishaw kehrt als schwuler Auftragskiller mit bewegter Vergangenheit zurück
Ehemann ist schwul: Frau klagt

50.000 Euro Schadensersatz?

Eine Italienerin fordert 50.000 Euro von ihrem schwulen Ex-Mann, weil ihr Kinderwunsch unerfüllt blieb. Das Gericht entscheidet nicht über die Klage.
Queere Jugend macht Politik

Mit 16 schon mitbestimmen

Die US-Initiative „Queer the Ballot“ zeigt LGBTIQ+-Jugendlichen, wie sie politische Entscheidungen beeinflussen können – auch ohne Wahlrecht.
Ein Vorbild nimmt Abschied

Basketballstar beendet Karriere

Der offen schwule Basketballprofi Isaac Humphries beendet mit 28 Jahren seine Karriere. Sein Coming-Out bezeichnet er als seinen stolzesten Moment.
Spendenboom bei Gallant

350.000 Dollar nach Enthüllung

Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos erhält der schwule US-Demokrat Chris Gallant mehr als 350.000 Dollar Spenden und übertrifft seinen Rivalen.
Russland fahndet nach Reporter

Schwuler Journalist auf der Flucht

Russland geht zunehmend gegen homosexuelle Journalisten vor. Der geflüchtete Vadim Vaganov berichtet über staatliche Verfolgung und Einschüchterung.
Hoffnung für Jugendliche

Unterstützung senkt Suizidrisiken

Eine US-Langzeitstudie zeigt: Trotz zunehmender Diskriminierung gehen Selbstverletzungen und Suizidversuche bei LGBTIQ+-Jugendlichen zurück.