Direkt zum Inhalt
Königin zeigt Flagge
ANZEIGE

Königin zeigt Flagge Historischer Pride-Moment: Máxima eröffnet den World Pride

ms - 15.07.2026 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Königin Máxima der Niederlande wird den World Pride 2026 in Amsterdam eröffnen. Damit nimmt erstmals eine europäische Königin an einer Pride-Veranstaltung teil. Der World Pride findet vom 25. Juli bis zum 8. August statt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Königin Máxima der Niederlande eröffnet den World Pride 2026 in Amsterdam.
  • Sie ist damit die erste europäische Königin, die an einer Pride-Veranstaltung teilnimmt.
  • Der World Pride erinnert an 25 Jahre gleichgeschlechtliche Ehe in den Niederlanden.
  • Amsterdam erwartet Zehntausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.
  • Das niederländische Königshaus unterstützt seit Jahren öffentlich LGBTIQ+-Rechte.

Historisches Zeichen 

Die Entscheidung gilt als bislang einmaliger Schritt innerhalb der europäischen Königshäuser und soll die Rolle der Niederlande beim Einsatz für die Rechte der LGBTIQ+-Gemeinschaft unterstreichen. Die Ankündigung wurde vom Informationsdienst des niederländischen Königshauses veröffentlicht. Vor der offiziellen Eröffnungszeremonie am Samstag, 25. Juli, wird Máxima unter anderem den Sport Pride und den Youth Pride im Pride Park besuchen. Während der Sport Pride die Bedeutung von Inklusion im Sport hervorhebt, soll der Youth Pride jungen Menschen während der Veranstaltung einen sicheren Ort bieten.

Die Königin will außerdem mit Vertreterinnen und Vertretern der LGBTIQ+-Community sprechen und verschiedene Informationsstände besuchen. Die Pride-Parade startet am Dam-Platz nahe dem Königlichen Palast. Máxima wird sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern jedoch erst im Pride Park anschließen, der im Vondelpark, dem größten Park Amsterdams, liegt. „Die Eröffnung des World Pride 2026 unterstreicht die Rolle, die Amsterdam international als Stadt der Freiheit, Vielfalt und Inklusion spielt“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Informationsdienstes des Königshauses. „Im Jahr 2026 jähren sich zum 25. Mal die Feierlichkeiten zur ersten gleichgeschlechtlichen Eheschließung der Welt, die genau in der Hauptstadt stattfand.“

Die Niederlande waren im Jahr 2001 das erste Land weltweit, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare legalisierte. Das Gesetz trat am 1. April 2001 in Kraft. An diesem Tag traute der damalige Bürgermeister von Amsterdam, Job Cohen, vier gleichgeschlechtliche Paare und schrieb damit Geschichte. Der World Pride 2026 soll 25 Jahre später an diese gesellschaftliche Entwicklung erinnern und die Bedeutung von Gleichberechtigung und Vielfalt hervorheben.

Königshaus unterstützt LGBTIQ+-Rechte

Die Teilnahme von Königin Máxima ist dabei nicht der erste öffentliche Einsatz des niederländischen Königshauses für LGBTIQ+-Rechte. Sowohl Máxima als auch König Willem-Alexander haben sich mehrfach unterstützend geäußert. Im Jahr 2008 nahm Máxima an einer internationalen Konferenz zu LGBTIQ+-Rechten teil. 2024 besuchte sie das IDAHOT+-Forum in Den Haag. Dort warnte sie vor einer Stagnation bei der Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und betonte die Notwendigkeit sichererer Räume für junge Menschen aus der Community.

König Willem-Alexander besuchte 2016 anlässlich des 70-jährigen Bestehens die Organisation COC, die als älteste LGBTIQ+-Organisation der Niederlande gilt. 2021 bestätigte die niederländische Regierung außerdem, dass Kronprinzessin Amalia auch dann den Thron besteigen könne, wenn sie eine Person gleichen Geschlechts heiraten sollte. Die Entscheidung beseitigte Zweifel an der Vereinbarkeit einer gleichgeschlechtlichen Ehe mit der Thronfolge und wurde als Signal für die inklusive Ausrichtung der niederländischen Monarchie gewertet.

Großes Programm für World Pride 2026

Für den World Pride werden Zehntausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt in Amsterdam erwartet. Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen. Am Samstag, 25. Juli, beginnt der Pride Walk vom Dam-Platz zum Vondelpark. Weitere Höhepunkte sind die traditionelle Bootsparade auf den Amsterdamer Grachten am Samstag, 1. August, sowie die Menschenrechtskonferenz in der Beurs van Berlage vom 5. bis 7. August. Beim Unity Concert am 4. August treten unter anderem Beth Ditto, Billy Porter, die New Amsterdam Orchestra, Paul Morris, Tara McDonald und Conchita Wurst auf.

Das World Pride Village auf dem Museumplein bleibt vom 5. bis 8. August geöffnet. Den Abschluss bildet am Samstag, 8. August, eine große Demonstration. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer treffen sich um 14 Uhr im Martin Luther King Park, der Marsch beginnt um 16 Uhr und führt zum Museumplein. Dort findet um 17.30 Uhr das Abschlusskonzert des World Pride statt. Zu den angekündigten Gästen gehört unter anderem Olly Alexander. Der nächste World Pride ist für 2028 geplant. Ob die deutsche Regierung eine offizielle Vertretung zum World Pride entsendet, war zuletzt im Juni Thema von Streitdebatten im Bundestag

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eklat in Sydney

Proteste gegen LGBTIQ+-Events

Nach Protesten gegen LGBTIQ+-Veranstaltungen droht einer neuen Kulturstätte in einer ehemaligen Kirche in Sydney jetzt die Räumung.
Schule gegen Mobbing

Mailänder Schule ehrt Opfer

Eine Mailänder Schule wird nach Andrea Spezzacatena benannt, der nach homophobem Mobbing Suizid verübte. Die Ehrung soll ein wichtiges Zeichen setzen.
Kampf um Pride in Rumänien

Internationale Kritik an Regierung

Mehr als 120 Organisationen fordern Rumänien auf, den Pride-Marsch in Oradea zu ermöglichen und die Versammlungsfreiheit zu schützen.
Haftantritt in Chemnitz

Auslieferung nach Deutschland

Die verurteilte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist nach einer Entscheidung tschechischer Behörden jetzt nach Deutschland überstellt worden.
Streit unter Republikanern

Pädophilie-Vergleich vor Gericht

Ein schwuler Republikaner aus Wyoming verklagt Parteikollegen wegen homophoben Diffamierungen und erfundenen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens.
Unterstützung für LGBTIQ+

Besondere Aktion in England

Eine Hilfsverin in Nordostengland erhält Fördergeld vom Polizeichef, um LGBTIQ+-Menschen nach Hassverbrechen und Anfeindungen zu unterstützen.
Streit um Pronomen

Religiöse US-Eltern vor Gericht

Religiöse Eltern verklagen einen Schulbezirk in Maryland, weil Lehrkräfte ihr Kind ohne ihr Wissen mit männlichem Namen und Pronomen ansprachen.
Indonesien attackiert LGBTIQ+

Einstufung als Terror-Bedrohung

Indonesiens Regierung stuft LGBTIQ+ als nicht-militärische Terror-Bedrohung ein. Menschenrechtsorganisationen warnen vor weiterer Diskriminierung.
Debatte AfD-Verbotsverfahren

Hape Kerkeling als Redner geladen

Der Landtag in Thüringen berät im September öffentlich über ein AfD-Verbot. Entertainer Hape Kerkeling soll dabei als Redner gehört werden.