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Eklat in Sansibar
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Eklat in Sansibar Schwule Italiener am Flughafen abgewiesen

ms - 10.09.2026 - 12:30 Uhr
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Zwei schwulen Italienern wurden bei ihrer Ankunft auf Sansibar die Einreise verweigert. Das schwule Paar war mit einem Fly-Dubai-Flug auf dem Archipel angekommen, zuvor hatten sie ohne Probleme einen Zwischenstopp in Dubai eingelegt. Nach ersten Berichten sollen die Beamten bei der Passkontrolle in Sansibar dann wiederholt nach der Beziehung der beiden Reisenden gefragt haben. Die Männer gaben dabei an, miteinander verheiratet zu sein. Anschließend wurden ihre Pässe einbehalten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Zwei italienische Staatsbürger wurden bei der Einreise nach Sansibar abgewiesen.
  • Zuvor sollen Beamte sie wiederholt nach der Art ihrer Beziehung gefragt haben.
  • Das schwule Ehepaar wurde daraufhin rund 14 Stunden im internationalen Bereich des Flughafens festgehalten.
  • Ihre Pässe wurden einbehalten und erst beim Abflug zurückgegeben. 
  • Sansibar hat besonders strenge Strafvorschriften gegen gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen, es drohen Haftstrafen von mehr als 30 Jahren. 
  • Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch kritisieren die Situation für homosexuelle Menschen in Tansania und Sansibar.

Festsetzung am Flughafen

Offiziell bestätigt ist bislang nicht, warum die beiden Männer nicht einreisen durften. Auch eine Bestätigung durch die Behörden Sansibars oder seitens italienischer Stellen liegt derzeit nicht vor. Über den Fall berichtete zunächst die Zeitung L’Identità, kurz darauf auch Giornale La Voce. Nach den beiden Darstellungen soll die Reise der beiden Schwulen am internationalen Flughafen Abeid Amani Karume, dem wichtigsten Flughafen Sansibars, geendet haben. Bei der Kontrolle ihrer Pässe sollen die Einwanderungsbeamten mehrere Fragen dazu gestellt haben, in welchem Verhältnis die beiden Männer zueinander stehen. Daraufhin hat das Paar erklärt, dass sie verheiratet sind. Kurz darauf wurden ihre Pässe einbehalten. 

Eine Einreise nach Sansibar sei ihnen anschließend nicht gestattet worden. Stattdessen sollen sie etwa 14 Stunden im internationalen Bereich des Flughafens festgesetzt worden sein, bevor sie unverrichteter Dinge einen Rückflug antreten mussten. Das schwule Paare wurde von Sicherheitskräften bis zum Gate begleitet – erst direkt vor dem Einstieg in das Flugzeug bekamen sie auch ihre Pässe zurück. L’Identità berichtet zudem, die beiden seien die ganze Wartezeit über ohne Wasser, Informationen und Unterstützung geblieben. Nach den bislang bekannten Informationen erhielten sie auch keinen schriftlichen Bescheid über die Zurückweisung. Überdies wurde ihnen auch kein konkreter Rechtsverstoß vorgeworfen. Von den Behörden Sansibars gibt es bislang ebenso keine offizielle Erklärung. Noch steht nicht fest, ob italienische Behörden den Fall weiter untersuchen werden. 

Homosexualität als Grund?

Der rechtliche Hintergrund ist für homosexuelle Menschen auf Sansibar besonders schwierig. Die Inselgruppe gehört zur Vereinigten Republik Tansania, verfügt jedoch über einen weitreichenden autonomen Status mit eigenen Institutionen und in bestimmten Bereichen auch einer eigenständigen Gesetzgebung. Dazu gehört das Strafrecht. Homosexuelle Handlungen und gleichgeschlechtlicher Sex unter Männern werden auf Sansibar mit bis zu 30 Jahren Haft bestraft – laut Artikel 133 der Gesetzordnung handelt es sich dabei um „Geschlechtsverkehr gegen die Ordnung der Natur“. Lesbische Frauen erwarten Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Dazu können weitere Straftaten im Bereich der „groben Unanständigkeit“ kommen, die weitere fünf Jahre Gefängnis bedeuten. 

Besonders relevant im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall ist auch Artikel 140. Er sieht eine Strafe von bis zu weiteren sieben Jahren Gefängnis für Personen vor, die eine eheliche Verbindung mit einem Menschen gleichen Geschlechts eingehen oder organisieren. Die Situation in Tansania und Sansibar wird von Menschenrechtsorganisationen seit Jahren kritisch beobachtet. Human Rights Watch bezeichnete die tansanischen Gesetze als einige der strengsten weltweit gegen einvernehmliche homosexuelle Beziehungen. Die Organisation hat unter anderem über willkürliche Festnahmen, Erpressungen, Gewalt und Schwierigkeiten beim Zugang zu medizinischer Versorgung berichtet. Auch aus Sansibar selbst wurden Festnahmen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Feiern gleichgeschlechtlicher Verbindungen bekannt.

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