Reaktion von Ralf König Comic-Autor König über die Fortsetzung von "Der bewegte Mann"
Die Meldung sorgte gestern landesweit für Schlagzeilen und viel Diskussionen gerade in der schwulen Community: Till Schweiger (62) plant eine Fortsetzung von „Der bewegte Mann“ und will nach 32 Jahren erneut in seine Kultrolle als Axel schlüpfen, die für den Schauspieler 1994 den großen Durchbruch bedeutete. Die Geschichte nach dem gleichnamigen Comic von Ralf König (65) soll weitererzählt werden – doch wie blickt König selbst auf die Idee?
Das Wichtigste im Überblick
- Till Schweiger plant mit „Der bewegte Mann – Reloaded“ die Fortsetzung des Kultfilms von 1994.
- Comic-Autor Ralf König hat dem Projekt seinen Segen gegeben, ist an Drehbuch und Produktion aber nicht beteiligt.
- König lehnte es 2024 selbst ab, eine Fortsetzung zu schreiben, weil ihm keine überzeugende Geschichte einfiel.
- Die Handlung setzt 30 Jahre nach dem ersten Film ein und stellt erneut Axel, Doro und Norbert in den Mittelpunkt.
- Rufus Beck gehört zum Cast, weitere Rückkehrer wie Katja Riemann und Joachim Krol sind bislang nicht bestätigt.
- Regie führt Hermine Huntgeburth, das Drehbuch stammt von Judy Horney und Martin Gypkens auf Grundlage der Comics von Ralf König.
- Der Film wird von der Film- und Medienstiftung NRW mit 900.000 Euro gefördert.
- Das Original „Der bewegte Mann“ zählt zu den erfolgreichsten deutschen Kinofilmen der 1990er Jahre und machte Till Schweiger zum Star.
Segen von Ralf König
Gegenüber SCHWULISSIMO erklärte König: „Ich habe 1987 diesen Comic gezeichnet, der Jahre später sehr erfolgreich fürs Kino verfilmt wurde, aber schon damals war ich nicht wirklich an der Produktion beteiligt. Danach gab es eine SAT.1 - Fernsehserie 'Bewegte Männer', mit der ich nichts zu tun hatte und zuletzt in Hamburg ein Musical, mit dem ich auch nichts zu tun hatte.“ Bereits damals wurde in der Branche immer wieder über eine Fortsetzung nachgedacht, doch schlussendlich nie verwirklicht.
Erstmals 2024 kam dann wieder Bewegung in die Geschichte: !Als dem Film 2024 das 30-jährige Jubiläum bevorstand, kam der nette Joachim Krol auf mich zu, ob ich eine Fortsetzung schreiben könne. Ich habe ein paar Tage darüber nachgedacht, aber eine zündende Idee kam mir nicht, wie man mit diesen Personen 30 Jahre später neu ansetzen könnte. Zumal mir dabei immer Til Schweiger und Katja Riemann vor Augen waren und nicht mehr meine Comicfiguren. Ich hätte mir nur des Geldes wegen irgendwas aus der Nase gepopelt und das wollte ich nicht. Ich habe aber den Segen vergeben, dass andere Drehbuchschreiber da rangehen können. Das ist nun offenbar geglückt“, so König.
Abschließend zieht der erfolgreichste schwule Comic-Autor Europas ein ernüchterndes Fazit: „Die Geschichte ist mir schon lange davon galoppiert und ich kümmere mich derzeit lieber um meine Version der Nibelungen auf dem Zeichenbrett. Meine eigene kleine Fortsetzung habe ich zur 30jährigen Jubiläumsausgabe des Der bewegte Mann-Comics bei Rowohlt hinzugefügt, da begegnen sich Norbert, Waltraud und Axel kurz in einem Restaurant. Das wäre aber für einen Film zu wenig Stoff gewesen“, so König, der im August seinen 66. Geburtstag feiert.
Was bisher bekannt ist
Die Fortsetzung des Kultfilms trägt derzeit den Titel „Der bewegte Mann – Reloaded“ und entsteht bei den Kölner Produktionsunternehmen Feine Filme und Peak Point Pictures, gefördert mit 900.000 Euro von der Film- und Medienstiftung NRW. Die neue Geschichte setzt 30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Films ein. Zu Beginn taucht Axel nach längerer Abwesenheit überraschend bei der Hochzeit seines schwulen Sohnes auf und sorgt damit erneut für viel Trubel. Zudem bringt er das sorgfältig aufgebaute Familienleben seiner ehemaligen Partnerin Doro und des schwulen Ersatzvaters Norbert aus dem Gleichgewicht. Zwischen persönlichen Krisen, möglichen Nachwuchsplänen und der Suche nach einer Antwort darauf, was Familie eigentlich bedeutet, wird die Geschichte der Charaktere weitergeführt.
Ob auch Katja Riemann oder Joachim Krol erneut in ihre Rollen als Freundin Doro und Norbert schlüpfen, ist nicht bestätigt. Mit dabei wie bereits im ersten Teil ist aber Rufus Beck, der 1994 Walter alias Waltraud spielte. Ebenso zum Cast sollen Jan Josef Liefers und Marie Bäumer gehören. Die Regie übernimmt Hermine Huntgeburth (Tatort, Bibi Blocksberg, Die weiße Massai). Das Drehbuch schreiben Judy Horney und Martin Gypkens auf Grundlage der Comics von Ralf König, allerdings ohne Beteiligung des Meisters.
„Der bewegte Mann“ wurde in den 1990er Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Filme, inszeniert von Sönke Wortmann. Erzählt wird die Geschichte des Schwerenöters Axel, der nach einem Seitensprung von seiner Freundin Doro rausgeworfen wird und in der Wohnung des schwulen Norbert landet, der heimlich verschossen in den Hetero ist. Mit viel Situationskomik versucht Axel schlussendlich, wieder mit seiner Freundin zusammenzukommen, während Norbert und sein Freundeskreis alles daransetzen, um den jungen Mann vom Leben als Homosexuellen zu überzeugen.