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Neue Unsicherheit beim ESC Liste der Teilnehmerländer bröckelt für 2027 weiter

Von ms - 13.07.2026 - 15:00 Uhr
Neue Unsicherheit beim ESC
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Rund zehn Monate vor dem Eurovision Song Contest 2027 gibt es erste Fragezeichen hinter der Teilnahme mehrerer Länder. Während mit Kanada bereits ein neues Teilnehmerland angekündigt wurde und einige Nationen ihre Vorbereitungen für den Wettbewerb schon jetzt aufgenommen haben, beschäftigen wirtschaftliche und politische Entwicklungen derzeit drei Rundfunkanstalten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Teilnahme einiger Länder am Eurovision Song Contest 2027 ist derzeit unsicher.
  • In Portugal könnte eine geplante Privatisierung des Senders RTP Auswirkungen auf die ESC-Teilnahme haben.
  • In Israel sorgt ein Gesetzesvorhaben zur Kontrolle des Senders KAN durch den Staat für Kritik der Europäischen Rundfunkunion (EBU).
  • Tschechien hat bereits Änderungen bei der Finanzierung seines öffentlich-rechtlichen Rundfunks beschlossen.
  • Die Probleme stehen nach aktuellem Stand nicht im Zusammenhang mit der israelischen Teilnahme am ESC 2026, sondern mit strukturellen Veränderungen bei den Rundfunkanstalten.

Krise in Portugal 

Anders als bei den bisherigen, immer noch aktuellen Diskussionen rund um den ESC geht es diesmal nicht um die Teilnahme Israels selbst. Im Mittelpunkt stehen vielmehr mögliche Veränderungen bei den zuständigen Sendern und deren Mitgliedschaft in der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Besonders aufmerksam wird die Entwicklung in Portugal verfolgt. Dort steht der öffentlich-rechtliche Sender RTP vor einer möglichen grundlegenden Veränderung. Die rechtspopulistische Partei CHEGA kündigte an, im September einen Gesetzesentwurf zur vollständigen Privatisierung des Senders vorzulegen.

Die Parteiführung begründet den Vorstoß damit, dass die Kosten des Senders für die Steuerzahler „nicht mehr tragbar“ seien. Außerdem werde der Öffentlichkeit „kein Mehrwert für ihr Geld“ geboten. Eine Privatisierung könnte jedoch Folgen für die internationale Rolle Portugals haben. Sollte RTP verkauft oder grundlegend umstrukturiert werden, müsste die EBU den Status des Senders überprüfen. Ein Verlust der Mitgliedschaft würde nach Einschätzung von Experten den Ausschluss Portugals von Veranstaltungen wie dem Eurovision Song Contest bedeuten. Der Grund: Derzeit gibt es keinen weiteren portugiesischen Sender, der Mitglied der EBU ist. Eine Entscheidung über die Zukunft von RTP wird im September erwartet.

Zukunft des israelischen Senders KAN

Auch in Israel gibt es Diskussionen über die Zukunft des nationalen Rundfunks KAN. Dort wird seit Monaten über einen Gesetzesentwurf beraten, der die bisher gesetzlich garantierte Finanzierung des Senders verändern würde. Nach den bisherigen Plänen könnte die Kontrolle über die Finanzierung stärker unter staatliche Aufsicht gestellt werden. Kritiker sehen darin eine mögliche Einschränkung der journalistischen Unabhängigkeit. 

Die EBU hat bereits Bedenken geäußert. Generaldirektor Noel Curran warnte die Verantwortlichen in Israel vor den Folgen eines solchen Schrittes. „Ein Nachrichtensystem, das für sein Budget von der Regierung abhängig ist, kann nicht unabhängig über ebenjene Regierung berichten, die dieses Budget festlegt. (…) Solche Entwicklungen könnten auch weitreichendere Auswirkungen auf das demokratische Image Israels, seine Medienlandschaft und die internationale Wahrnehmung des demokratischen Medienumfelds des Landes haben.“

Wann über den Gesetzesentwurf weiter beraten wird, ist derzeit offen. Ob die Regierung die Kontrolle über KAN tatsächlich ausweiten kann, hängt unter anderem von möglichen Gerichtsentscheidungen und der politischen Stabilität der Regierungskoalition ab. Israel hat seine Teilnahme am ESC 2027 bislang nicht offiziell bestätigt. Beim Wettbewerb 2026 erreichte Noam Bettan mit dem Lied „Michelle“ den zweiten Platz.

Tschechien verändert Rundfunkfinanzierung

Auch in Tschechien steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk ČT vor Veränderungen. Dort hat die Regierung bereits Änderungen an der Finanzierung beschlossen. Anders als bisher soll der Sender künftig vollständig durch staatliche Mittel finanziert werden. Damit verbunden sind finanzielle Einschnitte, die die Arbeit des Senders beeinflussen könnten.  Die Entwicklungen in Portugal, Israel und Tschechien zeigen, dass die Zukunft einzelner ESC-Teilnahmen nicht nur von musikalischen Entscheidungen abhängen kann. Auch politische Rahmenbedingungen und die Unabhängigkeit der zuständigen Rundfunkanstalten spielen eine entscheidende Rolle.

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