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Fokus auf besonderes WM-Spiel Iran und Ägypten kurz vor dem Pride-WM-Spiel

Von ms - 25.06.2026 - 11:00 Uhr
Fokus auf besonderes WM-Spiel
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Das erste sogenannte Pride Match im Rahmen einer Fußball-Weltmeisterschaft soll trotz politischer Kontroversen und Kritik aus den beteiligten Ländern wie geplant stattfinden. Wie die Organisatoren gegenüber dem Sportportal Outsports bestätigten, werden Iran und Ägypten am 27. Juni in Seattle aufeinandertreffen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Iran und Ägypten sollen am 27. Juni beim ersten FIFA-WM-„Pride Match“ gegeneinander antreten.
  • Beide Länder hatten sich gegen eine Verbindung des Spiels mit der LGBTQ+-Community ausgesprochen.
  • Ägypten und Iran forderten Maßnahmen gegen sichtbare Pride-Symbole im Umfeld des Spiels.
  • Die Organisatoren in Seattle halten dennoch an der Veranstaltung fest.
  • Die Stadt rechnet mit Protesten und hat spezielle Demonstrationszonen eingerichtet.
  • Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell fordert FIFA zum Handeln auf.
  • In elf Teilnehmerstaaten der Weltmeisterschaft ist Homosexualität strafbar.

Iran und Ägypten wehren sich 

Bereits Ende vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die beiden Nationen bei dem Spiel gegeneinander antreten sollen. Für homosexuelle und queere Menschen eine Ironie, dass bei der Auslosung zu diesem Termin ausgerechnet zwei Länder gezogen worden sind, in denen Homosexualität bis heute mit der Todesstrafe geahndet wird und Schwule und Lesben kriminalisiert werden. Folgerichtig kritisierten sowohl der Iran als auch Ägypten die Entscheidung mit Blick auf die LGBTIQ+-Community. Vertreter des Iran forderten mehrfach ein komplettes Flaggen-Verbot während des Spiels und droht zuletzt erst vor wenigen Tagen mit einem kurzfristigen Spielabbruch. Nach Angaben von Outsports wandte sich der ägyptische Fußballverband (EFA) zuvor bereits im Dezember 2025 ebenso mit einem Schreiben an den Weltfußballverband FIFA. Darin wurde gefordert, jegliche Verbindung des Spiels zur LGBTIQ+-Community zu verhindern. Als Begründung wurden die religiösen und gesellschaftlichen Werte beider Länder angeführt. In beiden Ländern haben zudem die Angriffe auf Homosexuelle seit Jahresbeginn noch einmal deutlich zugenommen. 

Viele Pride-Flaggen im Stadium 

Die Begegnung am kommenden Samstag wird im Lumen Field in Seattle ausgetragen. Nach Angaben der Organisatoren war die Veranstaltung bereits lange geplant worden, bevor feststand, welche Nationen daran teilnehmen würden. Hedda McLendon, Vizepräsidentin des Organisationskomitees Seattle FWC26, machte deutlich, dass an der Austragung weiterhin festgehalten werde. „Wir erwarten viele Regenbogenflaggen im Stadion und T-Shirts mit Regenbogenflaggen!“ Zugleich rief sie dazu auf, die Gäste willkommen zu heißen. „Lasst uns die Menschen in Seattle willkommen heißen. Es ist die Weltmeisterschaft. Und lasst uns ihnen zeigen, wie wir Pride feiern. Hier ist das nicht nur ein Tag oder ein Wochenende. Es ist ein ganzer Monat.“

Die Stadt Seattle bereitet sich unterdessen auf mögliche Proteste rund um die Begegnung vor. Nach Angaben der Behörden wurden spezielle Demonstrationszonen in der Umgebung des Stadions eingerichtet. Bereits im Vorfeld hatte es in Südkalifornien Protestaktionen im Zusammenhang mit der Teilnahme des Iran gegeben. Seattles Bürgermeisterin Katie Wilson erklärte: „Wir rechnen sehr stark mit Protestaktionen und sind darauf vorbereitet. Deshalb gibt es zahlreiche ausgewiesene Protestbereiche rund um das Stadion, und unsere Sicherheitskräfte sind gut darauf vorbereitet, damit umzugehen.“

Erneutes Wegsehen der FIFA

Für zusätzliche Diskussionen sorgt die Menschenrechtslage in mehreren Teilnehmerländern der Weltmeisterschaft. Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell forderte die FIFA in einem Schreiben auf, sich stärker mit dem Thema auseinanderzusetzen. Tatchell verweist dabei auf elf Teilnehmerstaaten, in denen homosexuelle Handlungen strafrechtlich verfolgt werden. Neben Iran und Ägypten nennt er Saudi-Arabien, Ghana, Senegal, Katar, Tunesien, Marokko, Irak, Usbekistan und Algerien. In allen elf Ländern steht Homosexualität unter Strafe. Die möglichen Sanktionen reichen von Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe. Nach Auffassung Tatchells würde eine Diskriminierung homosexueller Spieler gegen die FIFA-Statuten verstoßen. Er verweist dabei auf Artikel 3 zum Schutz der Menschenrechte sowie auf Artikel 4.1, der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ausdrücklich untersagt und die Grundsätze von Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung festschreibt.

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