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Küsse sorgen für Wirbel Viel Homoerotik in der spanischen WM-Nationalmannschaft

Von ms - 23.07.2026 - 14:30 Uhr
Küsse sorgen für Wirbel
Foto: Instagram / markus_pubill27
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Die Feierlichkeiten der spanischen Fußball-Weltmeister haben im Internet für große Aufmerksamkeit gesorgt. Mehrere Videos, in denen Spieler sich küssen oder körperliche Nähe zeigen, verbreiteten sich nach der Siegesparade in Madrid rasch in den sozialen Netzwerken. Viele schwule Fans feiern die besondere Homoerotik der Jungs. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Videos von Küssen und innigen Momenten während der Feierlichkeiten verbreiteten sich viral.
  • Besonders ein Kuss zwischen Torhüter Unai Simón und Yéremy Pino sorgte für zahlreiche Reaktionen.
  • Auch der gemeinsame Kuss von Ferran Torres und Marc Pubill auf die WM-Trophäe wurde vielfach kommentiert.
  • Kein Spieler aus Spaniens 26-köpfigem Weltmeister-Kader ist öffentlich als schwul oder bisexuell geoutet.
  • Die Zärtlichkeiten unter den WM-Meistern ist ein wichtiges Zeichen gegen Homophobie im Profifußball 

Ein softes Coming-Out?

Besonders häufig geteilt wurde ein Video mit Spaniens Torhüter Unai Simón und seinem Teamkollegen Yéremy Pino. Darin fordert Simón Pino auf: „Gib mir einen Kuss.“ Pino kommt der Aufforderung nach und küsst seinen Mitspieler. Keiner der 26 Spieler aus Spaniens Weltmeister-Team hat sich öffentlich als schwul oder bisexuell geoutet. Dennoch hoffen einige Fußballfans, in den Szenen Hinweise auf mögliche romantische oder sexuelle Beziehungen zwischen Spielern zu erkennen, eine Art von softem Coming-Out, das auch bereits andere prominente Sport-Paare vollzogen haben.  Ein spanischer Fan kommentierte die Szene im Internet so: „Er hat nicht nur um einen kleinen Kuss gebeten, sondern zunächst so getan, als würden sich ihre Zungen berühren, und den anderen sogar völlig überrascht, weil er ihm direkt einen Kuss gegeben hat. Unai, mein neuer Schützling. Bisexueller König.“

Kuss auf die Trophäe 

Für weitere Diskussionen sorgte ein Moment mit Ferran Torres und Marc Pubill. Torres, der im WM-Finale das einzige Tor erzielt hatte, küsste gemeinsam mit Pubill die Weltmeister-Trophäe, beide Kicker waren dabei oben ohne und zeigten sichtbar freudig ihre durchtrainierten Körper.  Ein Fan schrieb dazu: „Dieses Foto ist so schwul, aber gleichzeitig so hetero.“ Ein anderer Nutzer kommentierte nach einer weiteren Aufnahme des Moments: „Oh mein Gott, dieser Blickwinkel hier macht das Foto zu 100 Prozent schwul.“ 

Auch ein weiteres Video wurde vielfach kommentiert. Darauf ist zu sehen, wie ein Spieler einen Mitspieler um die Hüfte fasst und gemeinsam mit ihm hin und her schwingt. „Was hat es damit auf sich, dass die spanische Nationalmannschaft voller bisexueller Schlampen ist?“, schrieb eine Person in den sozialen Netzwerken augenzwinkernd. Zusätzlich verbreitete sich ein Video von Spaniens Offensivspieler Nico Williams, der einem Teamkollegen spielerisch auf den Hintern schlägt. Ein Nutzer reagierte darauf mit den Worten: „Es sind Männer, die sich küssen, es sind Männer, die anderen Männern auf den Arsch schlagen … was für ein gesegnetes Team!!“

Bilder mit wichtiger Botschaft

Die Szenen können natürlich auch als Ausdruck von Freundschaft und Erleichterung nach einem historischen sportlichen Erfolg verstanden werden. Gerade im Profifußball haben solche Bilder allerdings eine besondere Bedeutung. Die sichtbare Nähe, Zärtlichkeit und spielerische Homoerotik zwischen männlichen Spielern kann als Gegenentwurf zu einem Umfeld verstanden werden, in dem traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit noch immer stark geprägt sind. Viele schwule und bisexuelle Fußballer verzichten bis heute auf ein öffentliches Coming-Out, weil sie negative Folgen für ihre Karriere, Ablehnung im Team oder Anfeindungen von Fans befürchten. 

Gleichzeitig ist Homophobie in weiten Teilen der Fußballkultur weiterhin verbreitet – von beleidigenden Fangesängen bis hin zu Vorurteilen gegenüber schwulen Spielern. Umso größer ist die Symbolkraft, wenn erfolgreiche Profis ungezwungen Zuneigung, körperliche Nähe und Verbundenheit zeigen: Solche Momente können dazu beitragen, starre Vorstellungen davon aufzubrechen, wie Männer im Sport miteinander umgehen dürfen, und jungen homosexuellen Menschen signalisieren, dass auch im Fußball Raum für unterschiedliche Identitäten und Lebensweisen existiert.

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