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Unklarheit vor World Pride Linksfraktion fordert Signal von Union und SPD zu LGBTIQ+

Von ms - 16.06.2026 - 12:30 Uhr
Unklarheit vor World Pride
Foto: IMAGO / ANP
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Der queer-politische Sprecher der Linksfraktion, Maik Brückner, fragte beim Auswärtigen Amt nach, ob sich die Bundesrepublik Deutschland mittels deutscher Auslandsvertretungen offiziell am diesjährigen World Pride ab Ende Juli in Amsterdam beteiligen werden. Staatssekretär Bernhard Kotsch erklärte daraufhin, dass die Deutsche Botschaft in Den Haag eine Teilnahme derzeit prüfe. Brückner sieht darin ein weiteres Beispiel dafür, dass der aktuellen Regierung die queere Community nicht ausreichend wichtig ist. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion, Maik Brückner, erkundigte sich beim Auswärtigen Amt nach einer möglichen deutschen Beteiligung am World Pride 2026 in Amsterdam.
  • Das Auswärtige Amt teilte mit, dass die Deutsche Botschaft in Den Haag eine Teilnahme derzeit noch prüfe.
  • Brückner kritisiert die aus seiner Sicht zögerliche Haltung der Bundesregierung und wirft ihr mangelnde Unterstützung für die queere Community vor.
  • Er fordert ein deutliches Signal Deutschlands für Freiheit, Menschenrechte und die Rechte von LGBTIQ+-Menschen auf internationaler Ebene.
  • Hintergrund ist der World Pride 2026, der vom 25. Juli bis 8. August in Amsterdam stattfindet und Hunderttausende Besucher erwartet.
  • Die Berliner Landesregierung unterstützt derweil Überlegungen für eine Bewerbung der Hauptstadt um den World Pride 2032.
  • Der diesjährige World Pride fällt mit dem 25. Jahrestag der ersten staatlich anerkannten gleichgeschlechtlichen Eheschließung in den Niederlanden zusammen.
  • Geplant sind mehr als 500 Veranstaltungen, darunter die traditionelle Canal Parade am 1. August als einer der Höhepunkte des Programms.

Fatales Zeichen der Regierung 

Konkret erklärter Brückner: „Es sind keine acht Wochen mehr bis zur World Pride in Amsterdam und die Bundesregierung weiß noch nicht, ob sich die deutsche Botschaft in Den Haag daran beteiligen wird. Offensichtlich hat man es in dieser Frage nicht eilig. Die Schmallippigkeit des CDU-geführten Auswärtigen Amtes lässt darauf schließen, dass man dem Ganzen auch keine besondere Bedeutung beimisst. Gründe für die anhaltende Unklarheit, Beteiligungsformate, die Deutschland erwägt – nichts Genaues weiß man nicht. Das passt leider allzu gut zu der Ignoranz, die Merz, Klöckner und Co. den queeren Communitys und der Pride-Bewegung bisher entgegengebracht haben.“

Zudem bekräftigt der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion: „Derzeit fahren selbst die Auslandsvertretungen liberaler Demokratien ihren Einsatz für die Rechte von LGBTIQ* weltweit zurück. Dieser Trend ist fatal und Ausdruck einer Renationalisierung der internationalen Außenpolitik. Deutschland muss in Amsterdam ein starkes Signal für Freiheit und Menschenrechte setzen. Alles andere wäre ein Rückschlag, nicht zuletzt für Bestrebungen, die World Pride nach Deutschland zu holen.“ Die Berliner schwarz-rote Regierung befürwortet aktuell eine Bewerbung der Stadt für das queere Mega-Event 2032, auch die CDU der Regenbogenhauptstadt hat dies in ihrem aktuellen Regierungsprogramm bis 2031 festgeschrieben. Man erhoffe sich dadurch unter anderem eine Stärkung der heimischen Wirtschaft.

Amsterdam als Gastgeber 

Mit dem World Pride 2026 richtet Amsterdam eines der größten internationalen LGBTIQ+-Ereignisse weltweit aus. Vom 25. Juli bis 8. August werden in der niederländischen Hauptstadt Hunderttausende Besucher erwartet. Der World Pride wird regelmäßig in verschiedenen Städten weltweit veranstaltet und verbindet politische Diskussionen, Menschenrechtsarbeit, kulturelle Angebote und Pride-Feierlichkeiten. Ziel ist es, Sichtbarkeit für queere Menschen zu schaffen und auf aktuelle Herausforderungen für die LGBTIQ+-Community aufmerksam zu machen. Erstmals fand der World Pride im Jahr 2000 in Rom statt. Berlin hat sich bereits 2017 für die Austragung beworben, scheiterte aber an Gewinner Madrid. In den Niederlanden fällt der World Pride in diesem Jahr mit einem besonderen Jahrestag zusammen: Vor 25 Jahren wurden im Land die erste Ehe zwischen einem schwulen Paar geschlossen. Während der zweiwöchigen Veranstaltung sind nach Angaben der Organisatoren mehr als 500 Programmpunkte vorgesehen. Ein Höhepunkt ist die traditionelle Canal Parade am 1. August. 

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