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Schule gegen Mobbing Neue Schule trägt Namen von verstorbenem schwulen Jungen

Von ms - 15.07.2026 - 14:00 Uhr
Schule gegen Mobbing
Foto: Teresa Manes privat
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Eine neue Schule im Mailänder Stadtteil Cascina Merlata wird künftig den Namen von Andrea Spezzacatena (✝15) tragen. Der Beschluss geht auf eine Initiative der Mailänder Vizebürgermeisterin Anna Scavuzzo zurück. Die Schule soll im September eröffnet werden und erinnert an den Jugendlichen, der sich 2012 im Alter von 15 Jahren das Leben nahm. Vorausgegangen waren homophobes Mobbing und Cybermobbing an seinem naturwissenschaftlichen Gymnasium Cavour in Rom.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eine neue Schule in Mailand wird nach Andrea Spezzacatena benannt.
  • Der Jugendliche nahm sich 2012 nach homophobem Mobbing und Cybermobbing das Leben.
  • Die Stadt sieht die Benennung als Signal im Kampf gegen Mobbing und Diskriminierung.
  • Die Geschichte Spezzacatenas wurde 2024 durch den Film „Il Ragazzo dai Pantaloni Rosa“ bekannt.
  • Seine Mutter Teresa Manes begrüßt die Entscheidung und setzt sich weiterhin für Aufklärung ein.

Wichtiges Signal gegen Mobbing

Die Geschichte des Jugendlichen wurde 2024 durch den Film „Il Ragazzo dai Pantaloni Rosa“ („Der Junge mit der rosa Hose“) von Margherita Ferri einem breiten Publikum bekannt. Die Produktion spielte mehr als zehn Millionen Euro an den Kinokassen ein, wurde später als Theatermusical umgesetzt und erhält derzeit eine US-Neuverfilmung. Zudem erhielt der Film zwei Nominierungen für den David di Donatello und gewann den Nastro für den besten Originalsong „Canta Ancora“ von Arisa.

Nach Angaben der italienischen Zeitung Il Giorno entstand die Initiative zur Schulbenennung im Lehrerkollegium der Gesamtschule Giosuè Borsi in der Via Viscontini. Nachdem der Schulrat dem Vorschlag zugestimmt hatte, wurde der Antrag an das regionale Schulamt der Lombardei weitergeleitet. Die Stadtverwaltung begründete ihre Zustimmung mit der besonderen Bedeutung der Ehrung. Im Beschluss heißt es: „Die Benennung der Schule nach Andrea Spezzacatena, einem Opfer von Mobbing in der Schule und im Internet, hat eine wichtige kulturelle, pädagogische und symbolische Bedeutung im Kampf gegen Mobbing als Verletzung der Menschenrechte.“

Weiter heißt es: „Die Prävention dieses schwerwiegenden gesellschaftlichen Problems führt auch über das Durchbrechen der Mauer des Schweigens, indem die Spirale aus Gewalt und Diskriminierung unterbrochen wird, die allzu oft die Opfer mitreißt, wie es bei Andrea geschah, der im November 2012 beschloss, seinem Leben ein Ende zu setzen.“ Das Gebäude in der Via Jona wird künftig eine Kindertagesstätte, eine Grundschule und eine Mittelschule beherbergen. Außerdem wird die Grundschule aus der Via Alex Visconti dorthin verlegt. Damit umfasst der neue Standort künftig alle Klassenstufen der Grundschule von der ersten bis zur fünften Klasse. Auch der 8. Stadtbezirk von Mailand sprach sich für die Benennung aus. „Von diesem Viertel aus werden wir eine wichtige Botschaft gegen Mobbing senden“, sagte Giulia Pelucchi, Präsidentin des 8. Stadtbezirks.

Mutter setzt Erinnerungsarbeit fort

Andrea Spezzacatenas Mutter Teresa Manes, die seit Jahren Schulen in ganz Italien besucht und über die Geschichte ihres Sohnes berichtet, begrüßte die Entscheidung der Stadt Mailand. Sie setzt sich damit weiterhin für die Aufklärung über Vielfalt und gegen Ausgrenzung ein. In einer Stellungnahme erinnerte sie an den Tod ihres Sohnes und die schwere Zeit danach. Es sei ein schmerzhafter Tag gewesen, von dem aus sie habe weitermachen müssen, „weil der Tod nur seinen Körper genommen hatte. Aber der Geist meines Sohnes gehörte nun mir, in jedem Atemzug meines Lebens.“

Als Bürgerin habe sie daraus eine große Sensibilisierungsarbeit entwickelt und einen gesellschaftlichen Kampf weitergeführt. „Als Mutter hätte ich ihn niemals und unter keinen Umständen unter der Erde zurückgelassen. Andrea musste wiedergeboren werden und eine Mahnung für andere sein.“ Die Benennung der Schule sei jetzt eine starke Botschaft. „Es ist ein Zeichen der Erkenntnis, denn Mobbing kann nur bekämpft werden, wenn jeder von uns seinen Teil dazu beiträgt, die Kultur des Respekts zu fördern und die Mauer des Schweigens und der Gleichgültigkeit niederzureißen.“ Manes fügte hinzu: „Seit diesem Tag fühle ich mich jeden Tag weniger allein in meinem Glauben daran.“

 

Wenn Sie sich in einer seelischen Krise befinden oder Suizidgedanken haben, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Dort erhalten Sie rund um die Uhr kostenlos und anonym Hilfe. Weitere Informationen und Chat-Angebote finden Sie unter https://www.telefonseelsorge.de.

In Österreich: Telefonseelsorge 142

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