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Rob Jetten trifft Joe Locke
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Rob Jetten trifft Joe Locke Premierminister verspricht Millionen für mehr LGBTIQ+-Sicherheit

ms - 06.08.2026 - 09:00 Uhr
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Der schwule niederländische Premierminister Rob Jetten (39) hat bei der World Pride 2026 in Amsterdam ein Zeichen für Sichtbarkeit und Sicherheit von LGBTIQ+-Menschen gesetzt. Neben einem Treffen mit dem schwulen Heartstopper-Schauspieler Joe Locke (22) kündigte der Regierungschef ein neues Förderprogramm in Millionenhöhe an und warnte zugleich vor einer zunehmenden Verbreitung von Hass und Desinformation.

Das Wichtigste im Überblick

  • Rob Jetten traf Schauspieler Joe Locke bei der World Pride 2026 in Amsterdam.
  • Der Premierminister würdigte die Bedeutung von „Heartstopper Forever“ für Sichtbarkeit und Akzeptanz.
  • Die niederländische Regierung stellt drei Jahre lang jährlich 7,5 Millionen Euro für den Schutz von LGBTIQ+-Menschen bereit.
  • Jetten warnte vor zunehmender Hassrede und Desinformation im Internet.
  • Der Premierminister gedachte den Opfern des CSD-Anschlags in Berlin 

Verstanden fühlen dank Heartstopper

Auf seinen Social-Media-Kanälen berichtete Jetten über die Begegnung mit dem britischen Schauspieler Joe Locke, der durch die Serie Heartstopper international bekannt wurde. „Es war großartig, Zeit mit Joe Locke während der World Pride 2026 zu verbringen“, schreibt Jetten. Der schwule niederländische Premierminister erklärte weiter: „Heartstopper Forever ist mehr als nur ein Film. Er zeigt uns, dass Freundlichkeit zählt, dass Liebe gefeiert werden sollte und dass sich selbst in schwierigen Zeiten Hoffnung finden lässt. Kunst, Bücher und Filme wie dieser helfen Menschen auf der ganzen Welt, sich gesehen und verstanden zu fühlen und sich ein wenig weniger allein zu fühlen. Deshalb ist Repräsentation so wichtig.“ 

Direkt an Locke gewandt betonte der 39-jährige Regierungschef weiter: „Danke, Joe, dass du dein Talent und deine Stimme nutzt, um so viele Menschen zu inspirieren. Lasst uns weiter an einer Welt bauen, in der jeder Mensch frei sein kann, genau so zu sein, wie er oder sie ist – mit Hoffnung, Mut und Freude.“ Heartstopper erzählt die Coming-of-Age-Geschichte des homosexuellen Schülers Charlie, gespielt von Joe Locke, der sich in seinen Klassenkameraden Nick verliebt. Die Reihe basiert auf dem gleichnamigen Webcomic von Alice Oseman. Die Serie endete vor kurzem mit dem finalen Film „Heartstopper Forever“.

Mehr Schutz für LGBTIQ+

Bei der Eröffnung der World Pride Human Rights Conference gestern in Amsterdam kündigte Jetten zudem ein neues Maßnahmenpaket zum Schutz von LGBTIQ+-Menschen an. Nach seinen Angaben wird die niederländische Regierung in den kommenden drei Jahren jeweils 7,5 Millionen Euro bereitstellen. Mit dem Geld sollen Projekte finanziert, die Diskriminierung bekämpft und die öffentliche Sicherheit verbessert werden. Zudem soll verstärkt gegen Desinformation und Falschinformationen über LGBTIQ+-Menschen vorgegangen werden. 

In seiner Eröffnungsrede warnte Jetten davor, dass Fortschritte bei der Gleichstellung in vielen Teilen der Welt wieder infrage gestellt würden. Hassrede werde zunehmend gesellschaftsfähig. Nach den Worten Jettens tragen „toxische, hoch organisierte und gut finanzierte Gruppen, die sich hinter der Fassade der Meinungsfreiheit verstecken“, maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Zugleich warf er großen Social-Media-Plattformen vor, nicht ausreichend gegen missbräuchliche und hasserfüllte Inhalte vorzugehen. „Hassgruppen fühlen sich nicht länger gebremst“, so Jetten. „Meiner Ansicht nach ist der Anstieg von Online-Hass heute eine der größten Bedrohungen für LGBTIQ+-Menschen. Fehlinformationen – und gezielte Desinformation – können mit einem einzigen Mausklick in Sekundenbruchteilen verbreitet werden.“ Sie erreichten damit weitaus mehr Menschen, als Nichtregierungsorganisationen, Jugendarbeit oder Gesundheitsorganisationen erreichen könnten. „So fasst Hass immer Fuß: im Verborgenen. Außerhalb des Blickfelds der Gesellschaft. Von allen unterschätzt.“

Landesweite Kampagnen 

Zusätzlich zu dem Finanzpaket kündigte der Premierminister eine landesweite Informationskampagne an. Diese soll Diskriminierung sowie Falsch- und Desinformation im Internet entgegenwirken. Ein Teil der Mittel fließt nach seinen Angaben außerdem in den Ausbau des Purple Friday. Die jährlich stattfindende Initiative regt Schulen in den Niederlanden dazu an, sich mit der Inklusion von LGBTIQ+-Menschen auseinanderzusetzen. Organisiert wird sie seit 2010 von der LGBTIQ+-Organisation COC. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte tragen dabei Lila als Zeichen ihrer Unterstützung.

In den vergangenen Jahren war der Aktionstag zunehmend umstritten. Umfragen der niederländischen Rundfunkanstalten NOS und RTL aus dem Jahr 2024 ergaben, dass rund drei Viertel der teilnehmenden Schulen Probleme im Zusammenhang mit dem Purple Friday erlebt hatten. Dazu gehörten verbrannte Regenbogenflaggen, beschädigte Plakate und Proteste von Eltern. Eine Studie des niederländischen Gesundheitsdienstes GGD zeigte dabei auf, dass vor allem bei jungen Menschen die Akzeptanz von Homosexualität drastisch gesunken ist. Nur noch 43 Prozent der befragten Jugendlichen tolerieren Homosexualität, vor zwei Jahren lagen diese Werte noch bei 69 Prozent.  Einige Schulen haben die Veranstaltung inzwischen durch allgemeinere „Sei-du-selbst“-Aktionstage ersetzt.

Hoffnung nach CSD-Anschlag

In seiner Ansprache erinnerte der Premierminister außerdem an den Anschlag während der Berlin Pride am 25. Juli, bei dem ein Mensch getötet und 31 weitere verletzt wurden. Der tatverdächtige Islamist wurde später von der Polizei erschossen. Jetten sagte, sein „Herz sei in den Tagen danach voller Hoffnung gewesen“, als Tausende Menschen am Homomonument in Amsterdam zusammenkamen, um der Betroffenen zu gedenken. Die diesjährige World Pride steht zugleich im Zeichen eines Jubiläums: Die Niederlande feiern 25 Jahre Ehe für alle. Am 1. April 2001 heirateten kurz nach Mitternacht vier gleichgeschlechtliche Paare im Amsterdamer Rathaus. Seitdem haben im Land mehr als 36.000 gleichgeschlechtliche Paare den Bund der Ehe geschlossen.

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