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Sam Neill ist tot Mehr als Jurassic Park und Ally der LGBTIQ+-Community

Von ms - 13.07.2026 - 12:10 Uhr
Sam Neill ist tot
Foto: IMAGO / Everett Collection
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Der neuseeländische Schauspieler Sam Neill ist tot. Der durch „Jurassic Park“ weltweit bekannte Darsteller starb im Alter von 78 Jahren, wie heute über seinen offiziellen Instagram-Account mitgeteilt wurde. Neill galt als großer Unterstützer der LGBTIQ+-Community. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Sam Neill ist im Alter von 78 Jahren gestorben.
  • Weltbekannt wurde der Neuseeländer durch seine Rolle als Dr. Alan Grant in „Jurassic Park“.
  • Neill setzte sich öffentlich für LGBTIQ+-Rechte ein und unterstützte die Ehe für alle.
  • Der Schauspieler bedauerte, eine Rolle im queeren Kultfilm „Priscilla – Königin der Wüste“ abgelehnt zu haben.
  • Nach fast fünf Jahren Behandlung wegen Blutkrebs hatte Neill zuletzt als krebsfrei gegolten.

Trauriger Abschied von Sam Neill

Seine Familie erklärte in einem Statement: „Sam war von seiner Familie umgeben und starb mit der Würde, die sein ganzes Leben geprägt hat.“ Weiter hieß es: „Der Verlust kam plötzlich und unerwartet, aber gesegnet durch die Tatsache, dass Sam krebsfrei blieb.“ Noch im April hatte Neill öffentlich erklärt, nach fast fünf Jahren Kampf gegen Blutkrebs frei von der Krankheit zu sein. Bei ihm war ein seltenes Blutkrebsleiden diagnostiziert worden: ein angioimmunoblastisches T-Zell-Lymphom. Er hatte sich unter anderem einer Chemotherapie und später einer CAR-T-Zelltherapie unterzogen. Über die Behandlung sagte er im April gegenüber dem australischen Sender 7News: „Eine ziemlich miserable Angelegenheit, aber sie hielt mich am Leben.“

Weltstar durch „Jurassic Park“

Für Millionen Kinofans bleibt Sam Neill vor allem als Dr. Alan Grant aus Steven Spielbergs „Jurassic Park“ in Erinnerung. 1993 spielte er in dem Film den Paläontologen, der auf einer Insel vor der Küste Costa Ricas zwischen Dinosauriern und menschlichem Größenwahn ums Überleben kämpfen muss. Die Rolle mit Hut, Halstuch und trockenem Blick machte Neill international bekannt. Später kehrte er als Alan Grant in „Jurassic Park III“ und „Jurassic World: Dominion“ zurück.

Doch seine Karriere umfasste weit mehr als die Dinosaurier-Reihe. Neill spielte unter anderem in Jane Campions Oscar-prämiertem Drama „Das Piano“, im Thriller „Dead Calm“, in „Jagd auf Roter Oktober“ und im Science-Fiction-Horrorfilm „Event Horizon“. Auch in Serien wie „Peaky Blinders“ und „The Tudors“ war er zu sehen. Eine seiner späteren Rollen übernahm er 2025 in der Netflix-Serie „Untamed“, in der er den Yosemite-Chefranger Paul Souter spielte.

Klare Unterstützung für LGBTIQ+-Rechte

Neill selbst war nicht Teil der LGBTIQ+-Community, galt aber über viele Jahre als engagierter Unterstützer homosexueller und queerer Menschen und ihrer Rechte. Besonders deutlich äußerte er sich 2016 im Streit um die Einführung der Ehe für alle in Australien. Neill kritisierte die politischen Verzögerungen und machte deutlich, dass es aus seiner Sicht niemandem zustehe, anderen Menschen vorzuschreiben, wen sie heiraten dürfen. Er betonte, es gehe niemanden etwas an, wer eine Ehe eingehen dürfe und wer nicht.

Auch eine queere Filmrolle beschäftigte ihn rückblickend. Neill erklärte, dass er es bedauerte, eine Rolle in dem australischen LGBTIQ+-Kultfilm „Priscilla – Königin der Wüste“ aus dem Jahr 1994 abgelehnt zu haben. Dabei ging es um die Figur Bernadette, eine trans* Frau, die letztlich von Terence Stamp gespielt wurde. Neill sagte, er hätte grundsätzlich kein Problem damit gehabt, eine Drag-Rolle zu übernehmen. Seine Entscheidung habe vielmehr damit zu tun gehabt, dass er das Drehbuch damals nicht witzig genug gefunden habe.

Leben abseits Hollywoods

Sam Neill galt nie als klassischer Hollywood-Star mit großem Auftreten. Sein Lebensmittelpunkt lag lange in Neuseeland. Geboren wurde er am 14. September 1947 im nordirischen Omagh, als Kind zog er mit seiner Familie nach Neuseeland. Auf der Südinsel lebte Neill hauptsächlich in Alexandra, wo er das Weingut „Two Paddocks“ betrieb. In sozialen Netzwerken zeigte er sich häufig mit Tieren, Weinreben und seinem trockenen Humor.

Auch mit seiner schweren Erkrankung ging Neill offen um. Über den Tod sagte er gegenüber 7News: „Ich habe keine Angst zu sterben, aber es würde mich ärgern. Weil ich wirklich gern noch ein oder zwei Jahrzehnte hätte, wissen Sie? Wir haben all diese schönen Terrassen gebaut, wir haben diese Olivenbäume und Zypressen. Ich möchte noch da sein, um zu sehen, wie alles heranwächst. Und ich habe meine wundervollen kleinen Enkelkinder. Ich möchte sehen, wie sie groß werden. Aber was das Sterben betrifft? Das ist mir ziemlich egal.“ Neill hinterlässt drei leibliche Kinder, eine Stieftochter und acht Enkelkinder.

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