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Streit in britischer Community Debatte über LGBTIQ-Gruppenkonstellationen

Von ms - 24.07.2026 - 11:00 Uhr
Streit in britischer Community
Foto: iStock / cagkansayin
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Die britische Organisation LGB Alliance hat mit einer Umfrage zur Verwendung des Begriffs LGBTIQ+ eine landesweite Debatte ausgelöst. Die Gruppe veröffentlichte einen Bericht mit dem Titel „Don’t Call Me Queer“ („Nennt mich nicht queer“), in dem sie sich gegen die gemeinsame Bezeichnung von lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen mit trans* oder queeren Personen im LGBTIQ+-Sammelbegriff ausspricht.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die LGB Alliance veröffentlichte eine Umfrage zum Umgang mit Begriffen wie LGBTIQ+ und queer.
  • Die Organisation sprach von großer Ablehnung des LGBTIQ+-Dachbegriffs unter LGB-Personen.
  • Befragt wurden jedoch ausschließlich Unterstützer der LGB Alliance.
  • Kritiker werfen der Gruppe vor, die Ergebnisse irreführend darzustellen.
  • Die Umfrage ist nicht repräsentativ für lesbische, schwule und bisexuelle Menschen insgesamt.

Umstrittene Umfrage 

In einem Beitrag auf der Plattform X präsentierte die Organisation die Ergebnisse mit der Aussage, 94 Prozent der lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen fühlten sich „unwohl, unter dem LGBTIQ+-Dach zusammengefasst zu werden“. Zudem hätten sich 87 Prozent „unwohl damit gefühlt“, als „queer“ bezeichnet zu werden. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass wichtige Informationen zur Zusammensetzung der Befragten in dem Beitrag nicht genannt wurden.

Aus dem vollständigen Bericht geht hervor, dass die LGB Alliance 7.021 Personen befragte. Angeschrieben wurden ausschließlich Menschen, die den Newsletter der Organisation abonniert hatten, an mindestens einer Veranstaltung der LGB Alliance teilgenommen oder an die Organisation gespendet hatten. Von den angeschriebenen Personen antworteten 2.133. Nach zwei Auswahlfragen, unter anderem zur sexuellen Orientierung, blieb eine Stichprobe von 1.709 lesbischen, schwulen oder bisexuellen Unterstützern der Organisation. Die Ergebnisse beziehen sich damit ausschließlich auf Personen, die bereits mit der LGB Alliance verbunden sind. Eine repräsentative Aussage über lesbische, schwule und bisexuelle Menschen insgesamt in Großbritannien lässt sich daraus nicht ableiten.

Befragte äußerten Kritik

Trotz dieser Tatsache hat die Umfrage auch jenseits der genannten Prozent-Werte in der britischen Community eine breite Debatte ausgelöst. Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zusätzlich eigene Kommentare abgeben. Eine Mann erklärte, der LGBTIQ+-Sammelbegriff „wirke sich negativ auf meine Rechte als schwuler Mann aus“. Eine Frau schrieb: „Ich glaube weiterhin, dass LGB-Menschen noch immer für Gleichberechtigung und Anerkennung kämpfen müssen. Der Sammelbegriff nimmt uns auf, und die Bewegung scheint sich inzwischen vollständig auf die TQI-Gemeinschaft zu konzentrieren. Ich unterstütze ihre Rechte, aber ihr Kampf ist ein anderer als meiner. Es fühlt sich an, als wären sie auf unseren Zug aufgesprungen, hätten aber irgendwie das Steuer übernommen.“

Kritik an Darstellung

Sowohl queere Verbände wie auch andere Nutzer online kritisierten auf X die gesamte Herangehensweise des Vereins. Ein User schrieb: „Wir haben Menschen gefragt, die uns Geld geben, ob sie dieselben Ansichten haben wie wir. Überraschenderweise haben alle Ja gesagt!“ Eine weitere Reaktion lautete: „Man muss lachen. Wenn man das Kleingedruckte liest, stellt man fest, dass die LGB Alliance nur auf diese Zahlen kommt, weil sie bewusst alle Schwulen, Lesben und Bisexuellen herausgefiltert hat, die keine Unterstützer der LGB Alliance sind. Wovor hatten sie Angst?“ Ein anderer Nutzer schrieb: „Ihr habt eure eigenen Mitglieder befragt und versucht bewusst, irreführend zu sein, indem ihr diese entscheidende Information in eurem Beitrag nicht erwähnt habt.“ Die Kritik richtet sich vor allem gegen den Eindruck, die Umfrage bilde die Haltung aller homosexuellen und bisexuellen Briten ab. 

Umstrittene Organisation 

Die LGB Alliance wurde 2019 in Großbritannien gegründet und ist eine Organisation, die sich nach eigener Darstellung für die Rechte lesbischer, schwuler und bisexueller Menschen einsetzt und eine stärkere Trennung dieser Gruppen von trans* und queeren Identitäten fordert. In Großbritannien ist die Gruppe umstritten: Unterstützer argumentieren, sie vertrete berechtigte Anliegen wie den Schutz von LGB-Rechten und die offene Debatte über Geschlecht und sexuelle Orientierung. Kritiker werfen ihr dagegen vor, trans* Menschen auszugrenzen und bestehende LGBTIQ+-Rechte zu schwächen; mehrere queere Organisationen und Aktivisten bezeichnen ihre Positionen als transfeindlich. Nach Angaben der Organisation gibt es inzwischen in rund einem Dutzend europäischer Länder Ableger, auch in Deutschland. 

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