Ekelhafter Angriff in Kiew Homophobe Hassgewalt gegen Schönheitssalon
Ein Schönheitssalon in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist wegen seiner Unterstützung für LGBTiQ+-Menschen angegriffen worden. Vor dem Eingang der Filiale der Kette G.Bar am Boulevard Lesi Ukrainky wurden abgetrennte Schweineköpfe abgelegt.
Das Wichtigste im Überblick
- Ein Schönheitssalon der Kette G.Bar in Kiew wurde Ziel eines Angriffs.
- Vor dem Eingang wurden abgetrennte Schweineköpfe abgelegt.
- Das Unternehmen sieht den Vorfall als Folge seiner öffentlichen Unterstützung für LGBTiQ+-Menschen.
- G.Bar will trotz Drohungen nicht von seinen Werten abrücken.
- Die Vorfälle wurden den Behörden gemeldet.
- Homophobe Attacken nehmen wieder zu nach politischer Kehrtwende der Regierung
- Debatten um ein mögliches Anti-LGBTIQ+-Gesetz befeuern Angriffe auf die Community
Angriff auf Kiewer Salon
Der Vorfall ereignete sich am 21. Juli, wie die Unternehmensleitung auf Instagram mitteilte. Der Beitrag des Unternehmens enthielt Bilder und Videos des Angriffs. G.Bar erklärte, die eigenen Salons in der Ukraine seien bereits seit rund einem Monat „anhaltendem Druck ausgesetzt, weil wir offen menschliche Werte und das Recht jedes Menschen unterstützen, frei zu lieben und ohne Angst oder Hass zu leben“. Nach Angaben des ukrainischen Senders Suspilne steht der Druck im Zusammenhang mit der öffentlichen Unterstützung der LGBTIQ+-Gemeinschaft durch die Beauty-Kette.
Trotz des Angriffs will G.Bar an seiner Haltung festhalten. Das Unternehmen erklärte: „Wir werden auf Aggression nicht mit Aggression reagieren. Und wir werden unsere Werte auch nicht aus Angst aufgeben.“ Weiter teilte die Kette mit: „Wir wollen einfach in einem Land leben und arbeiten, in dem Unternehmen keine Angst davor haben müssen, jeden Morgen ihre Türen zu öffnen.“ G.Bar gab an, alle Vorfälle den Strafverfolgungsbehörden gemeldet und die Verstöße dokumentiert zu haben. G.Bar wurde in der Ukraine gegründet und ist inzwischen als internationale Beauty-Franchise aktiv. Nach Angaben des Unternehmens gibt es mehr als 71 Standorte in 14 Ländern.
Homophobe Stimmung in der Ukraine
Die ekelhafte Attacke auf den Schönheitssalon wird innerhalb der queeren Community als eines von mehreren Signalen für das Aufkeimen einer neuen homophoben Stimmung im Land gewertet, maßgeblich gefördert durch die ukrainische Regierung und Präsident Wolodymyr Selenskyj, die nach wie vor planen, ein radikales Anti-LGBTIQ+-Gesetz zu verabschieden. Konservative, christliche Fundamentalisten und rechte Hardlinder würden den Vorstoß als Legitimation verstehen, Schwule, Lesben und queere Menschen verstärkt wieder zu attackieren.
Selenskyj würde mit dem Gesetzespaket alle Versprechen brechen, die er bisher gegenüber homosexuellen und queeren Menschen gemacht hat. Nach massivem Druck sowohl national wie international erklärte sich der Präsident zuletzt für eine offene gesellschaftliche Diskussion über die Rechte von LGBTIQ+-Menschen bereit. Seit Jahren fordern queere Verbände auch die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe oder zumindest die Einführung einer eingetragenen Partnerschaft im Land, die Selenskyj bisher immer mit Verweis auf den Kriegszustand der Ukraine ablehnte. Zuletzt hatte im März dieses Jahres das Oberste Gericht der Ukraine die Anerkennung einer ersten homosexuellen Ehe bestätigt.