Direkt zum Inhalt
Grüne fordern Kanzler-Gipfel für queere Rechte
ANZEIGE

Nach Anschlag auf CSD Berlin Grüne fordern Kanzler-Gipfel für queere Rechte

mr - 02.09.2026 - 12:30 Uhr
Loading audio player...

Nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day hat die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem Spitzentreffen für queere Rechte im Kanzleramt aufgefordert. In einem heute vorgestellten Grundsatzpapier verlangen die Grünen eine gemeinsame Strategie der Bundesregierung gegen die wachsende Bedrohung durch queerfeindliche Gewalt und Diskriminierung. Die Initiative folgt auf den Terroranschlag am 25. Juli, bei dem eine Frau getötet und 31 Menschen verletzt wurden.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Grünen fordern ein Treffen aller relevanten Ministerien mit queeren Verbänden im Kanzleramt.
  • Anlass ist der islamistische Anschlag beim CSD Berlin am 25. Juli mit einer Toten und zahlreichen Verletzten.
  • Das Grundsatzpapier verlangt bessere Sicherheitskonzepte, konsequente Strafverfolgung und Schutzmaßnahmen.
  • Die Grünen erneuern ihre Forderung, das Diskriminierungsverbot für queere Menschen im Grundgesetz festzuschreiben.
  • Der Bundesregierung wird vorgeworfen, Kürzungen bei queeren Projekten nicht ausreichend entgegenzutreten.

 

Grünen-Papier fordert verbindliche Maßnahmen

Das von den Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann und Katharina Dröge sowie weiteren Abgeordneten erstellte Papier betont die Dringlichkeit eines koordinierten politischen Handelns. Nach Angaben der Grünen sollen im Kanzleramt Vertreterinnen und Vertreter queerer Verbände und alle betroffenen Ressorts offen die Gefahrenlage analysieren. Ziel seien „verbindliche und nachhaltige Maßnahmen“ zum Schutz queerer Menschen. Dazu gehören bessere Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen wie den CSD, zügige Umsetzung bestehender Empfehlungen der Innenministerkonferenz zur Hasskriminalität und verstärkte Strafverfolgung queerfeindlicher Übergriffe.

 

Kritik an Kürzungen und Forderung nach Verfassungsschutz

Kritik üben die Grünen an aktuellen Mittelkürzungen für queere Projekte. Besonders die Streichung der Förderung für das queere Jugendnetzwerk Lambda durch das Bundesbildungsministerium wird von ihnen scharf verurteilt. Es dürfe keine staatliche Neutralität gegenüber Diskriminierung und Ausgrenzung geben, so das Grundsatzpapier. Die Forderung, das Diskriminierungsverbot explizit in Artikel 3 des Grundgesetzes zu verankern, bleibt laut den Grünen ein zentrales Anliegen. Nach eigenen Angaben verhindert die Unionsfraktion unter Vorsitz von Thorsten Frei weiterhin diese Grundgesetzänderung auf Bundesebene.

 

Unklare Reaktion aus dem Kanzleramt

Ob Bundeskanzler Friedrich Merz auf die Forderung nach einem Gipfel für queere Rechte eingeht, ist bislang offen. Merz hatte erst im vergangenen Jahr im Bundestag die Ablehnung der Regenbogenfahne mit Verweis auf die Neutralität des Parlaments bekräftigt. Eine inhaltliche oder öffentliche Reaktion auf die aktuellen Vorschläge der Grünen oder auf die Forderung einer expliziten Entschuldigung für frühere Äußerungen blieb bis zum Nachmittag aus.

Die praktische Umsetzung zusätzlicher Schutzmaßnahmen und die Einbindung queerer Organisationen in die Sicherheitsplanung stehen damit aktuell als offene Frage im Raum.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

463 Zwillingspaare ausgewertet

Interaktion von Erbe und Sozialem

Eine Zwillingsstudie mit 463 Paaren zeigt eine deutlich höhere trans* Konkordanz bei eineiigen als bei zweieiigen Zwillingen.
Gezielter Hassangriff

Polizei verstärkt Schutzmaßnahmen

In Tucson im US-Bundesstaat Arizona sind in der Nacht zum 1. September 2026 zwei Männer vor der LGBTIQ+-Bar Venture N durch Schüsse getötet worden.
Intimität vor der Kamera

Neue Regeln für Sexszenen

Intimitätskoordinator Yehuda Duenyas erklärt, warum sichere Sexszenen wie bei "Heated Rivalry" bessere Geschichten ermöglichen.
Freundschaft statt Romantik

Warum Liebe Alltag braucht

Langjährige Partnerschaften leben oft von Dingen, die wenig glamourös, aber umso wichtiger sind. wie eine neue Debatte in Online-Foren nahelegt.
Mutiges Statement in Ghana

Musikerin über Homosexualität

Homosexualität sei natürlich und keine ausländische Idee: Die ghanaische Musikerin Sister Deborah setzte jetzt ein mutiges Zeichen gegen Vorurteile.
Bewerbungen möglich

Finale am 3. Oktober in Bangkok

Mit „The Tom Thailand 2026“ richtet Thailand erstmals einen nationalen Schönheitswettbewerb speziell für trans' Männer und sogenannte Toms aus.
Mecklenburg-Vorpommern

Landtagswahl am 20. September 2026

Vor der Landtagswahl wurden fünf demokratische Parteien anhand von Wahlprüfsteinen zu ihren Positionen in der Queerpolitik befragt.
Männer ab 50 Jahren

Tipps für erfüllte Sexualität

Mit zunehmendem Alter verändert sich die sexuelle Gesundheit – doch laut neusten Studien können Bewegung, Vorsorge und offene Kommunikation helfen.