Direkt zum Inhalt
Streit um WM-Pride-Spiel
ANZEIGE

Streit um WM-Pride-Spiel Keine Pride-Flaggen bei WM-Spiel zwischen Iran und Ägypten

ms - 18.06.2026 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Vor dem für den 26. Juni in Seattle angesetzten WM-Spiel zwischen Iran und Ägypten verschärft sich die Kontroverse um die als Pride Match angekündigte Begegnung. Beide Nationen, die für ihre ablehnende Haltung gegenüber LGBTIQ+-Rechten bekannt sind, hatten bereits im Vorfeld Protest gegen die Entscheidung eingelegt und sich an die FIFA gewandt. Nun bekräftigte der Iran erneut seine Forderungen um ein Verbot von Regenbogenflaggen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das WM-Spiel zwischen Iran und Ägypten am 26. Juni in Seattle wurde von den lokalen Organisatoren als Pride Match ausgerufen.
  • Beide Länder protestierten im Vorfeld gegen die Entscheidung und wandten sich an die FIFA.
  • Der iranische Sportminister Ahmad Donyamali hat seine Drohung eines Spielabbruchs erneut bekräftigt.
  • Auslöser könnten nach iranischer Darstellung „inoffizielle Fahnen“ oder Parolen gegen das Land sein.
  • Rund um das Stadion sind Pride-Veranstaltungen und Feierlichkeiten geplant.
  • Unklar bleibt, welchen Einfluss die FIFA auf die von lokalen Organisatoren geplanten Aktivitäten nehmen kann.

Extrem angespannte Lage

Als die Stadt Seattle bekanntgab, dass die Partie als Pride Match ausgetragen werden soll, war noch nicht bekannt, welche Mannschaften für die Begegnung ausgelost werden würden. Die zufällige Ansetzung ausgerechnet von Iran und Ägypten führte anschließend zu scharfer Kritik aus beiden Ländern. Die Debatte fällt in eine Phase ohnehin angespannter politischer Rahmenbedingungen. Nach Angaben der Veranstalter handelt es sich um das erste Mal in der Geschichte einer Fußball-Weltmeisterschaft, dass ein Gastgeberland gleichzeitig einen Krieg gegen einen Teilnehmerstaat führt.

Wenige Tage vor der Begegnung hat sich Irans Sportminister Ahmad Donyamali jetzt erneut an die FIFA gewandt und seine bereits zuvor geäußerten Warnungen bekräftigt. Sollte es im Stadion zu „inoffiziellen Fahnen“ oder Parolen gegen den Iran kommen, werde die iranische Mannschaft die Partie nicht fortsetzen, erklärte er. Damit ist in erster Linie die Regenbogenfahne gemeint. Allerdings auch die Flagge mit Sonne und Löwe, die von Teilen der iranischen Opposition und Regimegegner genutzt wird, dürfte unter diese Definition fallen.

Pride-Feierlichkeiten in Seattle 

Donyamali erklärte weiter, den iranischen Verantwortlichen sei zugesichert worden, dass es während der Begegnung mit Ägypten zu keinen Störungen kommen werde. Sollte dies dennoch der Fall sein, werde der Trainer angewiesen, das Spiel unverzüglich abzubrechen. Welche Möglichkeiten die FIFA in dieser Angelegenheit tatsächlich besitzt, ist derzeit offen. Das Spiel wurde nicht vom Weltfußballverband selbst als Pride Match deklariert, sondern von den lokalen Organisatoren SeattleFWC26.

Zusätzlich sind nach Angaben der Veranstalter rund um das Stadion sowie in weiteren Teilen der Stadt zahlreiche Pride-Veranstaltungen geplant. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass sowohl die iranische als auch die ägyptische Delegation während ihres Aufenthalts in Seattle mit entsprechenden Symbolen und Feierlichkeiten in Berührung kommen werden. Damit entwickelt sich die Begegnung bereits vor dem Anpfiff zu einem politisch aufgeladenen Thema, das weit über den sportlichen Rahmen hinausreicht.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Der Sommer zieht blank

Endlich wieder durchatmen

Die große Hitze geht wahrscheinlich kommende Woche – und mit ihr verschwinden Schweiß, Klebegefühl und die Sehnsucht nach Klimaanlagen.
Schwule Bären im Wandel

Ozempic verändert Szene

Medikamente zur Gewichtsreduktion verändern inzwischen auch die Bären-Community – und lösen eine Debatte über Körperbilder und Zugehörigkeit aus.
Neuzugang bei Heated Rivalry

Ein Prinz gesellt sich zum Cast

Die schwule Hit-Serie "Heated Rivalry“ erweitert die zweite Staffel um fünf weitere Darsteller, darunter der Prinz aus „Young Royals“, Edvin Ryding.
Keenan schreibt Geschichte

Hockey-Star und „First Gentleman“

Nicolás Keenan, der Verlobte von Rob Jetten, wird bei der Hockey-WM als erster offen bisexueller Mann im Teilnehmerfeld Geschichte schreiben.
Trauer um Michael Jähme

Abschied von HIV-Aktivisten

Die Community trauert: Michael Jähme, langjähriger Aktivist der Aidshilfe- und Schwulenbewegung, ist mit 67 Jahren bei einem Bergunfall gestorben.
Wachowski sucht neue Wege

Hollywood zögert bei trans* Film

Lilly Wachowski (Matrix) findet trotz positiver Reaktionen keine Finanzierung für ihren neuen trans`Thriller „The Hunted“. Hat Hollywood Angst?
Oscar-Jahr für LGBTIQ+?

„La Bola Negra“ im Rennen

Die Oscars 2027 könnten für das LGBTIQ+-Kino historisch werden – mit Chancen für „La Bola Negra“, Colman Domingo und Andrew Scott.
Hass-Welle in Marokko

Gay-Kreuzfahrt sorgt für Debatten

Neuer Ärger auf See: Eine Gay-Kreuzfahrt machte in Marokko halt. Vor Ort blieb alles ruhig, online brach eine Hass-Welle über das Schiff hinweg.
Mord an junger trans* Frau

Gewalttat erschüttert Portland

Nach dem tödlichen Messerangriff auf Juju Nadeau trauert Portland um die junge trans* Frau und erinnert an ihr lebensfrohes Wesen.