Direkt zum Inhalt

Haftantritt in Chemnitz Debatte um Geschlechtseintrag rund um Marla-Svenja Liebich

Von ms - 15.07.2026 - 12:15 Uhr
Haftantritt in Chemnitz
Foto: IMAGO / CTK Photo
ANZEIGE
Loading audio player...

Die verurteilte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist aus Tschechien nach Deutschland gebracht worden. Die tschechische Polizei bestätigte heute Vormittag die Auslieferung über die Plattform X. Liebich soll nach Angaben der Behörden in eine Justizvollzugsanstalt im sächsischen Chemnitz gebracht werden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Marla-Svenja Liebich wurde aus Tschechien nach Deutschland ausgeliefert.
  • Die tschechische Polizei bestätigte die Überstellung.
  • Liebich soll in eine Justizvollzugsanstalt in Chemnitz gebracht werden.
  • In Deutschland steht eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren wegen mehrerer Straftaten an.
  • Der Fall hatte eine Debatte über das Selbstbestimmungsgesetz ausgelöst.

Beschwerde Liebichs nicht erfolgreich

Zuvor hatte das Obergericht in Prag eine Beschwerde Liebichs gegen die Auslieferungsentscheidung zurückgewiesen. Damit bestätigte das Gericht die Entscheidung der Vorinstanz, des Landesgerichts im westtschechischen Pilsen, das Anfang Juni die Überstellung nach Deutschland angeordnet hatte. Liebich war Anfang April in Tschechien auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Gegen die Entscheidung zur Auslieferung legte Liebich Beschwerde ein, die nun vom Prager Gericht abgewiesen wurde.

Haftstrafe wegen Volksverhetzung 

Nach der Rückkehr nach Deutschland soll Liebich eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren antreten. Das Amtsgericht Halle hatte Liebich im Juli 2023 wegen Volksverhetzung sowie weiterer Straftaten verurteilt. Zu den genannten Delikten gehören unter anderem üble Nachrede und die Billigung eines Angriffskriegs. Zum vorgesehenen Haftantritt in einer Justizvollzugsanstalt für Frauen im sächsischen Chemnitz war Liebich im August vergangenen Jahres nicht erschienen. Liebich, der früher unter dem Vornamen Sven bekannt war, galt über Jahrzehnte als bekannte Person innerhalb der rechtsextremen Szene in Deutschland. Ende 2024 änderte Liebich den Geschlechtseintrag, nachdem das neue Selbstbestimmungsgesetz in Kraft getreten war. Aufgrund dieser Änderung wäre eine Unterbringung in einer Frauenhaftanstalt vorgesehen gewesen.

Der Fall sorgte in Deutschland für eine öffentliche Debatte über mögliche Auswirkungen des Selbstbestimmungsgesetzes. Kritiker diskutierten insbesondere darüber, welche Konsequenzen eine Änderung des Geschlechtseintrags für den Strafvollzug haben kann. Die Bundesregierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte nach ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr an, das Gesetz überprüfen zu wollen. Drei Bundesländer forderten zuletzt im Juni ebenso Nachbesserungen. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDWegen lockerer Maskenpflicht: Wie eine Lesben-Bar in einen "woken Shitstorm" gerietBR24Wasserzeichen in ChatGPT-Texten: Das sollten Sie beachtenDER STANDARDMareike Fallwickl: "Ein Frauenleben ist auch ohne Männer sehr erfüllt"DER SPIEGELFitness: Queere Körperideale - »Jetzt werde ich auch einer von denen«Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Rekord bei Buchverboten

Strikte Zensur in den USA

Fast 12.000 Buchverbote registriert PEN America aktuell an US-Schulen – besonders häufig betroffen sind Werke über Sexualität, LGBTIQ+ und Rassismus.
Eiskunstlaufstar aus Südafrika

Bodasing schreibt Sportgeschichte

Shiven Bodasing schreibt südafrikanische Eiskunstlauf-Geschichte – neben seinem Beruf als Jurist und seinem Einsatz für LGBTIQ+.
Pionier Donald Webster Cory

Vom Vorkämpfer zur Reizfigur

Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet Donald Webster Cory, der die frühe US-Schwulenbewegung prägte und später mit seinen Ansichten empörte.
Flucht vor Todesdrohungen

Aktivisten erreichen Spanien

Zwei schwule LGBTIQ+-Aktivisten aus Sierra Leone sind nach ihrer Flucht in Spanien angekommen. Sie berichten von massiven Todesdrohungen.
Trump verspottet Aktivisten

„Gays for Palestine“ im Visier

Donald Trump verspottet „Gays for Palestine“ und deutet an, queere Aktivisten würden von einer Reise in die Region nicht zurückkehren.
Trauer um Hélène Hazera

Ein Leben voller Kämpfe

Die französische Journalistin, trans* Aktivistin und Vorkämpferin der Community Hélène Hazera ist am Montag mit 74 Jahren gestorben.
Basler warnt vor Coming-Out

Homosexualität bleibt Tabuthema

Mario Basler hält ein Coming-Out im Profifußball weiterhin für kaum möglich und warnt vor massiven Anfeindungen gegen schwule Spieler.
Trauer um Mad Sandhu

Influencer in Indien erschossen

Der schwule Influencer Mad Sandhu ist in Indien auf offener Straße erschossen worden. Ermittler prüfen jetzt, ob der Angriff gezielt geplant war.
Kritik an Russland

LGBTIQ+-Betroffene ohne Urteil

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat fast 900 Beschwerden gegen Russland gestrichen, viele davon von LGBTIQ+-Personen.